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Walther Bensemann

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Seine pazifistische und grenzüberschreitende Sportidee, der Beitrag zur internationalen Verständigung durch Sportbegegnungen, war Bensemanns wichtigstes Leitbild. Als er es durch nationalistische Tendenzen gefährdet sah, schrieb er in der Ausgabe 16/1923 des ''Kicker'': „Der Hass gegen Deutschland […] entspringt einer Antipathie gegen schulmeisterliche Belehrungen.“ Einen publizistischen Widerpart zu Bensemann bildete deshalb ab 1925 neben Linnemann vor allem [[Guido von Mengden]], der Schriftleiter des westdeutschen Verbandsorgans ''Fußball und Leichtathletik'' (FuL), das einen deutschnationalen Kurs propagierte.
 
Seine pazifistische und grenzüberschreitende Sportidee, der Beitrag zur internationalen Verständigung durch Sportbegegnungen, war Bensemanns wichtigstes Leitbild. Als er es durch nationalistische Tendenzen gefährdet sah, schrieb er in der Ausgabe 16/1923 des ''Kicker'': „Der Hass gegen Deutschland […] entspringt einer Antipathie gegen schulmeisterliche Belehrungen.“ Einen publizistischen Widerpart zu Bensemann bildete deshalb ab 1925 neben Linnemann vor allem [[Guido von Mengden]], der Schriftleiter des westdeutschen Verbandsorgans ''Fußball und Leichtathletik'' (FuL), das einen deutschnationalen Kurs propagierte.
   
Bensemanns Kritik verschärfte sich, nachdem der DFB auf seiner Verbandstagung in Hannover 1925 beschlossen hatte, Begegnungen mit Profiteams aus der Tschechoslowakei, Ungarn und Österreich, die die damals stärksten Fußballmannschaften des Kontinents stellten, zu verbieten, um das Amateurideal hochzuhalten. Bensemann lehnte die Einführung des Profitums in Deutschland zwar ebenfalls ab, aber mehr aus pragmatischen Erwägungen denn aus ideologischen Gründen: Er befürchtete, dass die Vereine der Einführung des Profitums im Nachkriegsdeutschland wirtschaftlich nicht gewachsen wären. Den Verzicht auf die internationalen Begegnungen bezeichnete er dennoch als ungeheuerlich, taktlos und überheblich. Er selbst war während seiner Tätigkeit als ''Kicker''-Herausgeber ständig um die Organisation internationaler Begegnungen und Initiativen bemüht. Er vermittelte englische Trainer zu deutschen Vereinen, organisierte internationale Fußballspiele auf Vereinsebene und stiftete einen „Friedenspokal“ für das erste Spiel zwischen einer deutschen Mannschaft und einer aus dem mittlerweile wieder zu Frankreich gehörenden Elsass.
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Bensemanns Kritik verschärfte sich, nachdem der DFB auf seiner Verbandstagung in Hannover 1925 beschlossen hatte, Begegnungen mit Profiteams aus der Tschechoslowakei, Ungarn und Österreich, die die damals stärksten Fußballmannschaften des Kontinents stellten, zu verbieten, um das Amateurideal hochzuhalten. Bensemann lehnte die Einführung des Profitums in Deutschland zwar ebenfalls ab, aber mehr aus pragmatischen Erwägungen denn aus ideologischen Gründen: Er befürchtete, dass die Vereine der Einführung des Profitums im Nachkriegsdeutschland wirtschaftlich nicht gewachsen wären. Den Verzicht auf die internationalen Begegnungen bezeichnete er dennoch als ungeheuerlich, taktlos und überheblich. Er selbst war während seiner Tätigkeit als „Kicker“-Herausgeber ständig um die Organisation internationaler Begegnungen und Initiativen bemüht. Er vermittelte englische Trainer zu deutschen Vereinen, organisierte internationale Fußballspiele auf Vereinsebene und stiftete einen „Friedenspokal“ für das erste Spiel zwischen einer deutschen Mannschaft und einer aus dem mittlerweile wieder zu Frankreich gehörenden Elsass.
   
 
=== Emigration und Tod ===
 
=== Emigration und Tod ===
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