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Bundesarchiv Bild 183-1982-1120-002, Karin Enke

Karin Enke, 1982

Bundesarchiv Bild 183-1988-1126-017, Andrea Ehrig, Gabi Zange, Karin Kania, Sabine Brehm

Andrea Ehrig, Gabriele Zange, Karin Enke (zweite v.r.) und Sabine Brehm beim Eisschnelllauf-Weltcup in Berlin am 26. November 1988

Karin Enke (* 20. Juni 1961 in Dresden), ist eine ehemalige deutsche Eisschnellläuferin. Sie ist durch mehrfache Heiraten unter verschiedenen Namen bekanntgeworden: ab 1981 als Karin Busch-Enke, ab 1984 als Karin Kania, nach dem Ende ihrer Karriere 1988 als Karin Enke-Richter.

Für die DDR startend, bestimmte sie in den 1980er Jahren die Weltspitze mit. Sie wurde dreimal Olympiasiegerin: 1980 und 1984 auf drei verschiedenen Strecken. Dazu kommen vier Silbermedaillen und eine Bronzemedaille.

Ihre internationale Karriere begann Anfang 1980 mit einem bescheidenen 17. Platz bei der Mehrkampf-WM. Schon vier Wochen später wurde sie Weltmeisterin im Sprintvierkampf, zwei Wochen darauf Olympiasiegerin über 500 Meter in Lake Placid. In den folgenden Jahren stieg sie schnell zur dominierenden Läuferin der internationalen Schnelllaufszene auf. In den Siegerlisten wechselte sie sich mit den anderen Spitzenläuferinnen, Christa Rothenburger, Andrea Schöne (Ehrig) und Gabi Zange (Schönbrunn) ab. Aber während Rothenburger eher auf die Sprintstrecken und Schöne auf die längeren Distanzen spezialisiert war und Zange meist die zweiten oder dritten Plätze hinter ihnen belegte, beherrschte Karin Enke alle Strecken. Obwohl sie über die kürzeren und die Mittelstrecke etwas besser war, belegte sie auch über 3000 und später 5000 Meter oft Spitzenplätze. Sie galt lange als beste Allrounderin der Welt, was sie mit elf Weltmeistertiteln im Sprint- und kleinen Vierkampf und zehn Weltrekorden (zwischen 1982 und 1987) auf allen Strecken von 500 bis 3000 Meter sowie im Mehrkampf bestätigte. 21 Weltcupsiege vervollständigen ihre Erfolgsbilanz. Bei ihren drei EM-Teilnahmen von 1981 bis 1983 belegte sie jeweils den zweiten Platz. Später überließ sie die Teilnahme ihren Verbandskameradinnen und konzentrierte sich als beste Läuferin auf die bedeutenderen Veranstaltungen wie WM und Olympische Spiele. Als erste Frau lief sie die 1500 Meter unter zwei Minuten. Dieser Weltrekord (1:59:30), aufgestellt 1986 auf der Hochgebirgsbahn Medeo (Alma-Ata, Kasachstan) hatte bis weit in die Klappschlittschuh-Ära hinein Bestand und konnte erst 1997 von Catriona LeMay-Doan verbessert werden.[1]

Bis zur Ära von Gunda Niemann-Stirnemann war Karin Enke die erfolgreichste deutsche Eisschnellläuferin. Im Gegensatz zu ihrer Nachfolgerin bescheinigten ihr Fachleute einhellig einen ästhetisch perfekten und technisch einen der ausgefeiltesten Laufstile, der Kraft und Schnelligkeit ideal kombinierte. Nach der olympischen Silbermedaille über 1500 Meter 1988 in Calgary und dem anschließenden Weltmeistertitel im Mehrkampf einige Wochen später beendete sie ihre internationale Karriere. Nach der Saison 1987/88 erklärte sie gemeinsam mit ihren Teamkameradinnen Zange und Ehrig den offiziellen Rücktritt der „großen Drei“ des Eisschnelllaufsports.

Karin Enke startete für den früheren SC Einheit Dresden (Nachfolger: Eislauf-Verein Dresden e.V.) und wurde von Erfolgstrainer Rainer Mund betreut.

Statistik Bearbeiten

  • Olympische Spiele
    • 1980: Gold über 500 m
    • 1984: Gold über 1000 m und 1500 m, Silber über 500 m und 3.000 m
    • 1988: Silber über 1000 m und 1500 m , Bronze über 500 m
  • Weltmeisterschaften – Mehrkampf
    • 1981: Silber
    • 1982: Gold
    • 1983: Silber
    • 1984: Gold
    • 1986: Gold
    • 1987: Gold
    • 1988: Gold
  • Weltmeisterschaften – Sprint-Vierkampf
    • 1980: Gold
    • 1981: Gold
    • 1982: Silber
    • 1983: Gold
    • 1984: Gold
    • 1986: Gold
    • 1987: Gold
    • 1988: Silber
  • Europameisterschaften – Mehrkampf
    • 1981: Silber
    • 1982: Silber
    • 1983: Silber

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Weltrekordsentwicklung, Frauen 1.500 m, speedskatingnews (Frauen 1.500 m aufrufen)

Weblinks Bearbeiten


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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