FANDOM


Oksana Chusovitina
Medaillenspiegel

Gerätturnen

DeutschlandFlag of Germany Deutschland (seit 2006)
Flag of Uzbekistan Usbekistan,
davor Flag of the Soviet Union UdSSR und GUSFlag of the CIS GUS
Weltmeisterschaften
0Gold0 1991 Indianapolis Boden
0Gold0 1991 Indianapolis Mannschafts-
mehrkampf
0Silber0 1991 Indianapolis Sprung
0Bronze0 1992 Paris Sprung
0Bronze0 1993 Birmingham Sprung
0Silber0 2001 Gent Sprung
0Bronze0 2002 Debrecen Sprung
0Gold0 2003 Anaheim Sprung
0Silber0 2005 Melbourne Sprung
0Bronze0 2006 Århus Sprung
Europameisterschaften
0Gold0 1990 Athen Mannschafts-
mehrkampf
0Silber0 1990 Athen Mehrkampf
0Silber0 2007 Amsterdam Sprung
0Gold0 2008 Clermont-Ferrand Sprung
Olympische Spiele
0Gold0 1992 Barcelona Mannschafts-
mehrkampf
0Silber0 2008 Peking Sprung
Asienspiele
0Bronze0 1994 Hiroshima Sprung
0Bronze0 1994 Hiroshima Stufenbarren
0Silber0 2002 Busan Mehrkampf

Oksana Aleksandrowna Chusovitina (russ. Оксана Александровна Чусовитина/Oksana Alexandrowna Tschussowitina; * 19. Juni 1975 in Buchara, Usbekische SSR, damals Sowjetunion) ist eine deutsch-usbekische Turnerin.

Leben und Karriere Bearbeiten

Chusovitina begann ihre Karriere bereits während der Zeit der Sowjetunion, startete später für ihre Heimat Usbekistan und seit ihrer Einbürgerung im Sommer 2006 für Deutschland. In ihrer Spezialdisziplin, dem Sprung, gewann sie bei neun Weltmeisterschaftsteilnahmen insgesamt acht Medaillen. Dies ist der Rekord für eine Einzeldisziplin im Geräteturnen. Zudem ist sie mit fünf Teilnahmen (1992–2008) Rekordteilnehmerin bei Olympischen Turnwettbewerben.

Noch als Kind wurde sie 1988 im Mehrkampf und am Boden sowjetische Meisterin, 1990 erstmals Europameisterin mit der Mannschaft sowie Vizeeuropameisterin im Mehrkampf. Größter Erfolg vor Auflösung der UdSSR waren jedoch der Gewinn der Weltmeisterschaft mit der Mannschaft und am Boden 1991, sowie der Olympiasieg 1992 mit der Mannschaft des Vereinten Teams.

Chusovitina trat 1998 vom aktiven Sport zurück und bekam einen Sohn. Sie entschied sich für ein Comeback für die Olympischen Spiele 2000, schied aber als 45. der Qualifikation aus. In der Folge war sie jedoch wieder insbesondere im Sprung erfolgreich. Nachdem 2002 ihr Sohn an Leukämie erkrankte, zog sie zum Zweck einer Behandlung an der Klinik der Kölner Universität an den Rhein, wo sie wegen der besseren Trainingsbedingungen auch nach der Heilung ihres Sohnes wohnen blieb, sie startet seither für Turnteam Toyota Köln.[1] Bis Mitte 2006 startete sie weiter für Usbekistan, erhielt aber kurz vor der WM 2006 die deutsche Staatsbürgerschaft, bei dem Wettbewerb gewann sie mit einem dritten Platz im Sprung die erste Medaille für den deutschen Turnerbund. Bei den Europameisterschaften 2008 in Clermont-Ferrand siegte Chusovitina am Sprungtisch. Damit ist sie die bislang älteste Titelträgerin und zudem auch die erste deutsche Europameisterin seit Maxi Gnaucks Goldmedaillengewinn am Stufenbarren 1985.[2]

Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking gewann Chusovitina ihre erste Einzelmedaille bei Olympischen Spielen. Sie konnte die Silbermedaille am Sprung mit nach Hause nehmen. Damit ist sie die älteste Medaillengewinnerin bei olympischen Turnwettbewerben. Zudem war sie die erste deutsche Turnerin auf dem Podium seit den Olympischen Spielen 1988.[3] Damals gewann Dagmar Kersten Silber am Stufenbarren.

Nach einer Achillessehnenoperation im November 2008 konnte Chusovitina bei den Europameisterschaften 2009 nicht starten. Die Weltmeisterschaften im gleichen Jahr sollten der letzte große Wettkampf ihrer Karriere werden. Ein im September im Training erlittener Abriss der Bizepssehne im rechten Arm verhinderte jedoch die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in London.[4] Nachdem diese Verletzung ausgeheilt war, stieg Chusovitina wieder ins Training ein und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaften 2010 in Rotterdam.[5][6]

Chusovitina ist Diplom-Sportlehrerin und mit dem usbekischen Ringer und Olympiateilnehmer Bakhodir Kurbanow verheiratet. Das Paar hat einen Sohn.

Erfolge Bearbeiten

Ergebnisse bei internationalen Meisterschaften

Europameisterschaften
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Mannschaft 1.* 7.**
Mehrkampf 2. 11. 44.
Sprung 2. 1.
Stufenbarren 24.
Balken 9. 10.
Boden 6. 6.
Weltmeisterschaften
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Mannschaft 1.* 16.** 10.**
Mehrkampf 19. 16. 56. 9.
Sprung 2. 3. 3. 6. 2. 3. 1. 2. 3. 6.
Stufenbarren 8. 23. 19. 89.
Balken 8. 12. 28. 59.
Boden 1. 7. 6. 25.
Olympische Spiele
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Mannschaft 1.*** 12.**
Mehrkampf 10. 97. 9.
Sprung 2.
Stufenbarren
Balken
Boden 7.

* mit der sowjetischen Mannschaft
** mit der deutschen Mannschaft
*** mit der vereinten Mannschaft

Elemente

Im Code de Pointage aus dem Jahr 2007 befinden sich fünf Elemente, die Oksana Chusovitina als erste gezeigt hat und die daher nach ihr benannt wurden:

  • Sprung: Überschlag vorwärtsSalto vorwärts gebückt mit ganzer Drehung in der 2. Flugphase
  • Sprung: Überschlag vorwärts – Salto vorwärts gestreckt mit 1 ½ Drehung in der 2. Flugphase
  • Stufenbarren: Handstand am oberen Holm – Riesenfelge rückwärts in den Handstand mit ganzer gesprungener Drehung in der Handstandphase
  • Stufenbarren: Abschwingen zwischen beiden Holmen- Vorschwung – Doppelsalto rückwärts gehockt mit ganzer Drehung im zweiten Salto
  • Boden: Doppelsalto rückwärts gestreckt mit ganzer Drehung

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. NBColympics.com: Speaking with Oksana Chusovitina . Abgerufen: 16. Oktober 2009
  2. FinancialTimesDeutschland.de: Tschussowitina holt erstes Frauen-Gold für DTB. Abgerufen: 6. April 2008
  3. SpiegelOnline: Turnerin Chusovitina springt zu Silber. Abgerufen: 18. August 2008
  4. Sport1.de: WM-Aus für Chusovitina . Abgerufen: 16. Oktober 2009
  5. GYMmedia.de: Was macht eigentlich...Oksana Chusovitina, die Unverwüstliche?. Abgerufen: 9. Februar 2010
  6. Jörg Strohschein: „Sie ist ein Jahrhunderttalent“ – Oksana Chusovitina vor der Turn-WM in Rotterdam. WDR (www.sportschau.de). 2010-10-14. Abgerufen im 2010-10-15.


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
Lokale Autorenseite, Lizenz: GFDL, CC-by-sa 3.0

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.