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Vlastimil Hort grandmaster
Vlastimil Hort (2005)
Verband Flag of the Czech Republic Tschechoslowakei
DeutschlandFlag of Germany Deutschland
Titel Internationaler Meister (1962)
Großmeister (1965)
Aktuelle Elo‑Zahl 2421 (Dezember 2019)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Vlastimil Hort (* 12. Januar 1944 in Kladno) ist ein tschechisch-deutscher Schachspieler, der lange für die ehemalige Tschechoslowakei gespielt hat.

Leben Bearbeiten

Vlastimil Hort 1982 Dortmund

Vlastimil Hort, Gewinner der Dortmunder Schachtage 1982

Vlastimil Hort 1988 Thessaloniki

Vlastimil Hort 1988, Schacholympiade in Thessaloniki

Vlastimil Hort wurde im ehemaligen Protektorat Böhmen und Mähren geboren. Er absolvierte in der Tschechoslowakei ein Studium mit Schwerpunkt Außenhandel. 1960 nahm er erstmals an der Schacholympiade in Leipzig teil. 1965 errang er den Titel eines Großmeisters.[1] Beim Interzonenturnier in Sousse 1967 kam er auf Rang 6. 1970 wurde er für den Wettkampf UdSSR gegen den Rest der Welt an Brett 4 eingesetzt. Die Landesmeisterschaft der Tschechoslowakei gewann er 1970, 1971, 1972, 1975, 1977 und 1984.

Im Viertelfinale des Qualifikationswettkampfs zur Schachweltmeisterschaft 1978 unterlag er 1977 in Reykjavík gegen Boris Spasski knapp mit 7,5:8,5. In der 15. Partie verlor er in klarer Gewinnstellung durch Zeitüberschreitung und konnte diese unglückliche Niederlage in der letzten Partie nicht mehr ausgleichen.

Seine beste historische Elo-Zahl betrug 2725. Diese erreichte er im Juli 1977. Vom Januar bis zum Juli 1977 lag er mehrmals auf Platz 7 der Weltrangliste.

1979 übersiedelte Hort nach Deutschland und schloss sich dem Bundesligaclub SG Porz an, wo er bis 2000 spielte. Er behielt noch die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft und gewann 1982 in Luzern mit der Tschechoslowakei die Silbermedaille bei der Schacholympiade.

Nachdem er Ende 1986 die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, gewann er 1987, 1989 und 1991 die Deutsche Meisterschaft. 2006 wurde er in Mainz Seniorenweltmeister im Chess960.

Hort spielt beim Oberhausener Schachverein 1887. Er ist in dritter Ehe verheiratet mit Brigitte Hort und hat einen Sohn Daniel (* 1967). Dieser blieb in der Tschechoslowakei zurück.

Hort stellte 1977 in Reykjavík einen Weltrekord im Blindschach auf. Außerdem ist er bis heute (2009) ein sehr guter Simultanspieler; 1985 stellte er bei einer Simultanvorstellung gegen 636 Gegner [2] einen Rekord für das Guinness-Buch auf. Bekannt wurde Hort auch als häufig humoristischer Kommentator bei den Schachsendungen "Schach der Großmeister" im Fernsehprogramm des WDR an der Seite von Dr. Helmut Pfleger.

Nach ihm ist ein System zur Preisgeldverteilung bei Turnieren benannt, das Hort-System.

Publikationen Bearbeiten

  • Vlastimil Hort, Vlastimil Jansa: Der beste Zug (1982, ISBN 3-7919-0214-8), eine Sammlung von Teststellungen für das Schachtraining
  • Vlastimil Hort: Begegnungen am Schachbrett. Rau-Verlag, Düsseldorf 1984, ISBN 3-7919-0218-0
  • Vlastimil Hort: Schwarzweisse Erzählungen (belletristisches Werk). Bärenhort Verlag, Köln 1989
  • Meine Partien gegen die Weltmeister (DVD), Chessbase, Hamburg 2008, ISBN 978-3-86681-103-4

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 75
  2. Meldung auf tec-darmstadt.net


br:Vlastimil Hort


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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