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Zentralstadion Leipzig
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Zentralstadion Leipzig, 2008
Daten
Ort Leipzig, Deutschland
Eröffnung 17. Juli 2004
Erstes Spiel 7. März 2004
Kapazität 44.345 Plätze
Spielfläche 105 x 68 m
Oberfläche 120 x 80 m
Kosten 90 Millionen Euro
Veranstaltungen

Das Zentralstadion ist das größte Stadion Leipzigs und das größte auf dem Gebiet der Neuen Bundesländer. Es ist Teil des Leipziger Sportforums und liegt neben der neu gebauten Arena Leipzig, der Festwiese sowie weiteren (kleineren) Sportstätten und -hallen westlich der Innenstadt.

Geschichte Bearbeiten

In den 1920er Jahren gab es Pläne, nahe der Innenstadt in den Elsterniederungen auf den so genannten Frankfurter Wiesen eine Großkampfbahn zu errichten. Dieses Vorhaben wurde nicht realisiert. Während des Nationalsozialismus wurde das Gelände Adolf-Hitler-Feld genannt und als Aufmarschplatz genutzt. Werner March, der Architekt des Berliner Olympiastadions, schlug 1939 vor, hier ein komplexes Sportfeld mit Großstadion zu errichten. Doch der Zweite Weltkrieg verhinderte die Verwirklichung.

1948 legte ein Stadtbebauungsplan fest, dass der Schutt der Leipziger Kriegstrümmer zum Aufbau eines Sportforums verwendet werden sollte. 1952 wurde ein Schwimmstadion fertiggestellt. 1954 fand auf der Festwiese das 1. Turn- und Sportfest der DDR mit 70.000 Zuschauern statt. Dieses wurde in den nächsten Jahren als eine Art Vorbereitung auf die Olympischen Spiele fortgeführt.

Stadion der Hunderttausend Bearbeiten

Das Stadion am Elsterbecken entstand zwischen 1954 und 1956 unter der Leitung von Karl Souradny. Der 23 Meter hohe Wall wurde aus 1,5 Millionen Kubikmetern Kriegstrümmern geformt. Es wurde 1956 mit einer Kapazität von 100.000 Sitzplätzen eröffnet, und war bis zu seinem Umbau 2000 eines der größten Stadien Europas. Hier fanden die Turn- und Sportfeste der DDR, alle wichtigen DDR-Fußball-Länderspiele und Leichtathletik-Wettkämpfe statt.

Der bis heute gültige Zuschauerrekord für Fußball-Punktspiele in Deutschland wurde am 9. September 1956 erreicht, als mehr als 100.000 Zuschauer das Ortsderby zwischen SC Rotation Leipzig und SC Lokomotive Leipzig (1:2) besuchten. Darüber hinaus gab es bis 1988 eine ganze Reihe weiterer ausverkaufter Begegnungen, beispielsweise am 6. Oktober 1956 der legendäre Vergleich zwischen dem SC Wismut Karl-Marx-Stadt und 1. FC Kaiserslautern (3:5) mit dem berühmten Fritz-Walter-Tor.

Von 1992 bis 1995 bestritt der VfB Leipzig wegen Baufälligkeit des Bruno-Plache-Stadions seine Heimspiele im Zentralstadion, wobei zu dieser Zeit die Zuschauerkapazität durch Sperrung ebenfalls baufälliger Blöcke bereits auf 37.000 Besucher begrenzt war. Dennoch kamen am 6. Juni 1993 etwa 38.000 Zuschauer ins Stadion, um den Aufstieg des ersten deutschen Fußballmeisters VfB Leipzig mit einem 2:0-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 zu sehen.

Zentralstadion seit 2004 Bearbeiten

Datei:Zentralstadion leipzig rasen.jpg
Datei:Länderspiel Deutschland - Kamerun.jpg

2000 entschieden Bund und Länder, ein Stadion zur Strukturunterstützung zu bauen. Mitte 2004 wurde das neue Stadion anlässlich des Deutschen Turnfestes eröffnet. Es wurde als reine Fußballarena für 44.345 Zuschauer in den Zuschauerwall des alten Stadions eingefügt. Die Umbaukosten betrugen 90 Millionen Euro, wovon der Bund 51 Millionen beisteuerte. Bis zum Konföderationen-Pokal 2005 flossen noch ungefähr zwölf Millionen Euro zusätzlich in das Stadion. Die Architekten Wirth+Wirth (Leipzig und Basel) planten federführend das Zentralstadion gemeinsam mit Glöckner Architekten (Leipzig und Basel) und Körber, Barton, Fahle (Freiburg). Von IPL Ingenieurplanung Leichtbau GmbH (Radolfzell a.B.) stammt der Entwurf des Dachtragwerks und die Statik des Daches. Von der Zech Planungs GmbH Leipzig stammt die Ausführungsplanung.

Das neue Zentralstadion liegt eingebettet in den begrünten Wall des alten Stadions, dessen Hauptgebäude erhalten blieb. Das geschwungene, viergeteilte Dach aus Stahltrapezprofilen prägt die Arena. Die Überdachung besteht aus den beiden gegenüberliegenden Tribünendächern und den beiden Kurvendächern. Das Tragwerk besteht aus zwei nach außen geneigten, seilunterspannten Bogenbindern in Längsrichtung, sowie Quer- und Längsträgern. Die 17 Meter hohe Stahlkonstruktion des Daches überspannt stützenfrei die Tribünen. Diese bestehen aus dem Unterrang mit 32 und dem Oberrang mit 22 Blöcken.

Betrieben wird das neue Zentralstadion von der EMKA Immobilien-Beteiligungs-GmbH des Unternehmers Michael Kölmel. Dieser bestätigte auch eine mittelfristige Umbenennung des Stadions. Demnach hat sich der österreichische Getränkehersteller Red Bull im Zusammenhang mit dem Engagement beim RasenBallsport Leipzig eine Option auf den Erwerb der Namensrechte gesichert.[1]

Sportereignisse Bearbeiten

Das neue Stadion bestand seine Generalprobe beim Konföderationen-Pokal 2005 und war eine von zwölf Spielstätten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006.

Erstes Spiel nach dem Umbau war am 7. März 2004 die Regionalliga-Partie FC Sachsen LeipzigBorussia Dortmund (Amateure) vor 28.000 Zuschauern. Die Offizielle Eröffnung erfolgte am 17. Juli 2004 im Rahmen eines internationalen Fußballturniers, damals waren FK Roter Stern Belgrad, Werder Bremen und der FC Brügge zu Gast. Vorher fand allerdings bereits die Abschlussgala des Deutschen Turnfestes statt.

Mit 12.421 Besuchern wurde ein „Zuschauerweltrekord“ bei einem Punktspiel in der niedrigsten nationalen Spielklasse aufgestellt (am 9. Oktober 2004 Lok Leipzig gegen Eintracht Großdeuben II im Zentralstadion). Den Stadionrekord der Leipziger Vereinsmannschaften hält der FC Sachsen Leipzig durch die DFB-Pokal-Partie gegen Dynamo Dresden (30.500 Zuschauer). Am 17. November 2004 erlebte die neue Arena ihr erstes Länderspiel. Dabei besiegte die Deutsche Fußballnationalmannschaft in einem Freundschaftsspiel das Nationalteam aus Kamerun mit 3:0.

Von 2005 bis 2007 fand das Finale des Premiere Ligapokals im Zentralstadion Leipzig statt.

Wichtige Leipziger Fußballvereine:

Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Bearbeiten

Das Stadion war Spielort bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Im Gegensatz zu anderen Spielstätten der WM behielt das Stadion seinen eigentlichen Namen.

Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 fanden im Stadion folgende Partien statt:

So, 11. Juni 2006, 15 Uhr Gruppe C
Flagge von Serbia and MontenegroFlag of Yugoslavia (1992–2003); Flag of Serbia and Montenegro (2003–2006) Serbien und Montenegro - Flagge der NiederlandenFlag of the Netherlands Niederlande 0:1
Mi. 14. Juni 2006, 15 Uhr Gruppe H
Flagge SpaniensFlag of Spain Spanien - Flagge der UkraineFlag of Ukraine Ukraine 4:0
So, 18. Juni 2006, 21 Uhr Gruppe G
Flagge FrankreichsFlag of France Frankreich - Flagge von South KoreaFlag of South Korea Südkorea 1:1
Mi, 21. Juni 2006, 15 Uhr Gruppe D
Flagge von IranFlag of Iran Iran - Flagge von AngolaFlag of Angola Angola 1:1
Sa, 24. Juni 2006, 16 Uhr Achtelfinale
Flagge ArgentiniensFlag of Argentina Argentinien - Flagge MexikosFlag of Mexico Mexiko 2:1 n. V. (1:1, 1:1)

weitere Veranstaltungen Bearbeiten

Am 1. Juni 2008 wurde der Abschlussgottesdienst des Deutschen Evangelischen Posaunentages im Zentralstadion gefeiert. Dabei wurde ein neuer Weltrekord für das größte Blechbläserensemble aufgestellt.[2]

Verkehrsanbindung Bearbeiten

Das Zentralstadion ist über mehrere Straßenbahnlinien an das Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs angebunden. Vom Hauptbahnhof aus ist es mit den Linien 3,7,8,13 und 15 zu erreichen.

Sonstiges Bearbeiten

Aufgrund der Ausrichtung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion plant Bundesligist Hertha BSC zum Beginn der Bundesliga-Saison 09/10, seine ersten Heimspiele, sowie mögliche UEFA Europa League-Spiele im Leipziger Zentralstadion auszutragen.

Mittelfristig ist geplant, dass der neu gegründetete Leipziger Fußballverein RB Leipzig seine Spiele im Zentralstadion austrägt und damit Hauptnutzer wird.[3]

Quellen Bearbeiten

  1. http://www.welt.de/sport/fussball/article3918705/Red-Bull-ist-eine-riesige-Chance-fuer-Leipzig.html
  2. http://www.ohrenblickmal.de/start.htm
  3. http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/auch-andere-werden-profitieren/


Weblinks Bearbeiten

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