FANDOM


Bundesarchiv Bild 183-1986-0627-048, Silke Gladisch, Sabine Rieger

Silke Gladisch (links) mit Sabine Rieger nach ihrem Gewinn der DDR-Meisterschaft über 100 Meter

Silke Möller (geb. Gladisch; * 20. Juni 1964 in Stralsund, DDR) ist eine deutsche Leichtathletin und Olympiamedaillengewinnerin, die in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts - für die DDR startend - zu den weltbesten Sprinterinnen gehörte. Ihr erster bedeutender Erfolg war der bis in die Gegenwart (Stand: Saisonende 2008) gültige Weltrekord mit der 4x100-Meter-Staffel der DDR: Beim Weltcup in Canberra am 6. Oktober 1985 lief sie zusammen mit Sabine Rieger, Marlies Göhr und Ingrid Auerswald eine Zeit von 41,37 Sekunden.

Während ihrer Sportlerlaufbahn stand sie jahrelang im Schatten von Marlies Göhr, Marita Koch und Heike Drechsler. Nur im Jahre 1987, noch unter ihrem Geburtsnamen Gladisch, dominierte sie: Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1987 holte sie zwei Titel - im 100-m-Lauf, im 200-m-Lauf sowie den zweiten Platz mit der 4x100-Meter-Staffel. Dafür wurde sie zur DDR-Sportlerin des Jahres gewählt. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul errang sie mit der 4x100-Meter-Staffel der DDR die Silbermedaille (als verheiratete Silke Möller).

1991 geriet sie mit Katrin Krabbe und Grit Breuer unter Doping-Verdacht, wurde jedoch später vom Schiedsgericht der Internationalen Leichtathletik-Föderation (IAAF) freigesprochen. Sie gab daraufhin - kurz vor den Olympischen Spielen - den Leistungssport auf und studierte in Rostock Geschichtswissenschaften. Silke Möller arbeitet als Lehrerin für Geschichte, Sozialkunde und Sport. Sie hat eine Tochter.

Silke Möller startete für den SC Empor Rostock und trainierte bei Wolfgang Meier. In ihrer aktiven Zeit war sie 1,63 Meter groß und wog 57 kg.

Weitere Erfolge Bearbeiten

Dopingvorwürfe Bearbeiten

1991 konnten die Dopinggegner Brigitte Berendonk und Werner Franke mehrere Dissertationen und Habilitationsschriften ehemaliger DDR-Dopingforscher in der Militärmedizinischen Akademie Bad Saarow sicherstellen. Anhand der Arbeiten ließ sich die staatlich organisierte Dopingpraxis vieler bekannter DDR-Leistungssportler, darunter auch Silke Möller, rekonstruieren. Den Angaben zufolge bekam Silke Möller von 1981 bis 1984 hohe Dosen Oral-Turinabol verabreicht. [1]

Weblinks Bearbeiten

Silke Gladisch-Möller in der Datenbank der IAAF (englisch)

Fußnoten Bearbeiten

  1. Brigitte Berendonk: Doping-Dokumente - Von der Forschung zum Betrug. Springer-Verlag, Berlin 1991, ISBN 3-540-53742-2, S. 120, Tabelle 5
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.