FANDOM


SAIDA International e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zum Schutz von Frauen und Kindern in Entwicklungsländern mit Sitz in Leipzig mit dem Ziel, geschlechtsspezifische Gewalt und Unterdrückung einzudämmen. Besonders der Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung liegt im Fokus der Entwicklungsarbeit des Vereins.[1] SAIDA International wurde im Dezember 2010 in gegründet.

In Deutschland gibt es keine einheitlichen Veröffentlichungspflichten für Organisationen, die ihre Aktivitäten für das Gemeinwohl überwiegend aus Spenden oder öffentlichen Mitteln finanzieren. Deshalb hat Transparency International Deutschland e.V. gemeinsam mit anderen Akteuren aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft zehn grundlegende Punkte definiert, die jede zivilgesellschaftliche Organisation der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. SAIDA International gehört seit April 2011 zu den Mitzeichnern dieser Initiative "Transparente Zivilgesellschaft".

Arbeitsweise und Zielsetzung Bearbeiten

SAIDA International e.V. setzt sich für die konsequente Umsetzung von Frauen- und Kinderrechten in Entwicklungsländern ein. SAIDA hilft vor Ort bei der Eindämmung von geschlechtsspezifischer Gewalt und Unterdrückung und unterstützt lokale Projekte zur wirksamen Einhaltung von Kinderrechten, wie beispielsweise der Schutz vor Genitalverstümmelung, Frühehe oder Ausbeutung. Im Rahmen verschiedener Projekte fördert der Verein Einkommen schaffende Maßnahmen für Familien und leistet medizinische Direkthilfe zur Behandlung von urogenitalen Erkrankungen und zur Verbesserung der reproduktiven Gesundheit.[2] In Deutschland informiert SAIDA International über die Zusammenhänge von entwicklungspolitischen Fragen und Menschenrechten und leistet schulische wie außerschulische Bildungsarbeit.[3]

SAIDA finanziert die Kinder- und Frauenhilfsprojekte hauptsächlich über Patenschaften, zusätzlich aber auch über Einzelspenden.

Wirksamer Mädchenschutz Bearbeiten

Genitalverstümmelung mindert die Potentiale von Mädchen und Frauen und wirkt sich damit negativ auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Staaten aus. Mädchen sicher vor schwerer Gewalt wie Genitalverstümmelung oder Zwangsverheiratung zu schützen ist nicht nur ein wichtiges Menschenrechtsanliegen, sondern vielmehr Maßstab für eine wirksame und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit. In Burkina Faso setzen sich seit vielen Jahren couragierte Menschen dafür ein, dass Mädchen unversehrt aufwachsen können. Ihnen ist zu verdanken, dass die Genitalverstümmelung bereits seit 1996 unter Strafe steht.[4] SAIDA versucht, diese Initiativen ausfindig zu machen und sie zu unterstützen. Seit 2011 unterstützt der Verein mit der Gemeinde Gomboro im Norden des Landes den umfassenden Schutz und die Bildung von Mädchen, stärkt Frauen durch Alphabetisierung und unterstützt sie, wirtschaftliche Eigenständigkeit zu erlangen.

Schulbauaktion mit „genialsozial“ Bearbeiten

Im Januar 2014 hat die Jugendjury von genialsozial das Projekt von SAIDA International auf den ersten Platz gewählt. Ende April 2015 wurde schließlich der Fördervertrag mit der Sächsischen Jugendstiftung für den Bau eines Schulgebäudes und einer Geburtshilfestation unterzeichnet. Im Mai 2015 konnten die Baumaßnahmen für die neue Grundschule in Gomboro, Burkina Faso starten.[5]

UroAid - Reproduktive Chirurgie Bearbeiten

Körperliche und seelische Narben nach Genitalverstümmelung begleiten viele Frauen lebenslang. Auch nach Geburtsverletzungen erleiden gerade junge Mädchen schwere Schädigungen an Vagina, Harnblase, Harnröhre und Darm. Es verbleiben oftmals Fistelungen, über die sich permanent Urin und Stuhl entleert, was die Betroffenen sozial ausgrenzt. Männer sind nach urogenitalen Infektionen insbesondere durch Harnröhrenerkrankungen ebenfalls stark beeinträchtigt. UroAid ist ein Hilfsprojekt zur urologischen Versorgung der Menschen im Norden Kameruns und der angrenzenden Länder in der Sahelzone. Seit 2005 arbeiten der kamerunische Arzt Franklin Danki Sillong und der deutsche Arzt Thilo Schwalenberg zusammen im Missionskrankenhaus Hôpital Protestant in Ngaoundéré und haben dort die erste urologische Abteilung im Norden Kameruns aufgebaut. Das vorrangige Ziel war, urogenitale Chirurgie in einer Region zu etablieren, in der bisher keinerlei Möglichkeiten einer qualifizierten chirurgischen Behandlung von vaginalen Fistelerkrankungen bei Frauen und urologischen Erkrankungen bei Männern existierten.[6]

Webkinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. SAIDA International beim Freistaat Sachsen. Freistaat Sachsen, abgerufen am 15. Februar 2017.
  2. Pelzl, Martin: Leipziger Verein Saida hilft in Westafrika Auf OP-Tour in Burkina Faso unterwegs. Leipziger Volkszeitung, 1. Februar 2016, abgerufen am 15. Februar 2017.
  3. Ausstellung Wendemis Würde zum Schutz von Mädchen im Herbst 2015. Sorores-Mundi-Stiftung, 7. September 2015, abgerufen am 15. Februar 2017.
  4. Weibliche Genitalverstümmelung und Gesetzgebung. GIZ-Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, abgerufen am 15. Februar 2017.
  5. Schulbauaktion "genialsozial". SAIDA International, abgerufen am 15. Februar 2017.
  6. Schwarz, Simone: UroAid - Urogenitale Chirurgie Kamerun. SAIDA International, abgerufen am 15. Februar 2017.


Info Sign Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten Versionsgeschichte importiert.

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.