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ONE ist eine überparteiliche und international agierende Lobby- und Kampagnenorganisation, die sich für die Bekämpfung extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten einsetzt. Schwerpunkt der Arbeit ist Afrika südlich der Sahara.

Anders als die überwiegenden Mehrzahl entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen konzentriert sich ONE ausschließlich auf politische Arbeit. Die Organisation betreibt selbst keinerlei Projekte der Nothilfe oder Entwicklungszusammenarbeit sondern setzt sich insbesondere gegenüber den G8 Staaten dafür ein, die strukturellen Entwicklungshemmnisse ärmerer Länder abzubauen.

Hauptsitz der Organisation ist Washington, D.C., Europazentrale ist London. Weitere Büros befinden sich in Berlin, Brüssel, Paris und Abuja.

Geschichte Bearbeiten

Die Ursprünge von ONE beginnen im Jahr 2002 mit der Gründung der Organisation DATA, einer entwicklungspolitischen Lobbyorganisation, mit der ONE 2008 fusionierte.

Im Anschluss an ihre Aktivitäten im Rahmen der weltweiten Entschuldungsinitiative Drop the Debt, gründeten Bono, Bob Geldof, Bobby Shriver, Jamie Drummond und Lucy Matthew im Frühjahr 2002 die Lobbyorganisation DATA (Debt, Aids, Trade, Africa). DATA sollte den Druck auf die Regierungen der Industrieländer verstärken, damit sie ihren Beitrag im Kampf gegen extreme Armut in Afrika leisten. Dabei lag ein Schwerpunkt auf Schuldenerlass, der Bekämpfung von HIV/Aids und der Reform unfairer Handelsregularien. DATA übersetzte sein Kürzel auch mit „democracy, accountability, transparency" - also Demokratie, Rechenschaftspflicht und Transparenz. Denn die Bürger der von Armut betroffenen Ländern sollten auch bei der Durchsetzung ihres Anspruchs auf effektiven und transparenten Einsatz jeder Unterstützung unterstützt werden.[1] In der Folge gründete DATA zunächst Büros in Washington, D.C. und London, um sich gegenüber politischen Entscheidern der G8-Staaten für die Ziele der Organisation einzusetzen. In Deutschland eröffnete DATA Anfang 2007 ein Büro in Berlin.

In den USA kamen 2004 DATA und zehn weitere führende Entwicklungsorganisationen zusammen, um eine neue, überparteiliche Kampagnenorganisation zu gründen. Diese sollte vor allem die Öffentlichkeit für den Kampf gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten mobilisieren. Ziel war zunächst, den Bemühungen gegen die Armut Afrikas im Vorfeld des G8-Gipfels von Gleneagles 2005 neuen Schub zu verleihen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Bono und Bob Geldof war DATA mit daran beteiligt, die Live 8-Konzerte zu organisieren. Diesen Aktivitäten zusammen mit der Weltweiten Aktion gegen Armut wird eine wichtige Rolle im Aufbau politischen Drucks auf den G8-Gipfel im schottischen Gleneagles zugeschrieben. In Gleneagles verpflichteten sich die G7-Staaten erstmals zu Hilfszusagen in konkreter Höhe innerhalb eines konkreten Zeitrahmens, um die Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Im Anschluss begann die Organisation die Herausgabe der jährlichen Studie "Der DATA Bericht", in der die Umsetzung der Hilfsversprechen der G7 an die Länder Afrikas kontinuierlich überprüft und nachgerechnet wurde.[2]

2007 entschieden DATA und ONE, ihre komplementären Stärken (Lobbying und Kampagne) in eine gemeinsame, international agierende Organisation unter dem Namen ONE einzubringen. Die Fusion wurde 2008 formal vollzogen und DATA änderte in Deutschland seinen Namen im September des selben Jahres zu ONE.[3]

Arbeitsweise Bearbeiten

ONEs Aktivitäten lassen sich in politische Arbeit, Öffentlichkeitsarbeit und wissenschaftliche Aktivitäten unterteilen. Als Interessenvertretungs- oder Lobbyorganistion für den Abbau struktureller Entwicklungshemmnisse hält die Organisation direkten Kontakt zu politischen Entscheidern wichtiger G7-Staaten. Dabei wirbt ONE gegenüber der Politik für den Ausbau nachweislich wirksamer Methoden zur Bekämpfung extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten in den ärmsten Ländern der Welt. Ein Team entwicklungspolitischer Experten trägt diese Arbeit ebenso wie ein Beirat renommierter Wissenschaftler und afrikanischer Persönlichkeiten.[4] ONE stützt sich zudem auf eine enge Zusammenarbeit mit den langjährigen Afrika-Aktivisten Bono und Bob Geldof sowie ein starkes Netzwerk entwicklungspolitisch interessierter Persönlichkeiten, was den Austausch auch mit sehr hochrangigen politischen Entscheidern ermöglicht.[5]

Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit bedient sich ONE eines breites Instrumentariums an Kampagnenaktivitäten und eröffnet Unterstützern Mitwirkungsmöglicheiten, z.B. über die Teilnahme an Online-Petitionen, koordinierten Telefonaktionen oder anderen Aktivitäten, mit denen Druck auf politische Entscheider erzeugt werden soll.[6]. Nach eigenen Angaben hat die Organisation weltweit zwei Millionen freiwillige Unterstützer, die sich in dieser Weise engagieren. In den USA beschäftigt ONE zudem in vielen Teilen des Landes hauptamtliche Mitarbeiter, die regionale Grassrootsaktivitäten freiwilliger Unterstützer zur politischen Arbeit mit lokalen Kongressabgeordneten koordinieren.

Zur Unterstützung der politischen Arbeit erstellen die entwicklungspolitischen Experten der Organisation wissenschaftliche Studien oder geben diese in Auftrag.[7] Wichtigste Studie der Organisation ist seit 2006 der jährliche DATA Bericht.

ONE betreibt kein aktives Fundraising sondern stützt sich auf die langfristige Finanzierung mehrerer Stiftungen und Großspender.[8]

Politische Forderungen Bearbeiten

Ziel ist es, Staats- und Regierungschefs an gegebene Versprechen im Bereich Armutsbekämpfung zu erinnern, weshalb ONE sich gegenüber den Geberstaaten kontinuierlich dafür einsetzt, Entwicklungspolitik entsprechend der in Gleneagles zugesagten Höhe zu finanzieren sowie eine starke politische Unterstützung der Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen einfordert. Die Organisation tritt weiterhin für Effizienzgewinne bestehender Entwicklungspolitik ein und fordert daher die Umsetzung der Pariserklärung bzw. unterstützt entsprechende Reformvorhaben auf Seiten der Geberstaaten. Thematische Schwerpunkte sind Gesundheit, Bildung und eine Reform des Welthandels, um strukturelle Nachteile der Entwicklungsländer abzubauen. Aufgrund der Geschichte der Organisation ist Schuldenerlass traditionell ein weiterer Schwerpunkt.

ONE betont auch Bemühungen um mehr Rechtsstaatlichkeit, Rechenschaftspflicht und Transparenz in den Entwicklungsländern, damit sichergestellt ist, dass Strategien zur Beseitigung von Armut nachhaltig umgesetzt werden.

Bekannte Unterstützer Bearbeiten

Neben den bekannten Afrika-Aktivisten für ONE ein. Die Organisation betont aber, keine Prominentenkampagne zu sein, sondern stark auf das Engagememt der freiwilligen Unterstützer zu setzen.[9]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Titelgeschichte des Nachrichtenmagazins TIME zur Gründung von DATA
  2. Übersichtsseite zu den DATA-Berichten von ONE
  3. Pressemitteilung von DATA zur Fusion mit ONE
  4. Beirat von ONE
  5. Artikel im Observer Magazine über ONE-Gründer Jamie Drummond und die Arbeitsweise der Organisation
  6. Internetangebot von ONE Deutschland zu Beteiligungsmöglichkeiten
  7. Süddeutsche Zeitung: Klimaschutz zu Lasten Afrikas
  8. Spenden an ONE?
  9. Ist ONE eine Prominenten-Kampagne?


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