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Bundesarchiv Bild 183-1988-0403-002, Radrennen, Gus-Erik Schur, Wolfgang Lötzsch

Wolfgang Lötzsch (rechts) im Gespräch mit Gus-Erik Schur am 3. April 1988 vor dem Start des Straßenrennens Berlin-Leipzig

Wolfgang Lötzsch (* 18. Dezember 1952 in Chemnitz) ist ein ehemaliger deutscher Radrennfahrer.

Schon in früher Jugend galt Lötzsch als eines der größten Radsport-Talente der DDR. Aufgrund politischer Bedenken der DDR-Sportfunktionäre wurde Lötzsch 1972 jedoch aus dem SC Karl-Marx-Stadt „ausdelegiert“. Gründe hierfür waren wohl insbesondere seine Kontakte zu Westverwandten - sein Cousin Dieter Wiedemann hatte sich 1964 in den Westen abgesetzt - sowie seine Weigerung, in die SED einzutreten. Dies bedeutete die faktische Rückstufung zum Hobby-Sportler: Lötzsch wurde aus dem staatlichen Fördersystem ausgeschlossen. Er startete für verschiedene Betriebssportgemeinschaften (Aufbau Centrum Leipzig, Wismut Karl-Marx-Stadt, Motor Ascota Karl-Marx-Stadt) an bestimmten Rennen innerhalb der DDR (Ausschreibungskategorie „DDR-offen“). Wichtige internationale Rennen wie die Friedensfahrt oder die Straßenrad-WM blieben ihm dagegen versperrt. 1976 wurde er wegen „Staatsverleumdung“ zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt und war bis 1979 für Radrennen gesperrt. 1985 trat er doch noch der SED bei.

Zweifellos gehörte Wolfgang Lötzsch während der 1970er und 1980er Jahre zu den besten Radsportlern der DDR. Im für ihn zugelassenen Amateurbereich der BSG-Sportler dominierte Lötzsch während dieser Zeit nach Belieben und gewann rund 30 Mal die „DDR-Bestenermittlung“ (Meisterschaft für BSG-Sportler) auf Bahn und Straße. Bei seinen wenigen Teilnahmen an prominenteren Rennen konnte Lötzsch einige wichtige Erfolge feiern. 1974 und 1983 gewann er den Klassiker Rund um Berlin, 1973, 1974 und 1986 den Tribüne-Bergpreis sowie 1986 das damals weltlängste Amateurradrennen Prag - Karlsbad - Prag (250 km). Auf der Bahn wurde er 1973 und 1974 DDR-Meister in der 4000-m-Verfolgung. Noch 1986 holte er hinter Olaf Ludwig und Uwe Ampler Bronze bei der DDR-Straßenmeisterschaft.

In den Jahren 1990 bis 1992 war er durch Vermittlung von Rudi Altig für den Hannoverschen RC in der Rad-Bundesliga aktiv und gewann 1990 mit diesem Verein im 100-km-Straßenvierer die Deutsche Meisterschaft. Sein letztes Rennen bestritt Lötzsch im Alter von 42 Jahren 1995 in Chemnitz, in diesem errang er den 550. Sieg seiner Karriere.

1995 wurde Lötzsch von Bundespräsident Roman Herzog das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Anstellungen in Zeitfolge:

  • Chemnitzer Polizeisportverein (CPSV), als Trainer in der Sektion Radsport
  • Team Nürnberger, als Mechaniker
  • Team Gerolsteiner, als Mechaniker
  • Bis Januar 2008 arbeitete Lötzsch als Mechaniker beim Team Milram.

Literatur und FilmBearbeiten

Weblinks Bearbeiten

nl:Wolfgang Lötzsch

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