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Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V.
Zweck: Förderung von Bildung und Unternehmertum in Deutschland
Vorsitz: Lilian Knobel (Vorstandsvorsitzende)
Gründungsdatum: Januar 2005
Mitgliederzahl: rund 140 Unternehmen und unternehmensnahe Stiftungen
Sitz: Ludwigshafen am Rhein
Website: wissensfabrik.de

Die Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V. mit Sitz in Ludwigshafen ist ein Zusammenschluss von rund 140 Unternehmen und unternehmensnahen Stiftungen, „die den Standort Deutschland stärken und öffentliche Impulse setzen wollen.“[1] Als gemeinnütziger Verein engagiert sich die Wissensfabrik in Bildungsprojekten und unterstützt Existenzgründer und Jungunternehmer.

Ziele Bearbeiten

Ziel des Vereins ist es, „gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Akteuren den Standort Deutschland zukunftsfähiger und die junge Generation fit für die Herausforderungen der Wissensgesellschaft zu machen.“[2]

Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen konkrete Projekte in den Bereichen Bildung und Unternehmertum.[3] Einen Schwerpunkt bildet die frühkindliche Bildung, also die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Grundschulen bei der Vermittlung von Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaft. Ebenso gehören Aktionen zur Berufsorientierung in weiterführenden Schulen und Hochschulkooperationen zum Bildungsportfolio der Wissensfabrik. Zudem unterstützt die Wissensfabrik junge Unternehmer im Rahmen eines Mentorenprogramms bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Gemeinsam mit dem Handelsblatt und UnternehmerTUM veranstaltet die Wissensfabrik einmal im Jahr den Gründerwettbewerb Weconomy.[4]

Die Wissensfabrik versteht sich als Mitmacher-Initiative, die einen spürbaren Beitrag für den Bildungs- und Unternehmensstandort Deutschland leisten möchte.[5] Der Satzungszweck[6] soll insbesondere verwirklicht werden durch:

  • Stärkung und Förderung der nationalen Zusammenarbeit und Netzwerkbildung von Persönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen, Politik und wissenschaftlichen Einrichtungen zur Stärkung des Standorts Deutschland
  • Durchführung von Seminaren von in der Regel interdisziplinär angelegten Lehrprojekten im vorwettbewerblichen Bereich
  • Förderung von Existenzgründungen und unternehmerischen Kompetenzen an Hochschulen und im Bildungsbereich
  • Würdigung herausragender Engagements im Bereich der Lehre, Forschung und Entwicklung
  • Übernahme von Projekten in den Bereichen Lehre, Forschung und Entwicklung; Einwerbung von zusätzlichen Mitteln bei Wirtschaft, Verwaltung und sonstigen Institutionen für die Förderung und Durchführung von Lehr- und Forschungsvorhaben
  • Monitoring und Evaluation von Lern- und Trainingskonzepten sowie entsprechender Programme
  • Förderung der Zusammenarbeit in Lehre und Forschung im Bereich Entrepreneurship und Human Resource Development.

Geschichte Bearbeiten

2005 haben die Unternehmen BASF, Robert Bosch GmbH, Fischer, Follmann, KSB Aktiengesellschaft, ThyssenKrupp, Trumpf, Voith und Wall die Wissensfabrik als gemeinnützigen Verein gegründet. Unter den Gründern waren unter anderem Jürgen Hambrecht, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der BASF, Franz Fehrenbach, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Robert Bosch GmbH, Berthold Leibinger, ehemaliger Trumpf-Aufsichtsratsvorsitzender und Fischer-Chef Klaus Fischer.[5]

Heute umfasst das Netzwerk rund 140 Unternehmen und unternehmensnahe Stiftungen, darunter BASF, Robert Bosch GmbH, Fischer, Siemens, Festo Didactic, Trumpf und Voith sowie die Unternehmensberatungen A.T. Kearney und Roland Berger.[7][8]

Am 4. Oktober 2006 verlieh der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler das Bundesverdienstkreuz an den Mitgründer Berthold Leibinger: „Mit der Berthold Leibinger Stiftung wie auch privat fördert er seit vielen Jahren wissenschaftliche, kulturelle, soziale und kirchliche Einrichtungen. Er und andere dem Gemeinwohl verpflichtete Unternehmer haben im vergangenen Jahr die vielbeachtete Initiative «Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland» ins Leben gerufen, die den Standort Deutschland in einer globalen Welt zukunftsfähig machen will.“[9]

Im April 2007 übernahm Bundespräsident Horst Köhler nach einem Appell an die Wirtschaft, sich stärker sozial zu engagieren, die Schirmherrschaft der „Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V.“ und behielt sie bis zu seinem Rücktritt inne. In einem Interview des Wochenmagazins Focus sagte Köhler dazu[10]: „Ich möchte den deutschen Unternehmern sagen: Unterschätzt nicht die soziale Dimension. Es reicht nicht mehr, sich nur um die Arbeitnehmer zu kümmern und ab dem Werkstor ist es wurscht.“ Zur Beteiligung von Unternehmen am sozialen Engagement sähe Köhler eine Fülle von Möglichkeiten. Das Magazin schrieb dazu: „Der Bundespräsident denkt beispielsweise an die Ausstattung von Schulen mit Computern, die Renovierung von Klassenräumen oder die Unternehmer-Initiative «Wissensfabrik», die in Schulen erklärt, was Wirtschaft ausmacht.“

Auf Initiative des Vereins entstanden seit der Gründung der Wissensfabrik 2005 mehr als 3.000 Kooperationen zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen, bei denen technische und naturwissenschaftliche Inhalte im Vordergrund stehen. Die Organisation will dabei nicht Geld, sondern Know-how und betriebliche Praxis an die Schulen bringen.[11]

Organisation Bearbeiten

Die Wissensfabrik ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Ludwigshafen. Gesteuert wird der Verein durch die Organe Lenkungskreis, Mitgliederversammlung und Vorstand.[12]

Der Lenkungskreis berät, bestellt und überwacht den Vorstand und entscheidet über die strategische Ausrichtung des Vereins. Er setzt sich zusammen aus den Gründungsmitgliedern der Wissensfabrik, gewählten Vertretern der Mitgliederversammlung sowie Personen, die durch den Lenkungskreis selbst bestellt wurden.[13] Die Mitglieder des Lenkungskreises der Wissensfabrik sind: Michael Heinz[14], Lenkungskreisvorsitzender (BASF), Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, stellvertretende Lenkungskreisvorsitzende (Trumpf), Christoph Kübel (Bosch), Ulrich Dietz (GFT), Marc-Sven Mengis (fischerwerke), Dr. Stephan Bross (KSB), Dr. Toralf Haag (Voith), Hermann Reichenecker (Storopack), Dr. Dirk Stenkamp (TÜV Nord), Dr. Nathalie von Siemens (Siemens Stiftung), Karin Winkler (Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung) Prof. Burkhard Schwenker[15] (Roland Berger), Dr. Daniel Holz (SAP Deutschland) und Sabine Bendiek (Microsoft Deutschland).[16]

Vorstandsvorsitzende ist seit 2018 Lilian Knobel (BASF). Ihr Stellvertreter ist Christian Greger (Trumpf). Weitere Vorstandsmitglieder sind Siegfried Czock (Bosch) und Claudia Guterl (BASF).[17]

Die Geschäftsstelle koordiniert die gemeinsame Arbeit, ist Ansprechpartner für die Presse und wirkt als Schnittstelle für den Wissensaustausch unter den Mitgliedern und Partnern. Die Geschäftsstelle wird durch den Vorstandsvorsitzenden geleitet. Mitgliedsunternehmen delegieren Mitarbeiter in das Team der Geschäftsstelle.[18]

Die drei thematischen Arbeitskreise zu Bildung, Unternehmertum und Öffentlichkeitsarbeit bestehen aus Vertretern der Mitgliedsunternehmen und sorgen unter anderem für eine Weiterentwicklung der inhaltlichen Arbeit, ein Monitoring der Ziele sowie die Integration neuer Mitglieder.[19]

Zielgruppen Bearbeiten

Jungunternehmer Bearbeiten

Mit Hilfe des Mentorenprogramms[20] will die Wissensfabrik eingehende Anfragen von Gründungswilligen steuern und jungen Unternehmern Ansprechpartner vor Ort vermitteln. Durch das Netzwerk der Wissensfabrik wird es den Mentees möglich, auf die gesamte Expertise der Unternehmen aus den verschiedenen Branchen zurückzugreifen. Außerdem hat die Wissensfabrik noch weitere Projekte, um junge Gründer in Deutschland zu unterstützen und zu fördern. Hierzu zählen der Gründerwettbewerb Weconomy,[21][22] der gemeinsam mit UnternehmerTUM und Handelsblatt veranstaltet wird sowie die Initiative Student2Start-up.[23] In diesem Zusammenhang ist die Wissensfabrik auch Mitglied im Initiativkreis des BMWI-Projekts „Unternehmergeist in die Schulen“.[24]

Bildungseinrichtungen Bearbeiten

Über „Bildungspartnerschaften“ zwischen Mitgliedsunternehmen mit Kindertagesstätten und Schulen soll eine Wirtschaftsausbildung auf einer kindlichen Entwicklungsstufe erfolgen, in der eigene Kritikfähigkeit noch nicht ausgeprägt sind und Normen leicht eingeprägt[25] werden können: „Je früher die Weichen für späteres Wissen gestellt werden, desto besser“. Die Spanne reicht von der Sprachförderung im Vorschulalter über Aktionen zur Berufsorientierung in weiterführenden Schulen bis zu Hochschulkooperationen. Den Arbeitsschwerpunkt bilden Projekte in Kindergärten und Grundschulen unter Einbeziehung der Eltern.[26]

Projektarbeit Bearbeiten

Die Wissensfabrik versteht sich als offene Plattform für alle Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Initiativen, die Wissen fördern und teilen wollen. Partner, Experten sowie Mitgliedsunternehmen bringen gelungene Projekte in die Wissensfabrik mit ein. Aus diesem Projektpool entwickelt die Wissensfabrik gemeinsam mit wissenschaftlichen Institutionen praxisbewährte Bildungsprojekte, die dann jedem Mitgliedsunternehmen zur Verfügung stehen. Derzeit gibt es elf solcher sogenannten Leuchtturmprojekte:[27]

  • KIEWIS – Kinder entdecken Wirtschaft
  • KiTec – Kinder entdecken Technik
  • NaWi – geht das?
  • ProFi – das Unternehmensplanspiel für die Grundschule
  • Erzählwerkstatt
  • KidsKaufladen
  • Vom Klein-Sein zum Einstein
  • School2Start-up – Schüler entdecken Wirtschaft
  • School2Start-up kids – Schüler entdecken Wirtschaft
  • Power4School – Schüler entdecken Energie
  • IT2School – Gemeinsam IT entdecken

Neben den Bildungsprojekten umfasst das Portfolio auch drei Projekte für Studenten und Start-ups:[28]

  • Mentorenprogramm
  • Gründerwettbewerb Weconomy
  • Student2Start-up

Für das Technikprojekt "KiTec - Kinder entdecken Technik" trägt die Wissensfabrik das Wirkt-Siegel des unabhängigen Beratungshauses Phineo.[29]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. http://www.wissensfabrik.de/, 04. September 2018
  2. https://www.wissensfabrik.de 04. September 2018
  3. https://www.wissensfabrik.de/die-wissensfabrik/was-wir-tun/, 04. September 2018
  4. www.wissensfabrik.de/weconomy
  5. 5,0 5,1 https://www.wissensfabrik.de
  6. Vereinssatzung, 2013 , 04. September 2018
  7. Bayerischer Rundfunk: Doppelstunde in der Montagehalle (Memento vom 17. Juni 2006 im Internet Archive), br-online.de, 18. Mai 2006.
  8. welt.de, 27. August 2006
  9. https://www.wissensfabrik.de/, 04.September 2018
  10. Focus, 18. März 2007
  11. br-online.de (Memento vom 17. Juni 2006 im Internet Archive), 18. Mai 2006
  12. https://www.wissensfabrik.de/, 04.September 2018
  13. https://www.wissensfabrik.de/, 04. September 2018
  14.  Bernd Freytag, Ludwigshafen: Länder vs. Bund: Blockade des Digitalpakts bringt Unternehmen auf die Palme. ISSN 0174-4909 (https://www.faz.net/1.5928496).
  15.  Stephan Knieps: Unternehmensberater: Wie geht’s eigentlich Burkhard Schwenker?. 2018-10-05 (https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article181779334/Unternehmensberater-Wie-geht-s-eigentlich-Burkhard-Schwenker.html).
  16. Wissensfabrik. Abgerufen am 11. September 2018.
  17. Wissensfabrik. Abgerufen am 11. September 2018.
  18. https://www.wissensfabrik.de , 04.September 2018
  19. https://www.wissensfabrik.de/, 04. September 2018
  20. https://www.wissensfabrik.de/, 04.September 2018
  21. Website Weconomy
  22. Weconomy-Award: Wo Gründer plötzlich Topmanager inspirieren. Abgerufen am 20. Mai 2019.
  23. https://www.wissensfabrik.de, 04. September 2018
  24. Unternehmergeist in die Schulen: Initiatoren. Abgerufen am 29. April 2014.
  25. „Das Gehirn des modernen Menschen ist ökonomisch verseucht.“ Hermann Broch: Massenwahntheorie, 1939 bis 1948, ISBN 3-518-02504-X; insbes. 3. Teil, Kapitel 5.8 „Totalwirtschaft und Totalversklavung“
  26. https://www.wissensfabrik.de/, 04. September 2018
  27. https://www.wissensfabrik.de/, 04. September 2018
  28. https://www.wissensfabrik.de/, 04. September 2018
  29. KiTec - Kinder entdecken Technik - Details - PHINEO. Abgerufen am 2. Juli 2018.


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