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Rudolf Kreitlein (* 14. November 1919 in Fürth) ist ein ehemaliger deutscher Fußballschiedsrichter. Zusammen mit Ken Aston erfand er 1966 die Rote und Gelbe Karte im Fußball.

Leben Bearbeiten

Kreitlein wurde 1919 in Fürth geboren. Der Schneidermeister begann seine Karriere als Schiedsrichter im Jahr 1937. Im Zweiten Weltkrieg wurde er gefangen genommen und bildete in dieser Zeit in den USA unter anderem Schiedsrichter aus. Nach dem Krieg war er zunächst Vertragsspieler beim Stuttgarter SC, bis er seine Fußballerkarriere 1951 wegen einer Meniskusverletzung beenden musste. Er begann zu dieser Zeit, wieder als Schiedsrichter zu arbeiten, leitete insgesamt 18 Länderspiele und pfiff 1965 das Weltpokalfinale zwischen Inter Mailand und Independiente Buenos Aires. Ein weiteres bedeutendes Spiel, das Kreitlein als Schiedsrichter leitete, war das Europapokal-Finale der Landesmeister 1966 zwischen Real Madrid und dem FK Partizan Belgrad. Kreitlein zählte in den 1950er- und 1960er-Jahren zu den berühmtesten Schiedsrichtern weltweit.[1] Kreitlein beendete seine Karriere als Schiedsrichter im Jahr 1967, als er die Altersgrenze erreicht hatte.

Fußball-Weltmeisterschaft 1966 und die Erfindung der Gelben und Roten Karte Bearbeiten

Der Höhepunkt Kreitleins Karriere war seine Nominierung der FIFA für die Fußball-Weltmeisterschaft 1966 in England. Er leitete bei diesem WM-Turnier zwei Spiele: zunächst in der Vorrunde die Begegnung zwischen der Sowjetunion und Italien und später im Viertelfinale das Spiel von Gastgeber England gegen Argentinien. An der Linie assistierten Kreitlein beim Viertelfinalspiel die europäischen Schiedsrichterlegenden Gottfried Dienst und István Zsolt. Dienst sollte später das Finale zwischen England und Deutschland pfeifen.

Das Spiel war schon in der Anfangsphase aggressiv, sodass Kreitlein bereits drei Argentinier und zwei Engländer verwarnt hatte, als er in der 35. Minute Argentiniens Kapitän Antonio Rattín vom Platz stellte. Dieser war hinter ihm hergelaufen und hatte ihn angebrüllt und Kreitlein dies, obwohl er kein Spanisch verstand, als Beleidigung aufgefasst. „Er habe das vom Gesichtsausdruck abgelesen, sagte der deutsche Schiedsrichter später.“[2] Rattin, der kein Deutsch und Englisch sprach, hatte jedoch lediglich einen Dolmetscher gefordert[2] und weigerte sich, das Spielfeld zu verlassen. Englische Polizisten mussten den hünenhaften Rattín vom Platz führen. Der nur 1,68 Meter große Kreitlein erhielt nach dem Spiel den liebevoll-spöttischen Spitznamen „tapferes Schneiderlein“.

Nach dem Spiel befand sich der britische Betreuer der Schiedsrichter Ken Aston auf dem Weg zum Hotel, als er an einer Ampel halten musste. Er hatte die Idee, dass rote und gelbe Karten ein internationales Mittel der Verständigung im Fußball sein könnten und besprach sie am nächsten Tag mit Kreitlein. Der legte den Vorschlag der FIFA vor, die ihn annahm und 1970 umsetzte.

Kreitlein war als Schiedsrichter für das WM-Finale 1966 vorgesehen, durfte es jedoch nicht leiten, weil einer der Finalisten Deutschland war. Nach der WM 1966 beendete Kreitlein 1967 seine Schiedsrichterkarriere.

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Klaus Schlütter: Kartenerfinder: Wie Rudolf Kreitlein den Fußball revolutionierte. In: Die Welt, 13. November 2009.
  2. 2,0 2,1 Uwe Wicher: Der Mann, der die gelbe und rote Karte ins Spiel brachte. In: Sächsische Zeitung, 14./15. November 2009, S. 4.


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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