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Peter Neubauer

Tafelmann Peter Neubauer

Peter Neubauer (* 8. Februar 1951; † 10. Februar 2007 in Hannover), genannt „Tafelmann“, war Tafelmann im Niedersachsenstadion, später AWD-Arena. Als langjähriger Mitarbeiter und Helfer für Hannover 96 genoss er bei den Fans und in der Stadt Kultstatus. Als vermutlich einziger „Tafelmann“ hatte Neubauer eigene Sponsoren, spielte in mehreren Werbefilmen mit und wurde in über 40-jähriger Mitarbeit zu einer Legende in der Fußball-Bundesliga.

Tätigkeit im Verein und am Spielfeldrand Bearbeiten

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Logo Tafelmann

Peter Neubauer war zunächst als Jugendlicher bei Hannover 96 damit beschäftigt, während der Spiele Flaschen einzusammeln. Seit 1966 war er für den Ordnungsdienst im Innenraum tätig und übermittelte z. B. die Torschützen per Telefon an Stadionsprecher und Anzeigetafel.

Bei Spielen zeigte Neubauer die Auswechselungen mit einer Tafel an, die die Nummer des ein- und des ausgewechselten Spielers zeigten. Nach Einführung des vierten Schiedsrichters in der Fußball-Bundesliga arbeitete Peter Neubauer diesem nur noch zu, zeigte aber mit seiner eigenen Tafel weiterhin die Torschützen an, was dem Tafelmann seinen Kultstatus bei den Fans und in der Liga einbrachte. Diese Aufgabe brachte ihm seinen Spitznamen ein. Außerdem kochte Neubauer, der im Stadion seinen eigenen Raum hatte, Kaffee für die Gastmannschaften und bewirtete die Schiedsrichter. Als Motivationsschub gab er seiner Mannschaft von Hannover 96 vor dem Spiel immer ganz spezielle Minze-Fruchtgummis, was zu einem langjährigen Ritual wurde.

Ruf und Bekanntheit Bearbeiten

Eine bekannte Eigenart Neubauers war es, den Trainern der Gastmannschaften zur „Beruhigung“ vor dem Spiel eine Tafel Schokolade zu schenken. Im Lauf der Zeit wurde er damit zu einem „Markenzeichen“ des Niedersachsenstadions und erwarb sich Bekanntheit im Fußball-Bereich. Spieler der Gastmannschaften grüßten Neubauer bei jedem Gastspiel und schenkten ihm Trikots oder Torwarthandschuhe. Zu seinem Geburtstag ließ ihm selbst Uli Hoeneß Grüße nebst Geschenk übermitteln.

Unter den Fans hatte Neubauer, der im Laufe seiner Tätigkeit 47 Trainer und 11 Vereinspräsidenten hatte kommen und gehen sehen, einen legendären Ruf und galt als Original. Zu Geburtstagen applaudierte ihm der Fanblock. Beliebt war Neubauer auch bei den Anhängern der „Roten“ wegen seiner freundlichen Art und der diversen Anekdoten, die er auf Wunsch erzählte.

Seinen besonderen Ruf erarbeitete sich Peter Neubauer unter anderem auch dadurch, dass er als jederzeit gut gelaunter und sympathischer Mensch galt. Dies sogar noch, nachdem er im Jahre 1998 nach einer Auseinandersetzung mit Skinheads brutal zusammengeschlagen und infolgedessen berufsunfähig geworden war. Die körperlichen und psychischen Folgen dieses Überfalls waren derart gravierend, dass er sich in dauerhafte ärztliche und psychologische Betreuung begeben musste.[1]

Als Peter Neubauer starb, trugen sich in das Internet-Kondolenzbuch auch die Leitungen von Bundesliga-Vereinen und Spieler ein. Eine verdiente Würdigung gab es nach seinem Tod am 10. Februar 2007 beim darauf folgenden Heimspiel seiner Roten gegen Borussia Dortmund am 24. Februar 2007. Nach einer Schweigeminute standen alle Fans in der AWD-Arena auf und applaudierten. Weiterhin trugen sich hunderte von Fans in die an den Eingängen ausgelegten Kondolenzlisten ein und legten dort Blumen nieder. Selbst TV- und Radioreporter würdigten in ihren Live-Übertragungen die Verdienste des Tafelmannes. Ferner widmete die Mannschaft von Hannover 96 ihren Sieg an diesem Tag gegen Borussia Dortmund (4:2) einzig und allein dem Tafelmann Peter Neubauer.

Ehrungen Bearbeiten

Neubauer wurde regelmäßig von Bundesligavereinen zu Spielen gegen Hannover 96 eingeladen. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war der „Tafelmann“ Stadion-Pate für die ARD und war u.a. ein gefragter Gesprächspartner in der Talkrunde mit Reinhold Beckmann auf dem FIFA Fan Fest der WM 2006™ in Hannover. Ob Sportlerwahl in Hannover, beim Radsportspektakel „Nacht von Hannover“ oder Empfänge im Rathaus der Stadt Hannover, der Tafelmann war ein gern gesehender Gast. Freunde gab es nicht nur bei Hannover 96, sondern auch bei den „Blauen“ von SV Arminia Hannover, genauso wie beim Eishockey-Verein der Hannover Indians. Im Dezember 2007 startete Hannover 96 eine neue Kampagne für die Mitgliederwerbung. Das Motto „Ich bin 96“ der Kampagne brachte Plakate mit prominenten Mitgliedern (u.a. Oliver Pocher, Nicolas Kiefer) hervor, auf denen auch „In Gedenken an unseren Tafelmann“ zu lesen war, eine außergewöhnliche Ehrung des Vereins.

„Team Tafelmann“ – die Fußball-Charity-Elf Bearbeiten

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Logo TEAM Tafelmann

Zu Ehren und in Gedenken an Peter Neubauer wurde das „Team Tafelmann“ gegründet, eine Fußballmannschaft, die aus einem bunten Mix von Mitspielern aus Sport, TV, und anderen Branchen besteht und sich für wohltätige Zwecke engagiert. Jörg Sievers, Nicolas Kiefer, Rainer Schumann, Phil Barnes, Oliver Perau, Frank Hartmann, Dieter Hecking, Elton, Mirko Slomka, Lothar Sippel, Rainer Knorr, Carsten Linke, Dieter Schatzschneider, Hermann Rieger, Christian Stoll, Martin Rapp, Hans Siemensmeyer, Karsten Surmann sind nur einige Spieler, die im „Team Tafelmann“ dabei sind.

Das Fußball Charity-Team erinnert an den „Tafelmann“ Peter Neubauer und seine langjährigen Verdienste rund um den Fußball und Hannover 96 im Besonderen[2]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. 96 trauert um den Tafelmann, Neue Presse
  2. Charity-Team Logo
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