VereinsWiki

Bearbeiten von

Walther Bensemann

1
  • Die Bearbeitung kann rückgängig gemacht werden. Bitte prüfe den Vergleich unten um sicherzustellen, dass du dies tun möchtest, und speichere dann unten deine Änderungen, um die Bearbeitung rü…
Aktuelle Version Dein Text
Zeile 13: Zeile 13:
 
Vermutlich im Alter von etwa 10 Jahren, also um 1883, besuchte er eine (wahrscheinlich englische) Privatschule in [[Montreux]] in der [[Schweiz]]. Hier kam er erstmals mit der aus England stammenden Sportart Fußball in Kontakt. Die Schweiz war neben den Niederlanden und Dänemark eines der ersten Länder in Kontinental-Europa, in denen sich der Fußball verbreitete. Insbesondere der französischsprachige Teil des Landes wurde von zahlreichen britischen Pensionären, Geschäftsleuten und Internatsschülern bevölkert. Letztere waren es auch, die bereits Ende der 1850er Jahre die britischen Sportarten Cricket, Rugby- und Association-Football bekannt machten. Walther Bensemann kam daher schon bald mit diesen Sportarten in Berührung. Als 14-Jähriger, im Jahr 1887, gründete er gemeinsam mit Mitschülern einen Fußballverein, den ''Footballclub Montreux'', als dessen „Sekretär“ er sich bezeichnete. Dieser Verein bestand auch nach Bensemanns Weggang weiter. Er fusionierte 1904 mit dem FC Narcisse zum FC Montreux-Narcisse, nach weiteren Fusionen hieß der Verein ab 1920 [[FC Montreux-Sports|Montreux-Sports]].
 
Vermutlich im Alter von etwa 10 Jahren, also um 1883, besuchte er eine (wahrscheinlich englische) Privatschule in [[Montreux]] in der [[Schweiz]]. Hier kam er erstmals mit der aus England stammenden Sportart Fußball in Kontakt. Die Schweiz war neben den Niederlanden und Dänemark eines der ersten Länder in Kontinental-Europa, in denen sich der Fußball verbreitete. Insbesondere der französischsprachige Teil des Landes wurde von zahlreichen britischen Pensionären, Geschäftsleuten und Internatsschülern bevölkert. Letztere waren es auch, die bereits Ende der 1850er Jahre die britischen Sportarten Cricket, Rugby- und Association-Football bekannt machten. Walther Bensemann kam daher schon bald mit diesen Sportarten in Berührung. Als 14-Jähriger, im Jahr 1887, gründete er gemeinsam mit Mitschülern einen Fußballverein, den ''Footballclub Montreux'', als dessen „Sekretär“ er sich bezeichnete. Dieser Verein bestand auch nach Bensemanns Weggang weiter. Er fusionierte 1904 mit dem FC Narcisse zum FC Montreux-Narcisse, nach weiteren Fusionen hieß der Verein ab 1920 [[FC Montreux-Sports|Montreux-Sports]].
   
Wahrscheinlich im Herbst 1889 siedelten seine Eltern nach [[Karlsruhe]] über, und Walther Bensemann war dort Schüler am Großherzoglichen Lyzeum, dem heutigen [[Bismarck-Gymnasium Karlsruhe|Bismarck-Gymnasium]]. Über die Gründe und den genauen Zeitpunkt des Umzugs ist nichts bekannt. Laut Abiturzeugnis wurde er im September 1889 in die Unterprima des Karlsruher Gymnasiums eingeschult. Er begann sogleich seine Mitschüler für den hier noch nahezu unbekannten Fußball zu begeistern. Über die dortige sportliche Situation schrieb Bensemann später am 21. September 1929 in einem Artikel in der ''Badischen Presse'': „Vor 40 Jahren war der Rasensport in Karlsruhe noch etwas Unbekanntes. Es gab weder Fußball noch Hockey noch Leichtathletik. Der einzige Sport, der um diese Zeit betrieben wurde, war das Schwimmen in Maxau oder der Militärschwimmschule.“<ref>Zitiert nach Beyer: ''Der Mann, der den Fußball nach Deutschland brachte'', Göttingen 2003, S. 472.</ref> Noch im September 1889 gründete er den ''International Football Club'' (IFC), den ersten Verein in Süddeutschland, der nach „Association“-Regeln spielte. Bensemann erinnerte sich später an diese Gründung:
+
Wahrscheinlich im Herbst 1889 siedelten seine Eltern nach [[Karlsruhe]] über, und Walther Bensemann war dort Schüler am Großherzoglichen Lyzeum, dem heutigen [[Bismarck-Gymnasium Karlsruhe|Bismarck-Gymnasium]]. Über die Gründe und den genauen Zeitpunkt des Umzugs ist nichts bekannt. Laut Abiturzeugnis wurde er im September 1889 in die Unterprima des Karlsruher Gymnasiums eingeschult. Er begann sogleich seine Mitschüler für den hier noch nahezu unbekannten Fußball zu begeistern. Über die dortige sportliche Situation schrieb Bensemann später am 21. September 1929 in einem Artikel in der „Badischen Presse“: „Vor 40 Jahren war der Rasensport in Karlsruhe noch etwas Unbekanntes. Es gab weder Fußball noch Hockey noch Leichtathletik. Der einzige Sport, der um diese Zeit betrieben wurde, war das Schwimmen in Maxau oder der Militärschwimmschule.“<ref>Zitiert nach Beyer: ''Der Mann, der den Fußball nach Deutschland brachte'', Göttingen 2003, S. 472.</ref> Noch im September 1889 gründete er den ''International Football Club'' (IFC), den ersten Verein in Süddeutschland, der nach „Association“-Regeln spielte. Bensemann erinnerte sich später an diese Gründung:
 
:„Im September 1889 ließ ich aus der Schweiz einen Fußball kommen; der Ball wurde morgens vor der Schule aufgeblasen und in der 10-Uhr-Pause musste bereits ein Fenster des Gymnasiums daran glauben.&nbsp;[…] Direktor Wendt schickte uns auf den kleinen Exerzierplatz, Engländerplatz genannt. Hier hatten zwei Jahre zuvor einige Engländer sowie Gymnasiasten Rugby gespielt. Wenige Tage nach der Übersiedlung gründeten wir den 'Karlsruher Footballclub', der zuerst nur aus Pennälern bestand, dem aber in Kürze etwa 15 bis 20 Engländer beitraten.“<ref>Zitiert nach Josef Frey: ''90 Jahre Karlsruher Fußballverein.'' Festschrift des Karlsruher FV, Karlsruhe 1981, S. 7.</ref>
 
:„Im September 1889 ließ ich aus der Schweiz einen Fußball kommen; der Ball wurde morgens vor der Schule aufgeblasen und in der 10-Uhr-Pause musste bereits ein Fenster des Gymnasiums daran glauben.&nbsp;[…] Direktor Wendt schickte uns auf den kleinen Exerzierplatz, Engländerplatz genannt. Hier hatten zwei Jahre zuvor einige Engländer sowie Gymnasiasten Rugby gespielt. Wenige Tage nach der Übersiedlung gründeten wir den 'Karlsruher Footballclub', der zuerst nur aus Pennälern bestand, dem aber in Kürze etwa 15 bis 20 Engländer beitraten.“<ref>Zitiert nach Josef Frey: ''90 Jahre Karlsruher Fußballverein.'' Festschrift des Karlsruher FV, Karlsruhe 1981, S. 7.</ref>
   
  Lade Editor…