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Raphael Motowilow (russisch Рафаил Мотовилов; geboren als Leonid Semjonowitsch Prokopjew Леонид Семёнович Прокопьев; * 18. September 1947 in Eral, RSFSR, UdSSR) ist leitender Metropolit der Orthodoxen Kirche Russlands.

Leben Bearbeiten

Leonid Prokopjew studierte an einer Militärhochschule und war danach Offizier in Polen und dem Baikalgebiet. Nach einer Ausbildung an der Militärakademie in Frunse befehligte er Truppen im Karpatenvorland, zuletzt als Oberstleutnant. In den frühen 1980er Jahren wurde Leonid Prokopjew als Militärberater in den Libanon geschickt. 1984 verlor er dort nach einer Minenexplosion das rechte Bein und verletzte sich das linke Bein schwer. Nach ersten Operationen wurde er mit einem privaten Flugzeug des syrischen Präsidenten Hafiz al-Assad nach Moskau zurückgeflogen. In den folgenden Jahren lehrte er Militärtaktik an der Militärischen Universität in Moskau.

1991 verließ Leonid Prokopjew die sowjetische Armee und gründete bald danach ein Zentrum für alternative Heilmethoden. 1995 wurde er nach der Trennung von seiner Frau Mönch der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche und nahm den geistlichen Namen Raphael an. 1996 wurde er zum Bischof von Krasnojarsk geweiht. In jenem Jahr nahm er an der Krönung von Nikolai Dalski als Zar Nikolai III. teil.

1997 wechselte Raphael zur Russischen Wahren Orthodoxen Kirche und wurde dort zum Bischof von Wolokolamsk. In jenem Jahr gründete er das Heilzentrum «Prois» in Moskau und wurde Leiter des Malteserordens in Russland. 1998 wurde Raphael zum leitenden Metropoliten der Kirche gewählt. 1999 wurden ihm alle bischöflichen Weihen wegen Verletzung des kanonischen Rechtes und seiner Heilpraktiken wieder entzogen.

Raphael gründete daraufhin die Wahre Orthodoxe Kirche in Russland, der er seitdem als Metropolit vorsteht. 2003 wurde diese Kirche in Orthodoxe Kirche Russlands (Wahre Orthodoxe Kirche) umbenannt. 2005 wurde Raphael das Recht zugesprochen, den Koukoulion eines Patriarchen zu tragen.

2009 änderte er seinen Familiennamen in Motowilow in Anlehnung an Nikolai Motowilow, der das Leben des heiligen Seraphim von Sarow verfasst hatte und den er als seinen Vorfahren ansieht.

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