Filmplakat „Aufbrüche“ 2019, Entwurf Tino Peisker
Vogtland 89 ist eine regionale Aufarbeitungsinitiative aus Plauen in Sachsen. Der Verein gehört zum Netzwerk der Aufarbeitungsinitiativen des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. [1]
7. Oktober 1989 in Plauen[]
Im Allgemeinen wird die Friedliche Revolution in der DDR stets mit zwei Ereignissen verbunden: der Leipziger Demonstration am 9. Oktober 1989 und der Großkundgebung in Berlin am 4. November. Tatsächlich zeigte aber Plauen im Vogtland bereits am 7. Oktober 1989 gegenüber der Staatsmacht Mut und Zivilcourage. Statt zum zentralen Volksfest gingen die Plauener fast geschlossen auf die Straße. Hier demonstrierten zwischen 15.000 und 20.000 Menschen friedlich für Reise- und Meinungsfreiheit in der DDR.[2]
Trotz massiver Bedrohungen, Wasserwerfer- und Hubschraubereinsatz, wichen die mutigen Bürger damals nicht zurück. Am Ende beugte sich in Plauen schließlich die Staatsmacht der Übermacht des Protests und zog sich zurück. Das war der erste friedliche Sieg der DDR-Bevölkerung im Herbst ’89 und ein Signal für viele Bürger in anderen Regionen der DDR. Das Ereignis vom 7. Oktober 1989 in Plauen war eine Initialzündung der Friedlichen Revolution in der DDR.[3]
Anders als in Leipzig und in Ost-Berlin wurde über die Ereignisse in Plauen aber kein Filmmaterial an westdeutsche Medien weitergegeben. Die Tragik an der Plauener Demonstration sei, dass es von ihr keine Bilder gab, sagt der Leiter des Berliner Forschungsverbundes SED-Staat, Klaus Schroeder.[4]
Gründung[]
Vogtland 89 ist eine Geschichts- und Aufarbeitungsinitiative mit Sitz in Plauen. Die Initiative wurde im November 2017 von Manfred Sörgel, Dirk Heinze, Gerd Naumann, Eckard Scharf und Rolf Schwanitz gegründet. Die Gründer eint die Überzeugung, dass insbesondere die Erinnerung an die Ereignisse der Friedlichen Revolution im Vogtland sowie der damit verbundenen Themen als wichtiger Teil der Demokratiegeschichte unseres Landes bewahrt und intensiviert werden muss.[5] Hier liegt auch das wichtigste thematische Feld der Initiative Vogtland 89, die seit 2018 ein eingetragener, gemeinnütziger Verein ist.
Tätigkeit[]
Auf einer gleichnamigen Website präsentiert der Verein Vogtland 89 ein multimediales Zeitstrahlprojekt zu den regionalen Ereignissen der Friedlichen Revolution in Plauen. Im Jahr 2019, zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution, produzierte der Verein den Dokumentarfilm Aufbrüche des Filmemachers Tino Peisker. Darin werden die regionalen Ereignisse vom Herbst 1989 sowie der späteren Transformationszeit nachgezeichnet. Seit der Vereinsgründung setzt sich Vogtland 89 für die Schaffung eines Informations- und Dokumentationszentrums zur Friedlichen Revolution 1989 in Plauen (IDZ-Plauen89) ein und hat dafür umfangreiche konzeptionelle Vorschläge erarbeitet. Die Stadt Plauen hat Ende 2018 einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung einer solchen Einrichtung sowie Ende 2020 zum Standort gefasst. Zum weiteren Fortgang des Projektes IDZ-Plauen89 hat der Verein eine eigene Webseite veröffentlicht.
Weblinks[]
Einzelnachweise[]
- ↑ Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur: Vereine. Abgerufen am 27. Februar 2021.
- ↑ Johanna Kelch: Demonstration in Plauen: Blut, Gewalt oder Hoffnung? MDR Mitteldeutscher Rundfunk, 7. Oktober 2020, abgerufen am 27. Februar 2021.
- ↑ Michael Brettin: Plauen, 7. Oktober 1989: Die Initialzündung der Friedlichen Revolution in der DDR. In: Berliner-Zeitung.de. Berliner Zeitung, 7. Oktober 2019, abgerufen am 27. Februar 2021.
- ↑ Markus Geiler: Die Geschichte der friedlichen Revolution im Herbst 1989. www.welt.de, 7. Oktober 2009, abgerufen am 27. Februar 2021.
- ↑ Vogtland 89 e.V.: Satzung. Abgerufen am 27. Februar 2021.