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Die Association valaisanne d’archéologie – Walliser Archäologische Gesellschaft (AVA-WAG) ist eine im September 2000 von 20 Spezialisten aus Archäologie und verwandten Gebieten gegründete Schweizer Gesellschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, das archäologische und bauliche Erbe des Wallis zu fördern und zu schützen, aber auch bekannt zu machen. Präsidentin der Gesellschaft, die ihren Sitz in Sitten hat, ist die Archäologin Claire Epiney-Nicoud, Vizepräsident der Historiker Pierre Dubuis.[1]

Ziele und Aktivitäten Bearbeiten

Die Bautätigkeit im Kanton Wallis gefährdet seit einigen Jahren archäologische Schätze, Denkmäler, Bauten und Landschaften.[2] Um das kulturelle Erbe des Kantons bekannter zu machen, organisiert die Walliser Archäologische Gesellschaft Konferenzen und Exkursionen, beteiligt sich in Zusammenarbeit mit dem Kanton Wallis an oder unterstützt Forschungs-, Veröffentlichungs- und Verbreitungsprojekte wie Ausstellungen und Symposien.[3]

Am 3. Dezember 2007 überreichte die Gesellschaft eine Petition mit 7026 Unterschriften gegen die Schliessung des 1976 gegründeten Kantonalen Archäologischen Museums in Sitten.[4] Anlässlich des 50. Jahrestages des Beginns der Entdeckung des Dolmen von Petit-Chasseur bei Sion im Jahr 1961 war die Gesellschaft eine der vier Gruppen, die die entsprechenden Veranstaltungen organisierten. Neben ihr waren die Beschicker des wissenschaftlichen Komitees die Repräsentanten der Kantonsarchäologie, dann die Walliser Museen sowie die Universität Genf.[5]

Projekt «Mémoire 21» Bearbeiten

2014 initiierte die Archäologische Gesellschaft Wallis das Projekt «Mémoire 21», das von vielen Organisationen mitgetragen wird. 2015 fand eine Veranstaltung zur desolaten Situation der Archäologie im Kanton statt. Im April 2016 präsentierten siebzig Experten Vorschläge für über dreissig Massnahmen, mit denen bedrohte Standorte gerettet und das historische Erbe aufgewertet werden soll.[6]

Im Rahmen des Projekts fand 2017 die Ausstellung Gezähmter Tod im Geschichtsmuseum Sitten statt, welche die Entwicklung des Glaubens und der Grabriten in der Region von Sitten über 7000 Jahre hinweg dokumentierte.[7]

Publikation Bearbeiten

  • Walliser Archäologische Gesellschaft AVA-WAG: Mémoire 21 Valais-Wallis. Das archäologische und bauliche Erbe des Wallis fördern und schützen. Aktuelle Herausforderungen und Massnahmenplan. Sitten 2017 (pdf)

Siehe auch Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Anmerkungen Bearbeiten

  1. Ciel, un squelette sous ma maison !, Le Régional, 5. November 2015.
  2. Bauboom setzt die Archäologie im Wallis unter Druck. Notgrabung um Notgrabung, NZZ, 6. Juni 2008
  3. Association Valaisanne d'Archéologie – Walliser Archäologische Gesellschaft, Kultur Wallis – Culture Vallais
  4. Schriftliche Anfrage vom 10. April 2008.
  5. Marie Besse, Philippe Curdy, Jocelyne Desideri, Alain Gallay, François Wiblé: 1961–2011: fifty years of discoveries and scientific studies around the site of Petit-Chasseur at Sion, in: M. Besse (Hrsg.): Around the Petit-Chasseur Site in Sion (Valais, Switzerland) and New Approaches to the Bell Beaker Culture. Sion (Switzerland) – 27th-30th October 2011, Archaeopress Archaeology, Oxford 2014, S. 9–13.
  6. Urs Gilgen: Damit das Walliser Kulturerbe nicht überbaut wird, SRF, 28. April 2016
  7. Sitten


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