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Info icon 002  Die nachfolgend beschriebene Vereinigung ist nicht mehr aktiv und hat sich mittlerweile aufgelöst.

Disambig mirror 2 Dieser Artikel beschreibt den SC DHfK Leipzig. Für die HSG DHfK siehe HSG DHfK Leipzig.
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Der SC DHfK Leipzig ist ein Sportclub in Leipzig. Er war bis zur Auflösung der DHfK Leipzig dieser Sporthochschule angeschlossen. Gegründet wurde er am 20. September 1954 als leistungssportlich orientierter Sportclub „SC Wissenschaft DHfK Leipzig“.

Sportliche Erfolge Bearbeiten

Der SC DHfK war und ist der weltweit erfolgreichste Club der Sportgeschichte. Vor allem in den Disziplinen Leichtathletik, Schwimmen, Rudern, Kanurennsport, Kanu-Slalom, Handball und Radsport bestimmten Sportler dieses Clubs die Weltspitze. Bis 1989 errangen sie 93 olympische Medaillen und 136 Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften. Einige, wie Gustav-Adolf Schur, Uwe Ampler, Klaus Köste, Günter Merkel, Manfred Merkel, Angelika Bahmann, Margitta Gummel, Bärbel Eckert, Siegfried Brietzke, Thomas Munkelt und Kristin Otto, seien an dieser Stelle exemplarisch genannt.

Abteilungen Bearbeiten

Der SC DHfK teilt sich derzeit in die Abteilungen

  • Cheerleading
  • Finswimming
  • Fitness- und Gesundheitssport
  • Floorball
  • Handball
  • Kanurennsport
  • Leichtathletik
  • Navi-Orientierungslauf
  • Radrennsport
  • Rollstuhlsport
  • Rudern
  • Schwimmen
  • Speed- und Inlineskating
  • Synchronschwimmen
  • Triathlon
  • Wasserspringen

sowie in ein Kindersportzentrum auf.

Sektion Handball Bearbeiten

Männermannschaft Bearbeiten

Die Sektion Handball des SC DHfK Leipzig gehörte zu den Gründungsabteilungen des SC DHfK im Jahr 1954 und trat sowohl im Hallen- als auch im Großfeldhandball an. Sie ging aus der zwei Jahre zuvor gegründeten Mannschaft der HSG Wissenschaft hervor, welche seit ihrem Start in der 1. Kreisklasse Leipzig jede Saison den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse schaffte. So spielte die Männermannschaft in der ersten Saison als SC DHfK in der Bezirksliga - 1957 folgte schließlich der Aufstieg in die DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse. Nach dem Jahr der WM-Pause (in der Spielzeit 1957/58 wurde die Oberliga nicht ausgetragen) errang der Verein gleich im ersten Jahr seiner Oberligazugehörigkeit 1959 den Staffelsieg und im anschließenden Endspiel die DDR-Meisterschaft im Finale gegen den Stadtrivalen BSG Motor Gohlis Nord. In den folgenden drei Jahren konnte der SC DHfK diesen Titel erfolgreich verteidigen und bis 1964 zumindest noch den Staffelsieg in der noch zweigeteilten Oberliga erringen. Die beiden letzten Endspiele um die DDR-Meisterschaft verloren die Leipziger gegen Lok Südost Magdeburg (1963) bzw. ASK Vorwärts Berlin (1964). Nach Einführung der eingleisigen Oberliga im Jahr 1965 errang der Verein in den ersten beiden Jahren die Meisterschaft und feierte 1966 mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister seinen größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. 1967 konnte der SC DHfK zumindest noch den DDR-Vizemeistertitel erringen. Im gleichen Jahr kam - in der letzten ausgetragenen Saison – der insgesamt zweite DDR-Vizemeistertitel im Großfeldhandball hinzu (nach1964).
Nach 1967 gelang es dem Verein nicht mehr, eine bessere Platzierung als den fünften Platz (unter zehn Oberligisten) zu erreichen. Schließlich wurde die Handballabteilung nach entsprechenden Leistungssportbeschlüssen aus dem SC DHfK herausgelöst und am 1. März 1975 in die Abteilung des Oberliga-Rivalen SC Leipzig überführt, um ein neues Leistungszentrum zu schaffen, was auch gelang: Nachdem der verstärkte SC Leipzig die Saison als Drittplatzierter abschließen konnte, gewann er bereits im darauffolgenden Jahr die DDR-Meisterschaft. 1979 gelang ein weiterer Titelgewinn.

Nach der Wende spielte der SC Leipzig in der Saison 1991/92 wie alle Oberliga-Vereine zunächst in der Bundesliga, nach einem Jahr stieg die Mannschaft jedoch bereits in die 2.Bundesliga ab. Nach einer weiteren Spielzeit dort wurde der SC Leipzig aufgelöst. Der SC DHfK übernahm nun wieder Regie über die Handballabteilung und verbrachte so noch zwei Jahre in der 2.Bundesliga. Nach dem Abstieg 1995 wurde die Handballabteilung des SC DHfK erneut aufgelöst. Die meisten Spieler wechselten zu den Lokalrivalen 1. SV Concordia Delitzsch, SG LVB Leipzig oder MoGoNo.

Im Frühjahr 2007 gab der SC DHfK bekannt, daß beinahe die komplette Handballabteilung der SG MoGoNo zur Saison 2007/08 zum SC DHfK wechseln würde. Jedoch verblieben zwei Nachwuchsmannschaften bei der SG MoGoNo. Der Verein übernahm zu Beginn der Spielzeit 2007/08 folgerichtig den Startplatz des Lokalrivalen in der Oberliga Sachsen, in der nach einem Jahr in die Regionalliga Süd aufstieg. Am 4. Februar 2008 verkündete der SC DHfK die Gründung einer Sportmarketing GmbH und erklärte gleichzeitig, binnen kurzer Frist den Sprung über die Regionalliga in die 2. Bundesliga schaffen zu wollen. Jedoch ist man in der Saison 2010/2011 nach einem Abstieg 2009 in die Oberliga wieder in der Regionalliga.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Stefan Kretzschmar ist Mitglied im Aufsichtsrat der SC DHfK Handball Verwaltung GmbH.

Frauenmannschaft Bearbeiten

Bereits im ersten Jahr ihres Bestehens spielte die Frauenmannschaft des SC DHfK Leipzig in der DDR-Oberliga. Im Gegensatz zu der Männermannschaft konnten die Frauen jedoch keine nennenswerten Erfolge feiern und mussten zwischenzeitlich sogar in die zweite Liga absteigen (1958). Trotz sofortigen Wiederaufstiegs blieb der SC DHfK – abgesehen vom DDR-Vizemeistertitel auf dem Großfeld 1963 – in den folgenden Oberliga-Spielzeiten eher unauffällig, bevor im Jahre 1965 die gesamte (Hallenhandball-) Mannschaft ganz aufgelöst wurde. Während die meisten der Spielerinnen zur damaligen Konkurrenz (SC Leipzig bzw. Dynamo Leipzig) wechselten, existierte die Mannschaft im Großfeld-Handball noch bis zur Einstellung des Liga-Spielbetriebs im Jahr 1966.

Erfolge Bearbeiten

Sektion Rudern Bearbeiten

Rudern blickt in Leipzig auf eine sehr lange Tradition zurück. Bereits 1866 wurde der erste Leipziger RuderClub gegründet. Durch Aufnahme des Traditionsvereins RG Wiking Leipzig aus Minden, gegründet von Leipziger Ruderern, die nach dem Krieg wegzogen, steht die Abteilung Rudern direkt in dieser Tradition. Aus diesem Grund lautet die offizielle Bezeichnung der Abteilung Rudergesellschaft Wiking im SC DHfK Leipzig e.V.

Die Zeit nach 1990 war in der Abteilung Rudern von radikalen Umbrüchen gekennzeichnet. Von einem großen Trainerstab auf drei Trainer gestutzt, brachen auch die nationalen und internationalen Erfolge ein. 1992 konnten Krinstina Mundt und Kerstin Müller Olympisches Gold erringen. Im olympischen Wettbewerb hat erst 2008 Annekatrin Thiele mitgemischt und ist mit einer Silbermedaille zurückgekehrt.

Sektion Fußball Bearbeiten

Die Sektion Fußball des SC DHfK Leipzig spielte 1954 eine Halbserie in der zweitklassigen DDR-Liga und wurde danach wegen Erfolglosigkeit wieder aufgelöst.

Geschichte Bearbeiten

Im Bemühen in Leipzig eine zukunftsträchtige Spitzenmannschaft im Fußball ins Leben zu rufen, wurde 1954 beim Sportclub der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig (DHfK) eine Sektion Fußball* gegründet, in der zwei Mannschaften zusammengestellt wurden. Die Spieler sollten von den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Hochschule profitieren und künftig den Stamm für die Fußball-Nationalmannschaft bilden. Um die Mannschaften aufzustellen, wurden Spieler von anderen Mannschaften aus der gesamten DDR „delegiert“ - so die DDR-übliche Umschreibung für die Spielertransfers. In der Ersten Mannschaft wurden Spieler zusammengezogen, welche zum großen Teil bereits in ihren vorherigen Vereinen im Männerbereich eingesetzt worden waren und dadurch über gewisse Erfahrungen verfügten. Die Zweite Mannschaft sollte dagegen Sammelbecken für hoffnungsvolle Nachwuchstalente werden. Als Trainer für beide Mannschaften wurde der Ungar János Gyarmati eingesetzt, der zuvor die SG Dynamo Dresden trainiert hatte.

Die beiden Mannschaften des SC DHfK Leipzig wurden ohne sportliche Qualifikation sofort mit Beginn der Saison 1954/55 in die zweitklassige DDR-Liga als zusätzliche Neulinge eingestuft - der SC DHfK Leipzig I in die Staffel 3 (Region Südost) und der SC DHfK Leipzig II in die Staffel 2 (Region Südwest). Als sich nach Abschluss der Hinrunde abzeichnete, dass keine der beiden DHfK-Mannschaften das Ziel „Aufstieg in die DDR-Oberliga“ schaffen würde - und wegen der Reduzierung der DDR-Liga auf eine Staffel sogar die Drittklassigkeit drohte - wurden beide Mannschaften kurzerhand wieder aufgelöst. Die Spieler der Ersten Mannschaft wurden hauptsächlich auf die Mannschaften des ZSK Vorwärts Berlin und des zeitgleich mit dem SC DHfK Leipzig gegründeten SC Dynamo Berlin verteilt, der aus der Delegierung der Mannschaft von Dynamo Dresden in die Hauptstadt entstand. Den Platz des SC DHfK Leipzig I in der DDR-Liga nahm zu Beginn der Rückrunde die in Dresden verbliebene Mannschaft der SG Dynamo Dresden ein.
Die Zweite Mannschaft ging in dem frisch aus der Taufe gehobenen SC Vorwärts Leipzig über, welcher gleichzeitig auch deren Startrecht in der DDR-Liga wahrnahm.

Trainer Gyarmati wurde nach der Auflösung der DHfK-Mannschaften zum Nationaltrainer der DDR-Auswahl befördert.

*Nicht zu verwechseln mit der Hochschulsportgemeinschaft der DHfK (HSG DHfK Leipzig), dessen Erste Mannschaft bereits seit der Saison 1952/53 in der Bezirksklasse spielte - ab 1954 sogar für fünf Spielzeiten in der Bezirksliga.

Spielerkader des SC DHfK Leipzig I Bearbeiten

Name (Position) 1954 von 1955 nach Werdegang
Karl-Heinz Spickenagel (T, 22 [1]) Einheit Pankow Vorwärts Berlin 176 OL[2], 29 A[3]
Heinz Marciniak (T, ?) Chemie Bitterfeld Dynamo Berlin 2 OL
Werner Heine (A, 19 [4]) Aktivist Nebra Dynamo Berlin 210 OL, 29 A
Peter Kalinke (A, 17) Rotation Naumburg Vorwärts Berlin 231 OL, 7 A
Hans-Georg Kiupel (A, 19) Motor Altenburg Vorwärts Berlin 199 OL, 1 A
Werner Klose (A, ? Vorwärts Berlin 11 OL
Lothar Punt (A, 19) SG Buchholz Dynamo Berlin 6 OL
Martin Skaba (A, 19) Motor Quedlinburg Dynamo Berlin 255 OL, 8 A
Hans-Joachim Giersch (M, 21 [5]) Wismut Gera Vorwärts Berlin 62 OL
Heinz Neubauer (M, 21) Lok Stendal Lok Stendal 126 OL
Klaus Thiemann (M, 19) Dynamo Dresden Dynamo Berlin 64 OL
Wolfgang Feldweg (S, 19 [6]) Vorwärts Berlin 1 OL
Dieter Fischer (S, 19) SC Lok Leipzig 194 OL, 4 A
Rolf Fritzsche (S, 20) Einheit Ost Leipzig Vorwärts Berlin 82 OL, 2 A, ab 1959 BRD
Heinz Gebhardt (S, 26) Stahl Helbra Chemie Halle-Leuna 9 OL
Horst Kohle (S, 18) Motor Schönebeck Vorwärts Berlin 138 OL, 1 A
Horst Lemanczyk (S, 20) Aktivist Brieske-Ost Aktivist Brieske-Senftenberg 250 OL, 2 A
Lothar Meyer (S, 21) Motor Oberschöneweide Vorwärts Berlin 165 OL, 16 A
Manfred Pinske (S, 21) Chemie Bitterfeld Dynamo Berlin 22 OL
Armin Stang (S) Dynamo Berlin DDR-Liga
Siegfried Wachtel (S, 22) Aktivist Brieske-Senftenberg Vorwärts Berlin 250 OL
Horst Wühn (S, 16) Motor Süd Brandenburg Vorwärts Berlin 9 OL
Manfred Huth (20) Vorwärts Berlin 8 OL

Ergebnis-Statistik Bearbeiten

Ergebnisse DHfK I Ergebnisse DHfK II
Fortschritt Hartha 1:3 A Motor Eisenach 0:4 A
Stahl Freital 11:1 H Chemie Lauscha 1:3 H
Motor Bautzen 1:3 A Dynamo Eisleben 1:2 H
Chemie Weißwasser 0:1 A Motor Jena 1:6 A
Motor Dessau 0:0 H Chemie Zeitz 0:2 H
Chemie Glauchau 7:3 H Motor Schönebeck 3:3 A
Wismut Plauen 0:3 A Motor Nordhausen 0:7 A
Stahl Stalinstadt 7:1 H Chemie Greppin 9:1 H
Motor Altenburg 1:1 A Lok Weimar 1:0 A
Wismut Gera 1:2 A Weißenfels 1:4 A
Motor West KMSt. 3:0 H Motor Sonneberg 5:1 A
Rotation NO Leipzig 0:0 H Chemie Kahla 3:0 H
Chemie Großräschen 8:1 H Stahl Thale 2:1 H
40:19 Tore, 13:13 Punkte, Platz 6 27:34 Tore, 11:15 Punkte, Platz 9

Weblinks Bearbeiten

Anmerkungen Bearbeiten

  1. Tor, Eintrittsalter
  2. Oberligaspiele
  3. A-Länderspiele
  4. Abwehr
  5. Mittelfeld
  6. Sturm




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