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Die PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit wurde 2007 mit dem Ziel gegründet, die Forschungsförderung im Bereich der Ursachen- und Therapieforschung von Netzhautdegenerationen zu unterstützen, welche heute zumeist noch keiner Therapie zugänglich sind. Sie versteht sich als juristisch separate Stiftung der PRO RETINA Deutschland e.V. Die Forschungsförderung verfolgt dabei das Ziel, geeignete rehabilitative Maßnahmen zu entwickeln oder zu verbessern. Sie hat Ihren Sitz in Frankfurt am Main.

Geschichte und Organisation der Stiftung Bearbeiten

Die Stiftung wurde 1996 von der PRO RETINA e.V. zunächst als nicht rechtsfähige Stiftung gegründet, um die für die Forschungsförderung nötigen Geldmittel zu beschaffen.

Die Stiftung setzt sich heute aus zwei Stiftungsgremien zusammen:[1] Dies umfasst zum einen den Stiftungsvorstand, welcher die Stiftung ehrenamtlich leitet. Zum anderen umfasst dies den Stiftungsrat, der den Vorstand berät und unterstützt. Zudem wird die Stiftung durch den wissenschaftlich-medizinischen Beirat (WMB) unterstützt, der als entscheidendes Dialoggremium die beiden Stiftungsgremien hinsichtlich Förderung berät sowie Forschungsanträge im Bereich der Netzhautdegenerationen begutachtet.[2]

Aus haftungsrechtlichen Gründen und zur Absicherung des Stiftungsvermögens wurde 2005 schließlich damit begonnen, die rechtliche Selbstständigkeit der PRO RETINA-Stiftung zu initiieren. Im Jahre 2007 wurde diese dann offiziell als rechtsfähige Stiftung anerkannt.[3]

Forschungsförderung im Bereich Netzhautdegenerationen Bearbeiten

Die Forschungsförderung der Stiftung fokussiert seltene Erkrankungen der Netzhaut (Retina), die aufgrund genetischer Ursachen oder altersbedingt nach und nach das Absterben der Sehzellen (Fotorezeptoren) verursachen und somit allmählich zur Erblindung führen.

Kernfragen der Netzhautforschung Bearbeiten

Die Netzhautforschung konzentriert sich zurzeit auf folgende Fragen:

  • Wie kann das Absterben der Photorezeptoren verhindert oder verzögert werden?
  • Welche Gene verursachen verschiedene Unterformen von Netzhautdegenerationen?
  • Mit welchen Methoden können die mutierten Gene diagnostiziert werden?
  • Kann der Austausch von Genen das Absterben von Photorezeptoren verhindern?
  • Kann nach bereits erfolgter Erblindung das Sehvermögen durch Stammzelltransplantation oder durch die Implantation einer elektronischen Struktur wiederhergestellt werden?

Instrumente der Forschungsförderung Bearbeiten

Die Hauptinstrumente zur Forschungsförderung setzen sich wie folgt zusammen:

  • Einrichtung von zwei Stiftungsprofessuren[4]: Am Institut für Humangenetik der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Regensburg sowie an der Universitätsaugenklinik Bonn
  • Stipendien (insbes. Promotionsstipendien)
  • Kleinprojekte (bspw. Vorarbeiten für größere Studien bzw. Anträge für Kongressreisen, Probandengelder für klinische Studien)
  • Jährlich zwei zu vergebende Forschungspreise an Nachwuchsforscher. Zudem organisiert die Stiftung jährlich ein wissenschaftliches Kolloquium in Potsdam.
  • Förderung der Entwicklung eines Gen-Diagnostik-Chips[5]

Forschungspreise Bearbeiten

Die PRO RETINA e.V. und die PRO RETINA-Stiftung vergeben seit 25 Jahren einen RP-Preis (Fokus auf Retinitis pigmentosa) sowie seit 1998 einen MD-Preis (Fokus auf Makuladegeneration). Die Preise verstehen sich als Brücke zwischen Selbsthilfe und Forschung.[6] Zu den bisherigen Forschungspreisträgern zählen wichtige Vertreter der deutschen Netzhautforschung.[7]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Die Gremien der PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit
  2. Der wissenschaftlich-medizinische Beirat (WMB) der PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit
  3. Geschichte der PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit
  4. Stiftungsprofessuren der PRO RETINA-Stiftung
  5. Gen-Chip zur Diagnostik erblicher Netzhauterkrankungen
  6. Forschungspreise der PRO RETINA-Stiftung
  7. Liste der bisherigen Forschungspreisträger der PRO RETINA-Stiftung


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