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Wolfgang Sidka
Personalia
Name Wolfgang Sidka
Geburtstag 26. Mai 1954
Geburtsort LengerichWestdeutschland
Größe 1,85 m
Position Mittelfeld

Wolfgang Sidka (* 26. Mai 1954 in Lengerich) ist ein ehemaliger Fußballspieler und derzeitiger Fußballtrainer der irakischen Nationalmannschaft.

Spieler Bearbeiten

Als Mittelfeldspieler spielte er in Deutschland in der Ersten und Zweiten Bundesliga bei Hertha BSC (1971–1980), TSV 1860 München (1980–1982) und bei Werder Bremen (1982–1987).

Sein Bundesligadebüt gab Wolfgang Sidka am 33. Spieltag[1] der Saison 1971/72, als wegen des Bundesliga-Skandals nahezu die gesamte Stamm-Mannschaft von Hertha BSC gesperrt worden war. Nachdem er auch am 34. Spieltag eingesetzt wurde, kam er in den darauf folgenden zwei Jahren zu keinem Einsatz in der Bundesliga. Erst in der Saison 1974/75 gelang Sidka der Durchbruch zum Stammspieler in der Bundesliga. Inklusive seiner zwei Spiele 1972 absolvierte Sidka bis zum Ende der Saison 1979/80 184 Bundesligaspiele für Hertha BSC und schoss dabei 24 Tore. 1974/75 belegte er mit Hertha BSC den zweiten Platz in der Bundesliga, 1977/78 erreichte das Team den dritten Platz. 1977 und 1979 stand Sidka mit Hertha BSC im Pokalfinale, aber unterlag jeweils.

Vor der Saison Fußball-Bundesliga 1980/81 wechselte Sidka zum TSV 1860 München, für den er in 34 Bundesligaspielen mitwirkte, wobei er drei Tore schoss. Die Mannschaft stieg aus der Bundesliga ab, in der folgenden Zweitligasaison erzielte Sidka in 37 Spielen 15 Tore. Trotzdem verpassten die Münchener den Wiederaufstieg in die Erste Bundesliga, stattdessen musste der hochverschuldete Verein sogar seine Lizenz für die Zweite Bundesliga abgeben. Sidka wechselte daraufhin nach Bremen. Von der Saison 1982/83 bis zur Saison 1985/86 wirkte Sidka in 115 Bundesligaspielen der Bremer mit und erzielte dabei 17 Tore. In diesen Jahren erreichte er mit der Bremer Mannschaft 1983, 1985 und 1986 jeweils den zweiten Platz, 1984 erreichte das Team den fünften Platz.

Sein wohl bekanntestes Spiel ist das Rückspiel im UEFA-Pokal mit Werder Bremen am 3. Oktober 1984 gegen den RSC Anderlecht. Werder Bremen hatte das Hinspiel auswärts in Belgien 0:1 verloren. Sidka schoss zunächst beide Tore zur 2:0 Führung, die Werder Bremen gereicht hätte, um den Vergleich mit der belgischen Mannschaft zu gewinnen. Anschließend unterlief ihm jedoch ein Eigentor, wodurch sein Verein aus dem Wettbewerb ausschied. Anderlecht qualifizierte sich bei gleicher Tordifferenz aufgrund der Auswärtstorregel für die nächste Runde.

Insgesamt wirkte Wolfgang Sidka in 333 Bundesligaspielen mit und erzielte 44 Treffer.

Trainer Bearbeiten

Seit 1987 arbeitet Sidka als Trainer. In Deutschland trainierte er zunächst Tennis Borussia Berlin (1987/88, 1993/94 mit dem DFB-Pokalhalbfinale) und VfB Oldenburg (1989–1993), den er sensationell von der Oberliga Nord in die 2. Bundesliga und dann gar auf Bundesliga-Kurs führte, und den Aufstieg nur um einen Treffer und Punkt verpasste. Zahlreiche Spiele dieser Zeit bestritt Sidka als Spielertrainer selbst. Danach ging er zu Arminia Bielefeld (1994) und zum FC Oberneuland (1995–1997) mit Ligaaufstieg. 1997 glückte ihm die Rückkehr zu Werder Bremen, diesmal als Trainer. Zuerst als Co- und dann ab August 1997 als Cheftrainer in der 1. Bundesliga. Er war der erste Trainer seit Otto Rehhagel, der den SV Werder im Sommer 1998 wieder in den Europacup führte. Auf dem internationalen Parkett kam dann im Spätherbst 1998 Sidkas Aus bei Werder, obwohl man gegen Frankreichs Starensemble Olympique Marseille mit drei Weltmeistern ein erstaunliches 1:1 erzielte. Doch weil Werder in der Bundesliga nach acht Spieltagen und einer Verletzungsmisere plötzlich Letzter war, musste Sidka bei Werder gehen. Der zehn Tage zuvor von Sidka in Brasilien entdeckte Aílton war dann quasi sein Abschiedsgeschenk an Werder. Danach führte er den VfL Osnabrück in der Saison 1999/2000 an die Tabellenspitze.

Nach 155 Spielen als Trainer in den hiesigen Bundesligen startete Sidka im Jahre 2000 seine Auslandskarriere im arabischen Raum. Er übernahm das Amt des Nationaltrainers von Bahrain auf dem FIFA-Weltranglistenplatz 138. Er führte Bahrain 2002 zur arabischen Vizemeisterschaft und rückte bei der Wahl zu Asiens Trainers des Jahres auf Platz 3 vor. Von 2003 bis 2005 betreute er in Katar die Vereinsmannschaft von Al-Arabi mit Weltstars wie Stefan Effenberg und Gabriel Batistuta. 2004 wurde er in Katar zum Trainer des Jahres gewählt. 2005 kehrte Sidka, parallel zu seiner Arbeit als Vereinstrainer, als Nationaltrainer nach Bahrain zurück. Doch kurz nach dem Aus in der direkten WM-Qualifikation trennten sich die Wege – immerhin nach einem Sprung auf den Weltranglistenplatz 50. Ohne ihn verpasste Bahrain dann aber auch das Last-Minute-Ticket für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gegen Trinidad-Tobago.

Vom 6. April 2006 bis zum 30. Juni 2006 arbeitete Sidka als Trainer des MSV Neuruppin.

Von Dezember 2006 bis zum Juni 2007 trainierte er in Katar das Spitzenteam von Al-Gharafa, mit dem er im Mai 2007 Vizemeister und Pokalfinalist wurde.

In seiner Heimat unterstützt er seit September 2007 den Berliner Sport-Club. Er half auch als Trainer aus, um dann seinen ehemaligen Co-Trainer Edmund Stöhr zu installieren.

Seit November 2008 trainierte Sidka wieder in Bremen. Beim Regionalligisten FC Oberneuland übernahm er das Traineramt des zuvor beurlaubten Mike Barten (der dann als Co-Trainer von Dieter Eilts zu Hansa Rostock wechselte). Im Januar 2009 beendete Sidka jedoch sein Engagement in Oberneuland bereits wieder, weil er in diesem Aktionsfeld seine professionellen Werte nicht durchsetzen konnte.

Am 9. August 2010 unterschrieb Sidka einen Vertrag beim irakischen Fußballverband. Er übernimmt die Nationalmannschaft des Landes mit einem Jahr Vertrag und 500.000 Dollar Gehalt.[2]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Sidkas Einsätze 1972
  2. Patrick Krull: Im wilden Kurdistan. Welt am Sonntag. 2010-12-26. Abgerufen im 2011-01-04.


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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