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TSV Eppstein
Name Turn- und Sportverein Eppstein 1889/1910 e.V.
Vereinsfarben rot-weiß-blau
Gegründet 1889 (als TV Eppstein)
Vereinssitz Ernst-Moritz.Arndt-Straße 1 in 67227 Frankenthal-Eppstein
Mitglieder ca. 780
Vorsitzender Gerhard Sauvage
Homepage www.tsv-eppstein.de

Der Turn- und Sportverein Eppstein 1889/1910 e.V. (kurz: TSV Eppstein) ist ein Turn- und Sportverein aus dem Frankenthaler Vorort Eppstein in der Vorderpfalz.

Geschichte Bearbeiten

Die Gründungszeit (1889-1914)Bearbeiten

Die Gründungsdatum des TSV Eppsteins ist auf das Jahr 1889 zurückzudatieren. In diesem Jahr trafen sich mehrere junge Männer aus Eppstein unter dem Lindenbaum in der Brunnengasse und verbrachten die Stunden bei Gesang und Spiel. Bei einem solchen Treffen wurde damals im Jahre 1889 der Turnverein (TV) Eppstein gegründet. In der Anfangsphase war der Turnverein waren noch keine Frauen zugelassen. Im Jahr 1909 wurde das erste Turnfest mit der Fahnenweihe abgehalten, die einen der frühen Höhepunkte in der Geschichte des Vereins darstellt. Das früheste heute zur Verfügung stehende Dokument aus der Vereinsgeschichte des TSV Eppstein ist eine Fotografie, die anlässlich dieses Ereignisses entstanden ist. Am 7.6.1911 wurde der Verein urkundlich im Vereinsregister eingetragen und trägt seitdem den Zusatz e.V.

Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen (1914-1945)Bearbeiten

Der 1. Weltkrieg (1914-1918) unterbrach 25 Jahre nach der Vereinsgründung die ersten Jahre des Turnsports in Eppstein. Erst 1919 wurden Turnerei und Sportbetrieb wieder aufgenommen. Geräte- und Jugendturner sowie Leichtathleten des Vereins zählten bald darauf zu den erfolgreichsten Sportlern des Rhein-Limburg-Gaus. Auch die 1922 gegründete Handballabteilung konnte innerhalb kürzester Zeit eine Mannschaft stellen, die durch ihre Spielweise weit über die Eppsteiner Region hinaus bekannt wurde.

Das auch zu dieser Zeit geeignete Sportstätten Mangelware waren, belegt eine Anfrage des TV Eppstein – die zusammen mit dem Freien Athletenclub Eppstein – bereits hier hatten die beiden Vereine, deren Nachfolger im Jahre 1969 fusionierten erste Anknüpfungspunkte – dem Gemeinderat Eppstein zugeleitet wurde. Als 1921 die Wiese vor der alten Füllenweide dem Turnverein und die alte Füllenweide selbst dem Freien Athletenclub für je 10 Jahre zur Nutzung überlassen wurde, mussten sich beide Vereine verpflichten, den Platz wieder herzurichten und bei größeren Veranstaltungen beide Teile gemeinsam zur Verfügung zu stellen. 1924 wurde der Platz durch die Verlegung eines Grabens um 10m vergrößert; am 4.11.1928 wurde dann das Entscheidungsspiel um den Fußballkreispokal zwischen dem TV Eppstein und dem TV 1861 Ludwigshafen auf dem Sportplatz ausgetragen.

1933 wurde dann eine Abteilung für das Kleinkaliberschießen gegründet, deren 20 Mitglieder ihren Sport in der Kegelbahn der Gaststätte Dilfer in der Jahnstrasse ausübten. Lange Zeit war der TV Eppstein der größte Verein am Ort. Aus dem Bürgermeisteramtsverzeichnis vom 5.11.1925 geht hervor, dass der Mitgliederstand bei 220 Personen lag (Zitherverein 130 und Gesangsverein Concordia 82). 1934 wurden nur noch 150 Mitglieder gezählt und ein Jahr später sank der Stand auf 140 (Gesangsverein 130, Krieger- und Militärverein 88). 1934 konnte der TV Eppstein - nach der Auflösung aller marxistischen Vereine – das Sportheim des Freien Athletenclub Eppstein übernehmen, musste jedoch die Schuldenlast des Gebäudes am Wesselplatz in Höhe von 14.000.- RM mittragen. Aus dem Vermögen wurden zusätzlich 1 Barren für 8.- RM, sowie 1 Reck und 1 Pferd für je 6.- RM übernommen. Der Verein hatte nun endlich die lang ersehnte Versammlungsstätte, die allerdings in den Jahren 1939/40 und 1940/41 während der beiden Hochwasserkatastrophen erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde und 1945 an den früheren Besitzer zurückfiel. Der 2. Weltkrieg (1939-1945), der in der Zeit des 50jährigen Vereinsjubiläums seinen Lauf nahm, zerriss das Aufgebaute und brachte den Sportbetrieb nach zwanzigjähriger Blütezeit erneut zum Erliegen. Viele Vereinsmitglieder mussten in den Krieg ziehen und fielen zum Teil an dessen verschiedenen Fronten.

Nachkriegszeit und Neugründung (1945-1968) Bearbeiten

Nach Kriegsende, als sich Gemein- und Vereinsleben erst langsam zu normalisieren begannen, wurde ein eigenständiges Turnen durch die französische Besatzungsmacht verhindert. In Gemeinden wie Eppstein – mit unter 5000 Einwohnern – war zudem das Vorhandensein mehrerer Sportvereine verboten. Nur im Verein für Sport- und Körperpflege – VfK Eppstein – fanden sich die Jugend des Dorfes und die aus dem Krieg zurückgekehrten Aktiven zusammen, wobei Handball, Fußball und Turnen an erster Stelle des Vereinsleben standen. Neues Turnerleben entfaltete sich, man konnte die Anonymität verlassen und wieder frei auftreten.

1948 wurde das Turnen von den Franzosen wieder freigegeben. Doch es sollte noch zwei Jahre dauern bis fünf Jahre nach Kriegsende und 61 Jahre nach der Vereinsgründung die Geschichte des Turnvereins im Jahre 1950 mit einem weiteren Kapitel – der Neuzulassung - fortgesetzt wurde. Leider waren durch die Nachkriegswirren alle für die Vereinsgeschichte bedeutenden Gegenstände, wie Vereinsfahne, Protokollbücher, Pokale und Fotografien weitgehend verschwunden. Der neu gegründete Verein erlebte einen ungeheuren Aufschwung und der Wunsch nach einem eigenen Vereinsheim laut, der sich allerdings erst 1955 mit dem Kauf der damaligen Gaststätte Eger in der Hauptstraße verwirklichen ließ. Bei den Einweihungsfeiern wurden den vier noch lebenden Gründungsmitgliedern Jakob Baumann, Philipp Baumann, Jakob Maischein und Abraham Stauffer besondere Ehrungen zu Teil. 1964 wurde der Sportplatz der Gemeinde Eppstein mit einem Feldhandballspiel eingeweiht.

Die Fusion und die Folgejahre (1969- 1990)Bearbeiten

Aus wirtschaftlichen uns sportlichen Gründen folgte im Jahre 1969 der Zusammenschluss des Turnvereins Eppstein 1889 e.V. (TV Eppstein) und des Vereins für Sport- und Körperpflege 1911 e.V. (VfK Eppstein), wobei damals auch die Weichen für einen Eppsteiner Großverein gestellt hätten werden können. Der Verkauf des Turnerheims, das erst 14 Jahre in dessen Besitz war, sowie sparsamste Haushaltsführung in den ersten Jahren nach der Fusion stellten den neuen Verein – den Turn- und Sportverein Eppstein 1889/1910 e.V. – auf ein gesundes finanzielles Fundament, das er sich bis in die heutige Zeit bewahrt hat. Der sportliche Betrieb war zunächst vom Fußball und Turnen geprägt. 1971 begann man mit dem Umbau der vereinseigenen Gaststätte in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße 1 – dem ehemaligen VfK-Heim. Nach einem Schwelbrand beschloss die Vereinsführung einen Dreistufenplan, in dessen erster Phase die Wiedererrichtung der Vereinsgaststätte stand, die bereits 1975 wieder in Betrieb genommen werden konnte. Der zweite Bauabschnitt umfasste den Umkleide- und Duschtrakt, die Kegelbahn und den Jugendraum, der 1978 in Angriff genommen wurde. 1981 kehrte dann nach zwanzigjähriger Abstinenz der Handballsport nach Eppstein zurück, wobei sich die neue Abteilung ausschließlich dem Hallenhandballund nicht wie noch in den sechziger Jahren dem Feldhandball widmete. 1984 musste dann nach erheblichen Sturmschäden das Dach der Vereinsgaststätte ganz erneuert werden. So dauerte es nach dem Abriss der alten Halle im Jahre 1982 und der parallel zur Dachsanierung laufenden Neugestaltung der Toilettenanlagen 1984, knapp fünf Jahre bis mit dem Neubau der TSV-Halle begonnen werden konnte. Parallel zum dritten Bauabschnitt, der fast genau auf den Tag zwei Jahre in Anspruch genommen hat, musste auch das Dach des Umkleide- und Duschtraktes saniert werden, was die Vereinskasse zusätzlich belastete. Am 4.11.1988 wurde die Halle – nachdem über 17000 freiwillige Helferstunden geleistet waren – vor Vertretern aus Politik und Sport offiziell ihrer Bestimmung über-geben. Kurz vor den Einweihungsfeierlichkeiten wurde auch die Gaststätte nach 13 Jahren von Grund auf renoviert, so dass nach Jahren harter Arbeit ein Zentrum für Vereinsmitglieder, Sportfreunde und Bürger geschaffen wurde, welches in der Umgebung seinesglei-chen sucht. Das der Verein auch weiterhin ein solides finanzielles Fundament vorweisen kann, ist einerseits auf die freiwilligen Leistungen der Mitglieder und andererseits auf die umsichtige Handlungsweise des Vorstandes zurückzuführen. Neben dem baulichen Fortschritt verzeichneten auch die Sportler einige bemerkenswerte Erfolge. So errangen die Fußballer 1986 die Meisterschaft der B-Klasse Frankenthal und stiegen damit in die A-Klasse Nord Vorderpfalz auf. Dieses Ereignis jährte sich auf den Tag genau mit dem Aufstieg der Fußballer in die gleiche Klasse vor 25 Jahren, wodurch dieser sportliche Erfolg gebührend im Gemeindezentrum Pilgerpfad gefeiert wurde. Die Handballer wurden zwei Jahre später – 1988 – Meister der Kreisklasse C1 und stiegen somit in die B-Klasse auf. Die Gymnastikabteilung vertrat den Verein beim deutschen Turnfest in Berlin 1988.

Jüngere Geschichte (seit 1990) Bearbeiten

1990 wurde zusammen mit dem Turn- und Sportverein Flomersheim 1891 e.V. die Spielgemeinschaft Eppstein-Flomersheim 1990 begründet, die eine Zusammenarbeit im Bereich des Jugendfußballs begründete. Zwei Jahre später schloss sich auch der zweite Eppsteiner Fußballverein, die Sportfreunde 1924 Eppstein-Flomersheim e.V. (allgemein bekannt als DJK Eppstein) der Jugendspielgemeinschaft an. Der TuS Flomersheim verließ nach etwa 15 Jahren die Jugendspielgemeinschaft wieder, die beiden Eppsteiner Vereine führen diese bis heute nicht nur in der Jugendarbeit der Abteilungen Fußball, sondern auch im Bereich der Alte Herren (Fußball) fort. In der Jugend der SG Eppstein-Flomersheim begann unter anderem Paul Ehmann mit dem Fußball spielen.

Vorsitzende des TV Eppstein / TSV Eppstein Bearbeiten

Vorstände seit 1889 Amtszeit seit:
keine Unterlagen bis 1911
Jakob Baumann III 07.06.1911
Jakob Baumann I 05.01.1920
Johann Spilger 11.01.1925
Karl Pfeiffer 10.01.1926
Jakob Baumann I 12.01.1930
Johann Petry 12.01.1931
Johann Petry / Friedrich Strickler 23.06.1933
Friedrich Strickler 12.01.1935
Johann Spilger 04.06.1938
Otto Ziehl 21.03.1950
Franz Magin 29.01.1953
David Weiß 10.01.1954
Karl Volz 10.03.1963
Alexander Wagner 18.02.1967
Ludwig Wildtraut 08.01.1971
Alfred Ziehl 26.04.1974
Georg Tretter 24.05.1982
Baldur Bloß 27.01.1984
Gerhard Sauvage bis heute

Sportanlagen Bearbeiten

Sportanlagen, die vom TSV Eppstein und seinen Abteilungen genutzt werden.

Diverse: Isenachsporthalle in der Eppsteiner Straße; 67227 Frankenthal-Flomersheim

Badminton: Pestalozzihalle; Gutenbergstraße; 67227 Frankenthal (Pfalz)

Handball (HSG Eppstein-Maxdorf) Waldsporthalle Maxdorf am Longvic-Platz; 67133 Maxdorf

Fußball: Sportstätte TSV Eppstein (Kunstrasen) Ernst-Moritz-Arndt-Straße 1; 67227 Frankenthal-Eppstein

Abteilungen Bearbeiten

Badminton

Fußball

Handball

Gymnastik

Turnen

Fit & Fun

Akrobatik

Theatergruppe

Motorradfreunde

Weblinks: Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • TSV Eppstein (Hg.): 100 Jahre TSV Eppstein; Frankenthal 1981.
  • VfK Eppstein (Hg.): Festschrift zum 50jähigen Jubiläum des VfK Eppstein; Frankenthal 1960.


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