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Walther Bensemann

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=== Bensemann als Publizist und Journalist ===
 
=== Bensemann als Publizist und Journalist ===
 
==== Veröffentlichungen vor 1920 ====
 
==== Veröffentlichungen vor 1920 ====
Bensemann hatte schon in den 1890er Jahren gelegentlich Artikel und Berichte für Tageszeitungen und die – in dieser Zeit noch raren und oft kurzlebigen – Sportzeitschriften geschrieben. Anfängliche Bemühungen, seine fußballerischen Pioniertaten in der Lokalpresse veröffentlicht zu sehen, waren wenig erfolgreich: Als er etwa seine Karlsruher Kickers hochtrabend zur „Meistermannschaft des Kontinents“ erklärt hatte, war dies der ''Badischen Presse'' vom 4. April 1894 nur eine Kurzmeldung wert: „Der Footballclub Kickers in Karlsruhe gewann bei dem Fußballwettkampf die Kontinentalmeisterschaft.“<ref>Zitiert nach Beyer, ''Der König aller Sports'', S. 14.</ref> Bensemann ließ sich davon nicht entmutigen und versuchte weiter, die Presse für seine Ziele propagandistisch zu nutzen. Für die Fachzeitschrift ''Spiel und Sport'' warb er ab 1894 regelmäßig für die Idee internationaler Begegnungen und meldete sich hierin 1898/99 auch im Streit um die „Ur-Länderspiele“ in Paris und gegen England zu Wort. Auch ein Beitrag Anfang Januar 1896 in der ''[[Frankfurter Zeitung]]'', der sich für die Teilnahme an den Olympischen Spielen aussprach, wird ihm zugeschrieben.<ref>Die Urheberschaft wurde mit „Fußballklub Karlsruher Kickers“ angegeben, Inhalt und Diktion weisen eindeutig auf Bensemann hin.</ref> Nach 1900, als Bensemann in England lebte, schrieb er anlässlich von Kurzbesuchen in Deutschland hin und wieder Spielberichte, die in der süddeutschen ''Illustrierten Sportzeitung'' abgedruckt wurden. 1909 erschien dort ein Artikel Bensemanns über die deutsch-englischen Fußballbeziehungen, 1910 wurde im Schweizer ''Sport'' ein Beitrag über die soziale Rolle des Fußballs in England veröffentlicht.
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Bensemann hatte schon in den 1890er Jahren gelegentlich Artikel und Berichte für Tageszeitungen und die – in dieser Zeit noch raren und oft kurzlebigen – Sportzeitschriften geschrieben. Anfängliche Bemühungen, seine fußballerischen Pioniertaten in der Lokalpresse veröffentlicht zu sehen, waren wenig erfolgreich: Als er etwa seine „Karlsruher Kickers“ hochtrabend zur „Meistermannschaft des Kontinents“ erklärt hatte, war dies der Badischen Presse vom 4. April 1894 nur eine Kurzmeldung wert: „Der Footballclub Kickers in Karlsruhe gewann bei dem Fußballwettkampf die Kontinentalmeisterschaft.“<ref>Zitiert nach Beyer, ''Der König aller Sports'', S. 14.</ref> Bensemann ließ sich davon nicht entmutigen und versuchte weiter, die Presse für seine Ziele propagandistisch zu nutzen. Für die Fachzeitschrift „Spiel und Sport“ warb er ab 1894 regelmäßig für die Idee internationaler Begegnungen und meldete sich hierin 1898/99 auch im Streit um die „Ur-Länderspiele“ in Paris und gegen England zu Wort. Auch ein Beitrag Anfang Januar 1896 in der [[Frankfurter Zeitung]], der sich für die Teilnahme an den Olympischen Spielen aussprach, wird ihm zugeschrieben.<ref>Die Urheberschaft wurde mit „Fußballklub Karlsruher Kickers“ angegeben, Inhalt und Diktion weisen eindeutig auf Bensemann hin.</ref> Nach 1900, als Bensemann in England lebte, schrieb er anlässlich von Kurzbesuchen in Deutschland hin und wieder Spielberichte, die in der süddeutschen „Illustrierten Sportzeitung“ abgedruckt wurden. 1909 erschien dort ein Artikel Bensemanns über die deutsch-englischen Fußballbeziehungen, 1910 wurde im Schweizer „Sport“ ein Beitrag über die soziale Rolle des Fußballs in England veröffentlicht.
   
 
Demnach hatte Bensemann offensichtlich bereits Gefallen an der journalistischen Tätigkeit gefunden, bevor er im Sommer 1919, nach dem Ende der Räterepublik, nach München zog und Anfang März 1920 in die Redaktion der Sportzeitung ''Fußball'' eintrat, die seit 1911 von [[Eugen Seybold]] herausgegeben wurde. Diese Zeitschrift, die wie der bereits seit 1902 bestehende Berliner ''Rasensport'' gleichzeitig als Verbandsorgan fungierte, war eines der ersten beiden Fußballfachblätter, die sich wirtschaftlich trugen und auf Dauer etablieren konnten.<ref name="HandbuchSportjournalistik">Erik Eggers: ''Die Geschichte der Sportpublizistik in Deutschland. Teil I: Von der Turnpresse im 19. Jahrhundert bis zur gleichgeschalteten Sportpresse im „Dritten Reich“.'' In: Thomas Schierl (Hrsg.): ''Handbuch Medien, Kommunikation und Sport.'' Hofmann, Schorndorf 2007, ISBN 978-3-7780-4590-9, S. 10–24.</ref> Schon nach wenigen Wochen stellte sich heraus, dass die Zusammenarbeit zwischen Bensemann und Seybold nicht funktionierte, so dass sich deren Wege schon bald wieder trennten.
 
Demnach hatte Bensemann offensichtlich bereits Gefallen an der journalistischen Tätigkeit gefunden, bevor er im Sommer 1919, nach dem Ende der Räterepublik, nach München zog und Anfang März 1920 in die Redaktion der Sportzeitung ''Fußball'' eintrat, die seit 1911 von [[Eugen Seybold]] herausgegeben wurde. Diese Zeitschrift, die wie der bereits seit 1902 bestehende Berliner ''Rasensport'' gleichzeitig als Verbandsorgan fungierte, war eines der ersten beiden Fußballfachblätter, die sich wirtschaftlich trugen und auf Dauer etablieren konnten.<ref name="HandbuchSportjournalistik">Erik Eggers: ''Die Geschichte der Sportpublizistik in Deutschland. Teil I: Von der Turnpresse im 19. Jahrhundert bis zur gleichgeschalteten Sportpresse im „Dritten Reich“.'' In: Thomas Schierl (Hrsg.): ''Handbuch Medien, Kommunikation und Sport.'' Hofmann, Schorndorf 2007, ISBN 978-3-7780-4590-9, S. 10–24.</ref> Schon nach wenigen Wochen stellte sich heraus, dass die Zusammenarbeit zwischen Bensemann und Seybold nicht funktionierte, so dass sich deren Wege schon bald wieder trennten.
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