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Stattreisen München ist ein Verein aus München.

Geschichte Bearbeiten

1989 wurde der Verein Stattreisen München gegründet. Vorbild war der bereits 1983 gegründete Verein Stattreisen Berlin. Zeitgleich zur Münchner Gründung wurden auch in anderen Städten Stattreisen-Organisationen ins Leben gerufen, so in Hamburg, Köln, Hannover oder Münster. Da sich alle Organisationen auf gemeinsame Standards verpflichteten, wurde 2000 aus dem losen Zusammenschluss der Dachverband Forum Neue Städtetouren e.V. gegründet.

Name und Idee Bearbeiten

Das Motto des Vereins ist Statt zu verReisen, die Spuren der Geschichte in der eigenen Stadt erkunden und prägt die verschiedenen Formen von Stadtführungen, die sich als Alternative und Ergänzung zu den rein touristischen Angeboten verstehen. Unterschiedliche Konzepte sind darin vereint:

Das Konzept der Geschichtswerkstätten, die mit dem Leitspruch „Grabe, wo du stehst“ in den 1980er Jahren begannen, die Alltagswelt auch zum Thema der Geschichte, der Forschung und Wissenschaft zu machen. Im Mittelpunkt stehen dabei Arbeits- und Lebenswelten der „einfachen Leute“, von Arbeitern, Handwerkern, Frauen. Diese Geschichte von unten versteht sich als Gegensatz zur Geschichte der Herrscher und Könige.

Stadt- und sozialgeographische Fragestellungen stellen heutige Arbeits- und Lebenswelten in den Mittelpunkt sowie Entwicklungen in der Stadtplanung.

Das Konzept des sanften Tourismus und in der radikalsten Ausprägung – zu Hause zu bleiben statt weg zu fahren und die eigene Stadt als touristisches Terrain zu entdecken. Diese Ideen prägen Themen und Methodik der Programmangebote.

Programm Bearbeiten

Das Konzept der Geschichtswerkstätten rückte zunächst bestimmte Themen in den Mittelpunkt der Stadtführungen, so z.B. die noch in den 1980er Jahren verdrängte lokale NS-Geschichte, die Revolution und Räterepublik in München, die Geschichte von Frauen in München. Der inzwischen erreichte Forschungsstand führt zu einer Spezifizierung der Themen, wie etwa Rundgänge zur „Arisierung“. Literaturführungen zu Leben und Werk von Autorinnen und Autoren, die das kulturelle Leben der Stadt prägten. Stadtviertel sind Brennpunkte der Sozialgeschichte, etwa im Stadtviertel Haidhausen das Leben der Arbeiter, die speziellen Wohnformen in Herbergen und später in Mietskasernen, die hygienischen Einrichtungen wie den „Tröpferlbäder“ mit den Dusch- und Wannenbädern für die Bevölkerung.

Methodik Bearbeiten

Die Idee des sanften bzw. nachhaltigen Tourismus (in der eigenen Stadt) bedeutet, dass die Teilnehmer vornehmlich zu Fuß unterwegs sind und auf die distanzierte Reisebusperspektive verzichten. Zugleich sollen bei den Stadterkundungen alle Sinne angesprochen werden; neben den Erläuterungen der Stadtführer kommt historisches Bild- und Kartenmaterial zum Einsatz, können Kostproben gereicht werden oder Tondokumente eingesetzt. Somit soll die Stadt in ihren komplexen Zusammenhängen erfahrbar gemacht werden. Der pädagogische Ansatz gewährleistet eine Vielfalt in der Wahl der Methoden und erschöpft sich nicht in der klassischen Stadtführung. Interaktive Formen wie Stadtrallyes leiten zu einem eigenständigen Erkunden der Stadt an. Die unterschiedlichen Methoden lassen eine Auseinandersetzung mit der Stadt für verschiedene Zielgruppen nach deren individuellen Interessen und Vorkenntnissen zu.

Literatur Bearbeiten

  • Gerhard Ongyerth: Ferien im Alltag. Freizeitpädagogische Wege zur eigenen Stadt. In: animation. Juli/August 1989, S. 110-113.
  • Stattreisen München e.V. (Hg.): Spaziergänge in die Vergangenheit Münchens. Ars Vivendi Verlag Cadolzburg, 2. Aufl. 2007. ISBN: 978-3-89716-497-0
  • Stefan Wimmer: Vergangene Tage - neues Erwachen. Jüdisches Leben in München. Ein Stadtrundgang. Hrsg. Stattreisen München e.V., München Verlag 2006. ISBN: 3-937090-18-5

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