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Der '''Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V.''', abgekürzt VLAB, ist einer der jüngsten Natur- und Umweltschutzverbände in [[Bayern]]. Der Verband hat bayernweit rund 9.000 Mitglieder.<ref name="etscheit">Georg Etscheit (Hrsg.): ''Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört.'' München 2016, S. 19.</ref> Sie sind landesweit und in einigen Kreisgruppen organisiert. Der VLAB ist durch den Freistaat Bayern als [[Naturschutzorganisation|Umwelt- und Naturschutzverband]] anerkannt und bei [[Eingriffsregelung in Deutschland|Eingriffen in den Naturhaushalt]] zu hören:<ref>Selbstdarstellung "Wir über uns" auf https://www.landschaft-artenschutz.de/</ref> „Die junge Organisation mit dem etwas sperrigen Namen und einem [[Feuersalamander]] als Logo will zurück zu den Ursprüngen des Naturschutzes.“<ref name="etscheit" /> Der VLAB setzt sich laut Satzung dafür ein, dass „die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Sinne der §§ 1,2 des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege ([[Bundesnaturschutzgesetz]]) und des Art. 1 des Gesetzes über den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur (Bayerisches Naturschutzgesetz) konsequent verfolgt und verwirklicht werden". Zudem will der VLAB, dass „die Landschaften und deren Ästhetik eine deutlich größere gesellschaftliche, politische und rechtliche Bedeutung als bisher erfahren." Der Verband sieht sich gemäß der Satzung als „politisch und konfessionell neutral“ an.<ref>https://www.landschaft-artenschutz.de/wp-content/uploads/satzung_vlab_stand_oktober_2015.pdf</ref> Finanziert wird der ehrenamtlich geleitete VLAB durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Seit 2015 ist Johannes Bradtka Vorsitzender.
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Der '''Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V.''', abgekürzt VLAB, ist einer der jüngsten Natur- und Umweltschutzverbände in [[Bayern]]. Der Verband hat bayernweit rund 9.000 Mitglieder.<ref name="etscheit">Georg Etscheit (Hrsg.): ''Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört.'' München 2016, S. 19.</ref> Sie sind landesweit und in einigen Kreisgruppen organisiert. Der VLAB ist durch den Freistaat Bayern als [[Naturschutzorganisation|Umwelt- und Naturschutzverband]] anerkannt und bei [[Eingriffsregelung in Deutschland|Eingriffen in den Naturhaushalt]] zu hören:<ref>Selbstdarstellung "Wir über uns" auf https://www.landschaft-artenschutz.de/</ref> „Die junge Organisation mit dem etwas sperrigen Namen und einem [[Feuersalamander]] als Logo will zurück zu den Ursprüngen des Naturschutzes.“<ref name="etscheit" /> Der VLAB setzt sich laut Satzung dafür ein, dass „die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Sinne der §§ 1,2 des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege ([[Bundesnaturschutzgesetz]]) und des Art. 1 des Gesetzes über den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur (Bayerisches Naturschutzgesetz) konsequent verfolgt und verwirklicht werden“. Zudem will der VLAB, dass „die Landschaften und deren Ästhetik eine deutlich größere gesellschaftliche, politische und rechtliche Bedeutung als bisher erfahren. Der Verband sieht sich gemäß der Satzung als „politisch und konfessionell neutral“ an.<ref>https://www.landschaft-artenschutz.de/wp-content/uploads/satzung_vlab_stand_oktober_2015.pdf</ref> Finanziert wird der ehrenamtlich geleitete VLAB durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Seit 2015 ist Johannes Bradtka Vorsitzender.
   
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==

Version vom 4. August 2018, 11:14 Uhr

Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V.
(VLAB)
VLAB-Logo
Gründung 9. Oktober 2015
Sitz Erbendorf
Schwerpunkt Natur- und Umweltschutz
Vorsitz Johannes Bradtka
Mitglieder circa 9.000 (2016)
Website [1]

Der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V., abgekürzt VLAB, ist einer der jüngsten Natur- und Umweltschutzverbände in Bayern. Der Verband hat bayernweit rund 9.000 Mitglieder.[1] Sie sind landesweit und in einigen Kreisgruppen organisiert. Der VLAB ist durch den Freistaat Bayern als Umwelt- und Naturschutzverband anerkannt und bei Eingriffen in den Naturhaushalt zu hören:[2] „Die junge Organisation mit dem etwas sperrigen Namen und einem Feuersalamander als Logo will zurück zu den Ursprüngen des Naturschutzes.“[1] Der VLAB setzt sich laut Satzung dafür ein, dass „die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Sinne der §§ 1,2 des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz) und des Art. 1 des Gesetzes über den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur (Bayerisches Naturschutzgesetz) konsequent verfolgt und verwirklicht werden“. Zudem will der VLAB, dass „die Landschaften und deren Ästhetik eine deutlich größere gesellschaftliche, politische und rechtliche Bedeutung als bisher erfahren.“ Der Verband sieht sich gemäß der Satzung als „politisch und konfessionell neutral“ an.[3] Finanziert wird der ehrenamtlich geleitete VLAB durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Seit 2015 ist Johannes Bradtka Vorsitzender.

Geschichte

Die Ursprünge des 2015 gegründeten Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) liegen in der Bürgerinitiative „Unser Hessenreuther Wald“. Das hier bezeichnete bergige Waldgebiet liegt an der Grenze zwischen den oberpfälzischen Landkreisen Neustadt a.d. Waldnaab und Tirschenreuth. Der 2009 entstandenen Bürgerinitiative unter dem Erbendorfer Forstbeamten Johannes Bradtka war es gelungen, eine im Hessenreuther Wald geplante Autoteststrecke zu verhindern.[4] Nach diesem Erfolg wurde die Bürgerinitiative darauf aufmerksam, dass der verstärkte Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht einfach nur „Öko-Strom“ produzieren, sondern zudem Fauna und Landschaft sowie die Artenvielfalt in Mitleidenschaft ziehen würde.

Als die Protagonisten der Bürgerinitiative „Unser Hessenreuther Wald“ bayernweit ähnlich denkende Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewannen, konnte 2015 der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) ins Leben gerufen werden. Die Gründungsmitglieder vereinte der Eindruck, dass die traditionellen und großen Umweltschutzverbände die ursprünglichen Ziele des Natur-, Landschafts- und Artenschutzes zugunsten der Energiewende und des Klimaschutzes hintangestellt hätten. Als Stichwortgeber der ersten Stunde fungierte Enoch zu Guttenberg für den VLAB. Er hatte 1975 den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mitbegründet und war 2012 aus diesem wegen oben genannten Eindruckes wieder ausgetreten.[5] Die Entwicklungen, die zur Gründung des VLAB führten, gingen somit nicht ohne persönliche Konflikte vonstatten. Enoch zu Guttenberg stellte selbst fest, dass „frühere Mitstreiter“ aus dem Bereich des Naturschutzes inzwischen zu „erbitterten Gegnern“ geworden wären.[6] Von der Vereinsgründung bis zu seinem Tod 2018 war zu Guttenberg einer der beiden Ehrenpräsidenten des VLAB. Der andere ist Hubert Weinzierl, der von 1983 bis 1998 als Vorsitzender des BUND gewirkt hatte.

Gegenwärtiges Engagement

Habichtskauz (Strix uralensis) Ein konkretes Tierschutzprojekt des VLAB ist die Wiederansiedlung des Habichtskauzes im Naturpark Steinwald in der Oberpfalz.[7] Auch kritisiert der Verband bayernweit den Bau von Windkraftanlagen, wenn Aspekte des Tierschutzes dagegen stünden. So sieht er vor allem den Bestand des Rotmilans durch den verstärkten Betrieb von Windparks in Gefahr.[8] Im Sinne des Anwohner- und Landschaftsschutzes plädiert der VLAB vehement für eine Beibehaltung der bayerischen 10-H-Abstandsregelung.[9] Diese besagt, dass „der Abstand eines Windrads zur nächsten Siedlung mindestens das Zehnfache ('10H') der Bauhöhe betragen muss. Bei modernen 200-Meter-Windkraftanlagen sind das zwei Kilometer“.[10]

Der VLAB ist deutschlandweit vernetzt mit Organisationen, die gleiche Ziele und eine ähnliche Geschichte aufweisen:

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Georg Etscheit (Hrsg.): Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört. München 2016, S. 19.
  2. Selbstdarstellung "Wir über uns" auf https://www.landschaft-artenschutz.de/
  3. https://www.landschaft-artenschutz.de/wp-content/uploads/satzung_vlab_stand_oktober_2015.pdf
  4. Artikel "Neuer Umweltverband will Bund Naturschutz Konkurrenz machen, in: Augsburger Allgemeine vom 2.8.2015. URL: https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Neuer-Umweltverband-will-Bund-Naturschutz-Konkurrenz-machen-id35010527.html
  5. Enoch zu Guttenberg: Ich trete aus dem BUND aus. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Mai 2012, abgerufen am 19. Juni 2013.
  6. Enoch zu Guttenberg: Stählerne Monster. In: Georg Etscheit (Hrsg.): Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört. München 2016, S. 27.
  7. https://www.landschaft-artenschutz.de/habichtskauz-projekt/
  8. https://www.landschaft-artenschutz.de/untersuchungsergebnis-bestaetigt-rotmilan-durch-windradrotoren-getoetet/
  9. https://www.landschaft-artenschutz.de/vlab-fuer-den-uneingeschraenkten-erhalt-der-10-h-abstandsregelung/
  10. Artikel "Bayerisches Gericht gibt Windkraftgegnern Recht", in: Spiegel Online vom 9.5.2016. URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/windrad-abstandsregel-in-bayern-verfassungsgemaess-a-1091465.html
  11. Naturschutzinitiative
  12. Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Baden-Württemberg
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