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Karl-Peter Naumann 2064

Karl-Peter Naumann, 2017

Karl-Peter Naumann (* 25. Oktober 1950 in Hamburg) ist Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dessen Bundesvorsitzender er von März 1996 bis März 2012 war. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der Allianz pro Schiene.

Leben Bearbeiten

Naumann lebt in Hamburg. Von Beruf ist er Diplom-Chemiker.

Verkehrspolitik Bearbeiten

Naumann ist seit den 1980er Jahren in der Verkehrspolitik aktiv und war 1986 Gründungsmitglied des Verkehrsclub Deutschland (VCD).

In den 1990er Jahren leitete er die „Gemischte Kommissionen“, ein Spitzengremium deutscher Fahrgastverbände, und trat mit den beiden Staatsbahnen Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn, bzw. später mit deren Nachfolgerin Deutsche Bahn AG, in intensive Fachgespräche über Tarife und Fahrpläne. Die Übereinkünfte aus damaliger Zeit gelten bis heute als bedeutend.

Bundesvorsitzender von Pro Bahn Bearbeiten

Im März 1996 übernahm Naumann das Amt des Bundesvorsitzenden von Pro Bahn von seinem Vorgänger Kurt Bielecki und war über 16 Jahre durchgängig an der Spitze des Fahrgastverbandes. Sein Nachfolger war Jörg Bruchertseifer, dem inzwischen Detlef Neuß nachfolgte. Karl-Peter Naumann wurde 2012 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Naumann ist weiterhin Vorstandsmitglied der Allianz pro Schiene. Dort bekleidet er aktuell das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden mit Unterbrechungen seit Gründung im Juni 2000.

Naumann ist immer wieder in der öffentlichen Debatte um die Belange der Fahrgäste und zur Verkehrspolitik präsent.

Im Jahr 2002 hat die Deutsche Bahn Naumann wegen zweier Aussagen zum neuen Preissystem verklagt.[1] Das Verfahren wurde später eingestellt.

Projekt Security Bearbeiten

Nachdem Naumann 2011 seine bisherige Anstellung verloren hatte, sollte er als freier Mitarbeiter für die Deutsche-Bahn-Tochter DB Training tätig werden. Diesem Schritt seien mehrere Gespräche mit dem DB-Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Grube vorausgegangen.[2] Naumann sollte dabei als externer Berater für Sicherheitsfragen im öffentlichen Verkehr fungieren. Nach eigenen Angaben wäre er in dieser Funktion erst nach Ende seiner Vorstandstätigkeit bei Pro Bahn tätig geworden.[3] Die Anstellung kam letztlich nicht zustande, weil Naumann offen über das Vorhaben redete und gleichzeitig bis zur Unterzeichnung des Vertrags Vorsitzender von Pro Bahn bleiben wollte. Das Vorhaben Naumanns stieß auch innerhalb von Pro Bahn auf Kritik.[4]

Im November 2012 wurden Pläne von Pro Bahn bekannt, Naumann für drei Jahre fest anzustellen. Er solle Möglichkeiten untersuchen, die Sicherheit von Fahrgästen und Personal im Bahnverkehr zu verbessern.[4] Verbandsinterne Kritiker, darunter mehrere Landesverbände, sahen durch das von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft mit 340.000 Euro finanzierten Projekts die Unabhängigkeit von Pro Bahn gefährdet.[3] Das Projekt wurde aus einem Fonds finanziert, dessen Mittel weitgehend von der Deutschen Bahn bereitgestellt wurden.[5] Gegenüber Heiner Monheim habe Naumann laut einem Medienbericht schriftlich zugegeben, dass das Projekt seiner finanziellen Absicherung dienen solle. Monatelange Streitigkeiten in dieser Sache hätten letztlich zu Monheims Rücktritt geführt.[3] Nach umfassenden rechtlichen Klärungen unterbreitete der Bundesvorsitzende den Vorschlag, von einer unmittelbaren Mitwirklung des eingetragenen Vereins Pro Bahn (e. V.) abzusehen. Sodann wurde die Firma "Pro Bahn Service", eine Firma von Pro-Bahn-Mitgliedern, zur Mitwirkung an dem Security-Projekt betraut.

Im März 2013 stimmte eine große Mehrheit der Delegierten des Pro-Bahn-Bundesverbandstages dem Projekt mit den formalen Durchführungsvorschlägen des Bundesvorsitzenden zu.[6] Das Projekt „Security für Mitarbeiter und Fahrgäste von Verkehrsbetrieben“ wurde schließlich im August 2013 als Gemeinschaftsaktion der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, "Pro Bahn Service" und der Gewerkschaft der Polizei gestartet[7] und im März 2016 abgeschlossen.[8] Die Leitung lag in den Händen von Karl-Peter Naumann.[7]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Ausgerechnet Mehdorn wird Flughafen-Chef, braunschweiger-zeitung.de
  2. Bahn-Kritiker wechselt zur Bahn. In: Der Tagesspiegel, 11. März 2012.
  3. 3,0 3,1 3,2  Thomas Wüpper: Der interne Streit bei den Bahn-Kritikern eskaliert. In: Stuttgarter Zeitung. 16. Januar 2013, S. 9.
  4. 4,0 4,1 Daniela Kuhr: "Wir werden die Bahn weiter kritisieren". SZ online, 17. November 2012.
  5.  Daniela Kuhr: Eklat bei Pro Bahn. In: Süddeutsche Zeitung. 16. Januar 2013, ISSN 0174-4917, S. 17 (online).
  6. PRO BAHN-Vorstand wieder komplett. Pressemeldung vom 10. März 2013.
  7. 7,0 7,1 Sicherheits-Projekt gestartet, Pressemitteilung Pro Bahn vom 26. September 2013.
  8. Pressemeldung ProBahn vom 18. März 2016


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