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Kurt Hornfischer (* 1. Januar 1910 in Gera; † 18. Januar 1958 in Nürnberg) war ein deutscher Ringer in den 1930ern.

Werdegang Bearbeiten

Der gebürtige Thüringer, ein Hüne von 1,88 m und 105 kg, war zunächst im Arbeiter-Athleten-Bund Deutschland aktiv und wurde dort 1926 (also schon mit 16 Jahren), 1927 und 1929 Sieger im Ringen der Schwergewichtsklasse. Höhepunkt seiner Erfolge im AABD war der Sieg im Schwergewicht bei der II. Arbeiter-Olympiade in Wien 1931.

1932 trat er zum DASV von 1891 über und dem SC 1904 „Maxvorstadt“ Nürnberg bei. Von nun an begann eine Karriere, die ihn über mehrere Jahre zu einem der weltbesten Ringer in der Schwergewichtsklasse werden ließ. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass er niemals Olympiasieger werden konnte. 1932 war er im DASV noch zu unbekannt, 1936 konnte er wegen einer langwierigen schweren Ellbogenverletzung, die er sich ca. sechs Monate vor den Olympischen Spielen zugezogen hatte, nicht im Vollbesitz seiner Kräfte antreten. 1940 und 1944 fielen die Olympischen Spiele aus.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Kurt Hornfischer sechsmal schwer verwundet. Als nunmehriger städtischer Beamter musste er nach dem Krieg von ganz vorne anfangen, seine sportlichen Aktivitäten waren stark eingeschränkt. Schon mit 48 Jahren verstarb er dann an den Folgen einer Operation, die auf seine Verwundungen zurückging.

Stationen seiner Laufbahn im DASV Bearbeiten

  • 1932 Zweiter Deutscher Meister im Schwergewicht (griech.-röm. Stil). Er besiegte dabei erstmals den seinerzeit besten deutschen Schwergewichtsringer und zweifachen Europameister Georg Gehring aus Ludwigshafen, verlor aber gegen den routinierten fünfmaligen deutschen Meister Willi Müller, Köln.

Im Mai 1932 trat Hornfischer in Nürnberg erstmals gegen vier regionale Spitzenringer an, die er alle schnell schulterte. In der Fachzeitschrift „Athletik“ stand dazu prophetisch: „Hier reift unser neuer Meister heran und es ist ohne Bedenken 100 : 1 zu wetten, der Mann wird und wir wissen nun auch, wie unser künftiger Europa-Champion heißen wird.“ Wie recht dieser Schreiber haben sollte.

Deutscher Meister in Ludwigshafen im Schwergewicht vor Wilhelm Kolb, Schifferstadt und Georg Gehring.

Deutscher Meister in Nürnberg vor Ferdinand Muß, Dortmund-Hörde und Anton Vogedes, Dortmund.

Vizeeuropameister in Brüssel im Freistil mit Siegen über Nils Åkerlindh, Schweden und Josef Klapuch und einer Niederlage gegen Karl Hegglin, Schweiz. Deutscher Meister im griech.-röm. Stil und im Freistil, jeweils vor Georg Gehring.

Deutscher Meister im Freistil vor und deutscher Vizemeister im griech.-röm. Stil hinter Georg Gehring.

  • 1937 Europameister im Freistil in München mit Siegen über Gyula Bóbis, Ungarn und Nils Åkerlindh und einer Punktniederlage gegen Josef Klapuch.

Deutscher Vizemeister im griech.-röm. Stil hinter Georg Gehring und vor Willi Liebern, Dortmund und deutscher Meister im Freistil vor Georg Gehring.

  • 1938 Deutscher Meister im Freistil im Schwergewicht.
  • 1939 Deutscher Meister im griech.-röm. Stil im Schwergewicht.

Bei seiner letzten Teilnahme an einer Europameisterschaft in Oslo unterlag er im griech.-röm. Stil gegen den eine lange Karriere vor sich habenden Johannes Kotkas, (Estland, später Sowjetunion) und gegen Hjalmar Nyström und blieb unplatziert. Deutscher Meister im griech.-röm. Stil.

  • 1940, 1941 und 1942 jeweils deutscher Meister im Freistil und 1942 deutscher Meister im griech.-röm. Stil.

Zusammenfassung seiner Meisterschaften:

Europameister 1933, 1934 und 1935 im griech.-röm. Stil und 1937 im Freistil; Vizeeuropameister 1935 im Freistil; Bronzemedaille Olympische Spiele 1936 im griech.-röm. Stil; 5 x deutscher Meister im griech.-röm. Stil; 7 x deutscher Meister im Freistil

Länderkämpfe

Kurt Hornfischer bestritt insgesamt 20 Kämpfe, von denen er 15 gewann.

QuellenBearbeiten

  • Fachzeitschrift Athletik,
  • Documentation of International Wrestling Championships der FILA, 1976,
  • Website des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig,
  • Dokumentation "Hundert Jahre Ringen in Deutschland", Herausgeber Deutscher Ringer-Bund e.V., Verlag "Der Ringer", Niedernberg, 1991, Seiten 91 bis 94, 183, 221 u. 231

Weblinks Bearbeiten


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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