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Karlheinz Sundermann (* 20. Juni 1922 in Coesfeld; † 6. Oktober 1998 ebenda) war ein deutscher Architekt des Wiederaufbaus und leitender Regierungsbaudirektor des Landes Nordrhein-Westfalen. Aufgrund seines wegweisenden Einsatzes für den Denkmalschutz - insbesondere das Bewahren und Wiederbeleben historischer Orts- und Stadtkerne in Ostwestfalen-Lippe - wurde er 1985 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

Leben Bearbeiten

Karlheinz Sundermann wuchs im Coesfeld, Westfalen, auf, wo sein Vater Heinrich August Sundermann, ein Bauernsohn aus Merfeld (heute: Dülmen-Merfeld), zwischen 1909-1945 im Landratsamt des Kreises Coesfeld beschäftigt war. Der Vater seiner Mutter Josephine Bertha Sundermann (geb. Kleine) war Zechenbaumeister im Ruhrgebiet. Nach dem Abitur am städtischen Gymnasium Nepomucenum Coesfeld und Kriegsdienst, aus dem er vorzeitig entlassen wurde, studierte Sundermann zwei Semester Jurisprudenz in Münster und Architektur an der RWTH Aachen.

Nach seinem Diplom 1947 arbeitete Kartlheinz Sundermann im Stadtbauamt Aachen mit Wilhelm K. Fischer an der Wiederaufbauplanung des kriegszerstörten Aachens, das 1944/45 durch neun von der amerikanischen Militärregierung eingesetze Bürger (Hans Schwippert u. a.) verwaltet wurde. Er wurde 1950 Baureferendar im städtischen Bauamt Coesfeld unter Bürgermeister Geertz.

Nach der Großen Staatsprüfung entschied er sich für eine Laufbahn im Staatshochbau des Landes Nordrhein-Westfalen. Er arbeitete zunächst als Bauassessor im Staatshochbauamt Recklinghausen und Staatlichen Universitätsbauamt Münster. In Marl baute er das Amtsgericht und für die Universität Münster die Hals-Nasen-Ohren-Klinik. Als Vorstand der Staatneubauleitung Münster baute Baurat Karlheinz Sundermann das neue Behördenhaus, die Landesfeuerwehrschule Münster (Architekt Bernhard M. Geisberg) an der Wolbecker Straße und das Oberverwaltungsgericht Münster (Architekt Dieter Georg Baumewerd). Das auf dem Klostergelände am Alten Steinwegeben neben der Dominikanerkirche Münster errichtete Behördenhaus (1959) ersetzte die Dienstbaracken am Buddenturm. Ursprünglich war beabsichtigt, die Schaufassade des alten Dominkanerklosters an der Salzstrasse in den Neubau einzubinden. Was die Stadt Münster verhinderte, weil sie hier ein Strassendurchbruch plante, den sie dann nicht umsetzte. Die Stadtöffentlichkeit wertete das Behördenhaus neben dem Neubau des Städtischen Bühnen Münster (1956, heute: Theater Münster) als zweites gelungenes öffentliches Bauspiel für einen zeitgemäßen Wiederraufbau der kriegszerstörten Altstadt Münsters. 1962 übernahm Karlheinz Sundermann den Vorstand des Staatshochbauamtes II Münster und des Staatshochbaumates Recklinghausen. Anschließend leitete er als Oberbaurat die Bauaufsicht im Regierungsbezirk Münster. In dieser Zeit förderte er mit Augenmaß die Architektur des Wiederaufbaus und Architekten der Nachkriegsmoderne sowie die Kunst am Bau und den Denkmalschutz im Münsterland (Schloss Anholt).

Zwischen 1970 und 1985 lenkte er als Baudezernent die fachliche Belange des Städtebaus und der Denkmalpflege im Regierungsbezirk Detmold. In Ostwestfalen-Lippe förderte er insbesondere:

  •  die Planung und den Bau des Konzerthauses der Hochschule für Musik Detmold im Palaisgarten Detmold
  •  den Erhalt des Baudenkmals Lippischer Hof (1726) im Zuge der Strassenerweiterung der Hornschen Straße
  •  den Aufbau der Reformuniversität Bielefeld
  • die Umnutzung des Industriedenkmals Alte Ravensberger Spinnerei in Bielefeld
  • die Wiederbelebung und städtebauliche Erneuerung der historischen Stadtkerne in Ostwestfalen Lippe, insbesondere der alten Hansestadt Lemgo und die Verabschiedung des 1. Denkmalschutzgesetzes NRW.

Er war Mitglied der Kunstkommission des Erzbistums Paderborn.

Quellen Bearbeiten

  • Münstersche Zeitung, 23.Mai 1957: Behördenhaus der Regierung am Alten Steinweg
  • Münsterischer Stadtanzeiger, 17.Juli 1957: Baubeginn des Behördenhauses
  • Münsterischer Stadtanzeiger Nr.123 30.Mai 1958: "Dies Haus - keine Zwingburg"
  • Münstersche Zeitung, 30.Mai 1958: Ein Haus der Arbeit für den Bürger, Sechs Dienststellen finden Unterkunft
  • Münstersche Stadtanzeiger, 12. Dezember 1959: Der Präsident macht Visite
  • Westfälische Rundschau, 12./13. Dezember 1959: Sechs Dienststellen im Behördenhaus Dr.Schneeberger besichtigte Neunbau


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