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Der LandFrauenverband Württemberg-Baden e. V. ist ein parteipolitisch unabhängiger und überkonfessioneller Frauenverband. Mit 53.000 Mitgliedern (Stand: Januar 2019) gehört der Verband zum Deutschen LandFrauenverband. Das 1984 gegründete Bildungs- und Sozialwerk des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden e.V. ist anerkannter Träger der ländlichen Erwachsenenbildung. Dienstsitz des LandFrauenverbands Württemberg-Baden sowie des Bildungs- und Sozialwerks ist Stuttgart. Seit 1986 besteht die Arbeitsgemeinschaft der drei LandFrauenverbände in Baden-Württemberg mit den LandFrauenverbänden Südbaden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. Derzeit sind auf Landesebene über 80.000 LandFrauen zusammengeschlossen.

Geschichte Bearbeiten

Im Jahre 1898 gründete Elisabet Boehm in Ostpreußen den ersten LandFrauenverein, mit der Absicht Weiterbildungsmöglichkeiten für Frauen in ländlichen Raum zu bieten. Daraus entstand 1916 ein Reichsverband, mit Elisabeth Boehm als erste Vorsitzende. Im deutschen Südwesten gründete Fürstin Therese zu Hohenlohe-Waldenburg im Kriegsjahr 1916 den ersten Landwirtschaftlichen Hausfrauenverein in Öhringen. 1933 wurden die landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine aufgelöst und in den Reichsnährstand eingegliedert.

Gleich nach dem Krieg setzte sich Marie-Luise Gräfin Leutrum von Ertingen für den Neubeginn der LandFrauenarbeit ein, wobei die Zugänglichkeit für alle Frauen im ländlichen Raum im Vordergrund stand. Gerade jetzt war es nötig alle Frauen zusammenzuführen, um sie in ihren Aufgabenbereichen Hauswirtschaft, Familie und Gesundheit zu beraten und weiterzubilden. Amerikanische Alliierte unterstützen im Rahmen von „Reeducation“ dieses Bemühen. Die ersten Vereine entstanden auf Ortsebene in Nordwürttemberg, wobei in der Gemeinde Alfdorf am 20. April 1946 der erste LandFrauenverein in Baden-Württemberg gegründet wurde. LandFrauenarbeit ist daher eine Bewegung die nach dem Krieg von der Basis aus entstanden ist. Motiviert setzte sich Gräfin Leutrum für die Gründung von zahlreichen Orts- und Kreisvereinen ein und nahm im Winter 1946/47, trotz Schnee und Eis, die Wege von einer Gründungsversammlung zur nächsten auf sich.

Gräfin Leutrum waren von Beginn an die Überparteilichkeit, die Aufgeschlossenheit gegenüber allen Konfessionen sowie die Offenheit gegenüber allen Frauen im ländlichen Raum und die Selbstständigkeit zentrale Anliegen.

Am 30. April 1947 wurde dann in Ludwigsburg der LandFrauenverband Württemberg-Baden e.V. gegründet. Marie-Luise Gräfin Leutrum von Ertingen ist zur ersten Präsidentin gewählt worden. Kurz darauf ist die erste Geschäftsführerin Regina Frankenfeld worden. Die ersten Jahre befand sich die Geschäftsstelle im Schloss in Unterriexingen. Seit 1950 ist die Geschäftsstelle in Stuttgart.

Bei der Gründung des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) im Jahre 1948 wurde Gräfin Leutrum von Ertingen zur Präsidentin gewählt, die zur Neugründung maßgeblich beigetragen hat.

Ziele Bearbeiten

Die LandFrauen, als größte Frauenorganisation Baden-Württembergs, wollen überparteilich und überkonfessionell offen für alle Frauen im ländlichen Raum sein. Sie vereinen unterschiedliche Berufe, Altersgruppen und Interessen.

Organisation Bearbeiten

Mit 53.000 Mitgliedern ist der LandFrauenverband Württemberg-Baden e.V. der größte eigenständige Frauenverband in Baden-Württemberg und der drittgrößte Landesverband im Deutschen LandFrauenverband. Das Verbandsgebiet umfasst die Landesteile Nordwürttemberg-Nordbaden.

Präsidentinnen Bearbeiten

  • Marie-Luise Gräfin Leutrum von Ertingen (1947 bis 1959)
  • Hanne Schiefer (1959 bis 1979)
  • Brigitte Heinrich (1979 bis 1991)
  • Gudrun Laible (1991 bis 2004)
  • Hannelore Wörz (2004 bis 2016)
  • Marie-Luise Linckh (ab 2016)

Kreis- und Ortsverbände Bearbeiten

Der LandFrauenverband Württemberg-Baden e.V. mit seinen 53.000 Mitgliedsfrauen erstreckt sich von Ulm bis Mannheim und von Main-Tauber bis zur Ostalb. Der Verband organisiert sich in 24 Kreisverbände und 615 Ortsvereine. Die 24 Kreisverbände sind:

  • Blaubeuren
  • Böblingen
  • Crailsheim
  • Esslingen
  • Enzkreis
  • Gaildorf
  • Geislingen
  • Göppingen
  • Heidelberg
  • Heidenheim
  • Heilbronn
  • Hohenlohe
  • Karlsruhe
  • Ludwigsburg
  • Main-Tauber
  • Mannheim
  • Neckar-Odenwald
  • Nürtingen
  • Ostalb
  • Rems-Murr
  • Schwäbisch Gmünd
  • Schwäbisch Hall
  • Stuttgart
  • Ulm

Aktivitäten Bearbeiten

Heute geht es darum, Frauen im ländlichen Raum durch Bildung in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen zu unterstützen. Das Bildungs- und Sozialwerk des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden e.V. setzt sich für die gesellschaftliche Aufwertung und Anerkennung von Frauenarbeit in Familie, Beruf und Ehrenamt ein.

Der LandFrauenverband Württemberg-Baden war Mitherausgeber des Schwäbischen Heimatkalenders.

Politisches Engagement Bearbeiten

Die mehr als 53.000 Frauen beschäftigen sich unter anderem mit der Brustkrebs-Vorsorge, dem Bildungszeitgesetz, Mütterrente und schnelles Internet.

Weblinks Bearbeiten


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