Karin Balzer Medaillenspiegel | ||
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80m Hürden, 100m Hürden | ||
DDR | ||
Olympische Spiele | ||
Gold | 1964 Tokio | 80m Hürden |
Bronze | 1972 München | 100m Hürden |
Europameisterschaften | ||
Gold | 1966 Budapest | 80m Hürden |
Gold | 1969 Athen | 100m Hürden |
Gold | 1971 Helsinki | 100m Hürden |
Silber | 1962 Belgrad | 80m Hürden |
Silber | 1971 Helsinki | 4 x 100m |
Europacup | ||
Gold | 1967 Kiew | 80m Hürden |
Gold | 1970 Budapest | 100m Hürden |
Halleneuropameisterschaften | ||
Gold | 1967 Prag | 50m Hürden |
Gold | 1968 Madrid | 50m Hürden |
Gold | 1969 Belgrad | 50m Hürden |
Gold | 1970 Wien | 60m Hürden |
Gold | 1971 Sofia | 60m Hürden |
Karin Balzer, geb. Richert (* 5. Juni 1938 in Magdeburg), ist eine ehemalige deutsche Leichtathletin.
Sie gewann bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio die erste Leichtathletik-Goldmedaille für die DDR. Als erste Frau der Welt lief sie über 100m Hürden unter 13,0 Sekunden. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko war sie Fahnenträgerin der DDR und wurde 1971 zur DDR-Sportlerin des Jahres gewählt. Sie gehört zu den erfolgreichsten Hürdensprinterinnen aller Zeiten und wurde von ihrem Ehemann Karl-Heinz Balzer (1921-2007) trainiert.
Persönliche Bestleistungen[]
Disziplin | Leistung | Datum | Ort |
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60m Hürden | 8,0 Sekunden | 3. Februar 1971 | Halle |
80m Hürden | 10,5 Sekunden | 23. Mai 1964 | Leipzig |
100m Hürden | 12,6 Sekunden | 31. Juli 1971 | Berlin |
100m Hürden (vollelektr.) | 12,90 Sekunden | 8. September 1972 | München |
100 Meter | 11,3 Sekunden | 11. Juni 1969 | Halle |
200 Meter | 23,4 Sekunden | 24. Mai 1964 | Leipzig |
Weitsprung | 6,20 Meter | 23. Mai 1964 | Leipzig |
5 Kampf | 4790 Punkte | 23./24. Mai 1964 | Leipzig |
Sportliche Laufbahn[]
Karin Balzer ist 1,71 m groß und hatte ein Wettkampfgewicht von 64 Kilogramm. Sie begann ihre Karriere unter ihrem Geburtsnamen Karin Richert bei der BSG Einheit Magdeburg. 1956 wechselte sie zur BSG Chemie Halle-Leuna und startete von 1960 bis 1961 für die SC DHfK Leipzig. Von 1962 bis 1966 startete sie für den SC Frankfurt und bis zu ihrem Karriereende dann für den SC Leipzig. Ihre größten Erfolge erzielte Karin Balzer als Hürdensprinterin, obwohl sie eine vielseitige Athletin war. So war sie 1962 die zweitbeste Fünfkämpferin der Welt. Mit ihrer Bestleistung im 5 Kampf belegt sie den vierten Platz der ewigen Weltbestenliste. 1966 wollte Karin Balzer auf die 200 Meter wechseln, da ihre Entwicklung über 80m Hürden aufgrund der kurzen Hürdenabstände stagnierte. Da jedoch eine Veränderung der Hürdenstrecke auf 100m Hürden erfolgen sollte, blieb sie bei den Hürden und lief bei einem Testwettkampf am 19. Juli 1967 einen inoffiziellen Weltrekord über 100m Hürden in 13,7 Sekunden.[2]
Erfolge[]
Jahr | Erfolg | Disziplin |
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1957 | 2. Platz DDR Meisterschaften | 80m Hürden |
3. Platz DDR Meisterschaften | 200m | |
1958 | 2. Platz DDR Meisterschaften | 80m Hürden |
3. Platz DDR Meisterschaften | 5 - Kampf | |
1960 | Olympische Spiele Zwischenlauf | 80m Hürden |
1961 | 3. Platz DDR Meisterschaften | 80m Hürden |
1962 | Vizeeuropameisterin | 80m Hürden |
1. Platz DDR Meisterschaften | 80m Hürden | |
1. Platz DDR Meisterschaften | 5-Kampf | |
2. Platz DDR Meisterschaften | 100m | |
1963 | 1. Platz DDR Meisterschaften | 80m Hürden |
1. Platz DDR Meisterschaften | Weitsprung | |
1. Platz DDR Meisterschaften | 5-Kampf | |
1964 | Olympiasiegerin | 80m Hürden |
1. Platz DDR Meisterschaften | 5-Kampf | |
1966 | Europameisterin | 80m Hürden |
1. Platz DDR Meisterschaften | 80m Hürden | |
1967 | Halleneuropameisterin | 50m Hürden |
Europacupsiegerin | 80m Hürden | |
1. Platz DDR Meisterschaften | 80m Hürden | |
3. Platz DDR Meisterschaften | 200m | |
1968 | Halleneuropameisterin | 50m Hürden |
1. Platz DDR Meisterschaften | 80m Hürden | |
1. Platz DDR Meisterschaften | 200m | |
5. Platz Olympische Spiele | 80m Hürden | |
1969 | Europameisterin | 100m Hürden |
Halleneuropameisterin | 50m Hürden | |
Erdteilkampfsiegerin DDR Meisterschaften | 100m Hürden | |
1. Platz DDR Meisterschaften | 100m Hürden | |
3. Platz DDR Meisterschaften | 100m | |
1970 | Europacupsiegerin | 100m Hürden |
Halleneuropameisterin | 60m Hürden | |
2. Platz DDR Meisterschaften | 100m Hürden | |
1971 | Europameisterin | 100m Hürden |
Halleneuropameisterin | 60m Hürden | |
Vizeeuropameisterin | 4 x 100m | |
1. Platz DDR Meisterschaften | 100m Hürden | |
1972 | 3. Platz Olympische Spiele | 100m Hürden |
Einschließlich der Hallen-Weltbestleistungen und der Zeiten auf Yard-Strecken stellte Karin Balzer insgesamt 37 Weltbestleistungen auf. Über die Strecken 60m Hürden, 80m Hürden und 100m Hürden stellte sie 7 Weltrekorde auf. Keine andere Hürdensprinterin kann auf eine vergleichbare Zahl an Weltbestzeiten zurückblicken. Balzer ist die einzige Athletin, der Weltrekorde über die beiden Strecken 80m Hürden und 100m Hürden gelangen. Karin Balzer wurde elf Mal Meisterin der DDR. Hierbei entfielen sieben Titel auf den Hürdensprint, zwei auf den Fünfkampf sowie je ein Titel auf den Weitsprung und den 200 Meter Lauf.
Leben[]
Karin Balzer durchlief zunächst bis 1955 eine Ausbildung zur Chemie-Facharbeiterin an der Betriebsberufsschule "Heinz Kapelle" von Fahlberg-List[4] in Magdeburg-Westerhüsen. Später studierte sie Sportwissenschaft und wurde Diplom-Sportlehrerin.
Am 21. Juli 1958 flüchtete Karin Balzer zusammen mit ihrem Trainer und späteren Ehemann Karl-Heinz Balzer in die Bundesrepublik nach Ludwigshafen. Durch Auswertung von MfS-Akten im Jahre 2003 konnte nachgewiesen werden, dass ihre Rückkehr in die DDR nicht wie zeitweise dargestellt freiwillig oder gar "reumütig" erfolgte. Vielmehr wurde Karin Balzer nach ihrer Republikflucht zur Rückkehr gezwungen. Sie wurde mit einer einjährigen Wettkampfsperre belegt und ihr Trainer und späterer Ehemann Karl-Heinz Balzer durfte sie bis 1966 nicht zu internationalen Wettkämpfen begleiten.[5]
Karin Balzer wurde Mutter zweier Söhne, Andreas (* 7. Oktober 1965; † 7. September 1972 (Verkehrsunfall)) und Falk Balzer (* 14. Dezember 1973), der ebenfalls ein erfolgreicher Hürdensprinter wurde. Falk Balzer wurde dritter der Hallenweltmeisterschaft 1999 über 60m Hürden, Vize-Europameister und Weltcupsieger 1998 über 110m Hürden und hält den deutschen Rekord über 60m Hürden. Von 1973 bis 1976 arbeitete sie zunächst als Trainerin. Zu ihrer Trainingsgruppe gehörten unter anderem Kerstin Knabe und Silvia Fröhlich, die 1980 Olympiasiegerin im Rudern wurde. Als sie und ihr Ehemann sich weigerten, Dopingmittel an ihre Athleten zu verabreichen, wurde sie im Jahre 1976 von Leipzig nach Dresden zwangsversetzt. 1976 bekam sie keine Anstellung als Trainerin mehr. Dies kam faktisch einem Berufsverbot gleich. Karin Balzer erhielt schließlich eine Anstellung als Sportlehrerin.
Nach der Wende im Jahre 1989 arbeitete Karin Balzer zunächst von 1990 bis 1993 als Dozentin für Sozialpädagogik. Ab 1997 arbeitete Karin Balzer wieder als Leichtathletik-Trainerin. Unter anderem betreute die Olympiasiegerin von 1964 ihren Sohn Falk und Anja Rücker, die 1999 Vizeweltmeisterin über 400 m wurde. 2006 wurde sie Vorsitzende und Trainerin im RBA Chemnitz. 2007 trat sie aufgrund schwerer gesundheitlicher Probleme ihres Ehemannes vom Amt der Vorsitzenden zurück.
Literatur[]
- Klaus Gallinat, Olaf W. Reimann: Balzer, Karin. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
Weblinks[]
Einzelnachweise[]
1932: Mildred Didrikson | 1936: Trebisonda Valla | 1948: Fanny Blankers-Koen | 1952: Shirley Strickland de la Hunty | 1956: Shirley Strickland de la Hunty | 1960: Irina Press | 1964: Karin Balzer | 1968: Maureen Caird | 1972: Annelie Ehrhardt | 1976: Johanna Schaller | 1980: Wera Komissowa | 1984: Benita Fitzgerald-Brown | 1988: Jordanka Donkowa | 1992: Paraskevi Patoulidou | 1996: Ludmila Engquist | 2000: Olga Schischigina | 2004: Joanna Hayes | 2008: Dawn Harper | 2012: Sally Pearson | 2016: Brianna Rollins
1969: Karin Balzer | 1971: Karin Balzer | 1974: Annelie Ehrhardt | 1978: Johanna Klier | 1982: Lucyna Kałek | 1986: Jordanka Donkowa | 1990: Monique Éwanjé-Épée | 1994: Swetla Dimitrowa | 1998: Swetla Dimitrowa | 2002: Glory Alozie | 2006: Susanna Kallur | 2010: Nevin Yanıt | 2012: Alina Talaj | 2014: Tiffany Porter | 2016: Cindy Roleder
1938: Claudia Testoni | 1946: Fanny Blankers-Koen | 1950: Fanny Blankers-Koen | 1954: Marija Golubnitschaja | 1958: Galina Bystrowa | 1962: Teresa Ciepły | 1966: Karin Balzer
1958: Karin Beyer | 1959: Gisela Birkemeyer | 1960: Ingrid Krämer-Gulbin | 1961: Ute Starke | 1962–64: Ingrid Krämer-Gulbin | 1965: Hannelore Suppe | 1966: Gabriele Seyfert | 1967: Karin Janz | 1968: Margitta Gummel | 1969: Petra Vogt | 1970: Erika Zuchold | 1971: Karin Balzer | 1972: Karin Janz | 1973–76: Kornelia Ender | 1977: Rosemarie Ackermann | 1978/79: Marita Koch | 1980: Maxi Gnauck | 1981: Ute Geweniger | 1982/83: Marita Koch | 1984: Katarina Witt | 1985: Marita Koch | 1986: Heike Drechsler | 1987: Silke Möller | 1988/89: Kristin Otto
Personendaten | |
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NAME | Balzer, Karin |
ALTERNATIVNAMEN | Karin Richert |
KURZBESCHREIBUNG | deutsche Leichtathletin (DDR) |
GEBURTSDATUM | 5. Juni 1938 |
GEBURTSORT | Magdeburg |
Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia |
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