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Es gelang ihm, im Abstand von acht Jahren jeweils eine olympische Goldmedaille im [[Sprint (Bahnradsport)|Sprint]] zu gewinnen. [[Daniel Morelon]] bezeichnete ihn nach dem Olympiasieg von [[Seoul]] als den besten Sprinter des Jahrhunderts.<ref name=":0" />  
 
Es gelang ihm, im Abstand von acht Jahren jeweils eine olympische Goldmedaille im [[Sprint (Bahnradsport)|Sprint]] zu gewinnen. [[Daniel Morelon]] bezeichnete ihn nach dem Olympiasieg von [[Seoul]] als den besten Sprinter des Jahrhunderts.<ref name=":0" />  
   
Die [[Olympische Sommerspiele 1984|Olympiateilnahme 1984]] blieb ihm verwehrt. Bei den [[Wettkämpfe der Freundschaft|Wettkämpfen der Freundschaft]], der Gegenveranstaltung der Olympia-boykottierenden [[Ostblock]]länder, erreichte Heßlich als Erster mit 9,98&nbsp;s eine Zeit unter zehn Sekunden, der Rekord wurde allerdings nicht offiziell anerkannt. Die Unterbietung der 10 Sekunden-Grenze betrachtete er noch nach Jahren als eine seine wertvollsten Leistungen: Alles, sogar Olympiasieger kann man öfter werden, aber es gibt nur einen Menschen, der als erster unter dieser Marke bleibt.“<ref>{{Literatur |Autor= |Titel=Deutsches Sportecho |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=Sportverlag |Ort=Berlin |Datum=1984-09-03 |ISBN= |Seiten=3}}</ref> Die 9,98 Sekunden entsprachen einer Geschwindigkeit von etwas über 72 Kilometern pro Stunde.
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Die [[Olympische Sommerspiele 1984|Olympiateilnahme 1984]] blieb ihm verwehrt. Bei den [[Wettkämpfe der Freundschaft|Wettkämpfen der Freundschaft]], der Gegenveranstaltung der Olympia-boykottierenden [[Ostblock]]länder, erreichte Heßlich als Erster mit 9,98&nbsp;s eine Zeit unter zehn Sekunden, der Rekord wurde allerdings nicht offiziell anerkannt. Die Unterbietung der 10 Sekunden-Grenze betrachtete er noch nach Jahren als eine seine wertvollsten Leistungen: „Alles, sogar Olympiasieger kann man öfter werden, aber es gibt nur einen Menschen, der als erster unter dieser Marke bleibt.“<ref>{{Literatur |Autor= |Titel=Deutsches Sportecho |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=Sportverlag |Ort=Berlin |Datum=1984-09-03 |ISBN= |Seiten=3}}</ref> Die 9,98 Sekunden entsprachen einer Geschwindigkeit von etwas über 72 Kilometern pro Stunde.
   
 
Allein sechs Mal siegte er beim renommierten Sprint-Klassiker ''[[Grand Prix de Paris (Radsport)|Grand Prix de Paris]]''.
 
Allein sechs Mal siegte er beim renommierten Sprint-Klassiker ''[[Grand Prix de Paris (Radsport)|Grand Prix de Paris]]''.

Version vom 25. März 2019, 18:26 Uhr

Bundesarchiv Bild 183-1988-0415-044, Lutz Heßlich

Lutz Heßlich am 15. April 1988 während des Trainings beim Freiluft-Auftakt der DDR-Sprinter

CottbusMedaillen

Straße der Medaillengewinner vor dem Rathaus Cottbus mit goldener Medaille für Heßlich

Lutz Heßlich (* 17. Januar 1959 in Ortrand, Kreis Senftenberg) ist ein ehemaliger deutscher Bahnradsportler.

Radsport-Laufbahn

Lutz Heßlich spielte zunächst Fußball bei der TSG Tettau, Radfahren lernte er mit sieben Jahren, vor allem um den Schulweg von seinem Wohnort  zur Schule zurücklegen zu können. Er kam zum ersten Mal mit dem Radsport in Berührung, als an seiner Schule ein Vorentscheid zur „Kleinen Friedensfahrt“ stattfand, den er auf Anhieb gewann. Daraufhin sprach ihn Wilfried Schulz (damals Radsporttrainer der BSG Aktivist Lauchhammer) an und versuchte, ihn für ein systematisches Training im Verein zu begeistern. Er trat der Gemeinschaft bei und trainierte wie seine Gemeinschaftskameraden vor allem auf der Straße.[1]

Lutz Heßlich begann auf diesem Weg 1968 bei der BSG Aktivist Lauchhammer mit dem organisierten Radsport und wechselte 1972 auf die Kinder- und Jugendsportschule nach Cottbus.[2] An der KJS war er zunächst Mitglied in der Trainingsgruppe von Eberhard Pöschke, der auch Bernd Drogan und Hans-Joachim Hartnick an die Weltspitze führte. Auf Dauer waren ihm die Straßenrennen nach eigener Aussage jedoch zu lang[3] und er wechselte mit 15 Jahren in die Bahnradsporttrainingsgruppe für Kurzzeitdisziplinen bei Gerd Müller. Hier entwickelte er sich beim SC Cottbus unter seinem Trainer Gerd Müller zu einem der bekanntesten Radrennfahrer der DDR und der Welt. 1976 und 1977 wurde er Weltmeister der Junioren im Bahnsprint. Direkt am Anschluß an die 1977er Junioren-Weltmeisterschaft nominierte ihn Verbandstrainer Dieter Hermann  für die UCI-Weltmeisterschaft in San Cristobal bei den Männern.[4] Er startete an der Seite von Jürgen Geschke (der nach eigener Aussage sein Vorbild war)[1] und Emanuel Raasch. Er sollte die Teilnahme ursprünglich nutzen, um erste Erfahrungen zu sammeln. Lutz Heßlich fuhr ein furioses Turnier und gewann bei seinem ersten WM-Start die Bronzemedaille hinter Geschke und Raasch. Auf diese Leistung war er noch Jahre später besonders stolz.[4]

Es gelang ihm, im Abstand von acht Jahren jeweils eine olympische Goldmedaille im Sprint zu gewinnen. Daniel Morelon bezeichnete ihn nach dem Olympiasieg von Seoul als den besten Sprinter des Jahrhunderts.[1]  

Die Olympiateilnahme 1984 blieb ihm verwehrt. Bei den Wettkämpfen der Freundschaft, der Gegenveranstaltung der Olympia-boykottierenden Ostblockländer, erreichte Heßlich als Erster mit 9,98 s eine Zeit unter zehn Sekunden, der Rekord wurde allerdings nicht offiziell anerkannt. Die Unterbietung der 10 Sekunden-Grenze betrachtete er noch nach Jahren als eine seine wertvollsten Leistungen: „Alles, sogar Olympiasieger kann man öfter werden, aber es gibt nur einen Menschen, der als erster unter dieser Marke bleibt.“[5] Die 9,98 Sekunden entsprachen einer Geschwindigkeit von etwas über 72 Kilometern pro Stunde.

Allein sechs Mal siegte er beim renommierten Sprint-Klassiker Grand Prix de Paris.

Nach Abschluss seiner Karriere im Jahr 1988 (die er aus gesundheitlichen Gründen beendete)[6] wurde Heßlich 1990 persönliches Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee der DDR, nach der Wiedervereinigung Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland. Nach seinem Rücktritt trat er nach der politischen Wende in Cottbus noch einmal für ein Abschiedsrennen auf das Rennrad.[7]

Trivia

Sein persönlicher Rekord bei einem Stehversuch liegt bei 11 Minuten und 30 Sekunden, während eines Rennens gegen seinen Club-Kameraden und späteren Bundestrainer Detlef Uibel.[8]

Privates und Berufliches

Fahrradgeschäft Lutz Heßlich

Lutz Heßlich hat ein Sportlehrerstudium abgeschlossen und hätte nach Beendigung seiner Laufbahn die Möglichkeit gehabt, in Cottbus als Trainer zu arbeiten. Dies erschien ihm in den Zeiten des Umbruchs in der DDR als zu unsicher und er baute sich 1990 zunächst ein (später ein zweites) Fahrradgeschäft in Cottbus auf.[6]

Lutz Heßlich lebt mit seiner Familie (zwei Kinder) in Cottbus, wo er auch seine beiden Fahrradfachgeschäfet betreibt.[9] Sein Sohn Nico (* 1990) betreibt seit 2008 ebenfalls erfolgreich den Bahnradsport.

Heßlich ist ein Urenkel des Schrittmachers Walter Heßlich; er führte u. a. den niederländischen Weltmeister Piet Dickentman. Er verunglückte tödlich 1951 beim Training auf der Radrennbahn Andreasried in Erfurt.[10] Auch dessen älterer Bruder Willi war als Schrittmacher aktiv.

Erfolge

  • 1976 und 1977 Juniorenweltmeister im Sprint
  • 1977 dritter Platz bei den Weltmeisterschaften
  • 1979, 1983, 1985 und 1987 Weltmeister im Sprint
  • 1980 Gold bei den Olympischen Spielen in Moskau
  • 1981, 1982 und 1986 Vizeweltmeister
  • 1988 Gold bei den Olympischen Spielen in Seoul

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2  Deutsches Sportecho. Sportverlag, Berlin 1978-02-06, S. 3.
  2. Doppel-Olympiasieger Lutz Heßlich wird 50 – Popularität ungebrochen Märkische Onlinezeitung
  3.  Junge Welt. Berlin 1987-08-27, S. 8.
  4. 4,0 4,1  Olympia-Kämpfer erzählen von Höhepunkten und Alltäglichem. Sportverlag, Berlin 1983, S. 68.
  5.  Deutsches Sportecho. Sportverlag, Berlin 1984-09-03, S. 3.
  6. 6,0 6,1  Velo. Nr. 2/1995, Schweiz, S. 12-13.
  7.  Volker Kluge: Das große Lexikon der DDR-Sportler. Schwarzkopf&Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-348-9, S. 155.
  8.  Junge Welt. Berlin 1987-08-24, S. 8.
  9. Fahrradcenter Lutz Heßlich
  10. Steher, Stars und Sensationen: Seit 1885 Andreasried Erfurt, Broschüre, S. 27

Literatur

Weblinks

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