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Petra Feustel 1982 Dortmund

Petra Feustel beim Dortmunder Damenschachturnier im Jahr 1982

Petra Feibert, geborene Feustel (* 11. Juni 1958 in Gera; † 18. Juli 2010 in Pirmasens) war eine deutsche Schachmeisterin. Im Jahr 1978 erhielt sie den Titel Internationale Meisterin der Frauen.

Petra Feustel wuchs in Gera auf. Im Alter von sieben Jahren erlernte sie von ihrem Vater das Schachspiel. Im Jahr 1972 setzte ein steiler schachlicher Aufstieg ein. Mehrmals wurde sie Jugendmeisterin der DDR, bevor sie in den Jahren 1974, 1976 und 1977 dreimal die DDR-Einzelmeisterschaft gewann. Ab 1974 spielte sie für die SG Leipzig in der Sonderliga der Männer. Ihr Schachtrainer war Heinz Rätsch.[1] Ein großer Erfolg war der 7. Platz beim Interzonenturnier 1976 in Tiflis.[2] Der Weg zur Weltspitze blieb dem aufstrebenden Schachtalent jedoch verstellt. Erschwerend war die damalige Abkehr des DDR-Schachsports von internationalen Ereignissen, darunter den Schachweltmeisterschaften.

Im Jahr 1979 wurde Petra Feustel bei einem Fluchtversuch verhaftet und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.[1] Nach zwanzigmonatiger Haft[3] wurde sie von der Bundesrepublik freigekauft. Nach ihrer Ausreise siedelte sie sich 1980 in Mannheim an.[4] An der Universität Mannheim studierte sie Germanistik und Philosophie.[1]

Für die Bundesrepublik nahm sie von 1982 bis 1986 an den Schacholympiaden in Luzern, Thessaloniki und Dubai teil. Hierbei errang sie 21 Punkte in 35 Partien (13:6, =16).[5] In den Jahren 1984 und 1985 wurde sie Deutsche Meisterin im Blitzschach. Ihre höchste Elo-Zahl erreichte sie mit 2255 von Januar bis Dezember 1988.[6]

Nach der Heirat mit dem FIDE-Meister Fred Feibert im Jahr 1992[7] legte sie ihren Geburtsnamen ab, unter dem sie ihre bedeutendsten sportlichen Leistungen erzielt hatte. Schachlich blieb sie aktiv und spielte einige Zeit in der Frauenmannschaft des SK Chaos Mannheim. Mehrmals, zuletzt 2010, wurde sie Pfalzmeisterin.[8]

Sie lebte mit ihrer Familie in Pirmasens. Nach schwerer Krankheit nahm sich Petra Feibert am 18. Juli 2010 das Leben.[9]

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 Paul Werner Wagner: „Petra Feustel“, in: Berliner Zeitung, 31. Oktober 2009
  2. Tabelle des Interzonenturniers 1976 in Tiflis
  3. Wagner (a.a.O.), abweichende Angabe („fast ein Jahr lang inhaftiert“) in: Otto Borik und Joachim Petzold: Meyers Schachlexikon. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 1993, S. 94. ISBN 3-411-08811-7
  4. Klaus Lindörfer: Schachlexikon. Geschichte. Theorie und Spielpraxis von A-Z, Orbis Verlag, München 1991, S. 91. ISBN 3-572-02734-9
  5. Angaben zu Petra Feustel, OlimpBase
  6. siehe den Überblick zur Entwicklung ihrer Ratingzahl bei OlimpBase
  7. DSB-Meldung zum Geburtstag von Petra Feibert, 11. Juni 2009
  8. Nachruf des Pfälzischen Schachbundes, 25. Juli 2010 (mit Bild)
  9. Todesanzeige, in: Die Rheinpfalz, Online-Ausgabe, 26. Juli 2010 („hast du dir die Freiheit genommen, dein Leben zu beenden“)

Weblinks Bearbeiten


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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