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Wappen
Holzschnittwappen Ottonia München
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Hochschulort: München
Hochschulen: Technische Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Universität der Bundeswehr München, Hochschule für angewandte Wissenschaften München
Gründung: 28. Januar 1866
Verband: KV
Kürzel: Ott!
Farben: weiß-rot-gold
Wahlspruch: Der Wahrheit zum Schutz, der Lüge zum Trutz!
Adresse: Gabelsbergerstr. 24
80333 München
Webseite: www.kstv-ottonia.de

Die KStV Ottonia München ist eine seit 1866 bestehende katholische Studentenverbindung und die älteste Verbindung Münchens im Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV). Gemäß den Prinzipien des KV - Religion, Wissenschaft, Freundschaft - ist die Ottonia offen für katholische Studenten jeder Nationalität, pflegt das Lebensbundprinzip und ist farbenführend, nicht schlagend und unpolitisch. Die Verbindungsfarben sind Weiß-Rot-Gold, der Wahlspruch lautet: "Der Wahrheit zum Schutz, der Lüge zum Trutz!".

Die Verbindung Bearbeiten

Die Ottonia wurde am 28. Januar 1866 in München gegründet und ging zum Teil aus der ältesten CV-Verbindung, der KDStV Aenania München hervor. Wie die meisten Studentenverbindungen auch, wurde die Ottonia im nationalsozialistischen Deutschland als unerwünschte Organisation verboten und war in der Folge gezwungen, ihre Aktivitäten im Verborgenen am Leben zu halten, bis nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahre 1946, die Wiedergründung erfolgen konnte. Wie die Ottonia hatten nur wenige Verbindungen das Glück, ihre originale Fahne aus den Anfängen der Korporation durch die Zeit des Nationalsozialismus und die Kriegswirren zu retten. Die originale Fahne der Ottonia hat demgemäß im Verbindungshaus ihren würdigen Platz eingenommen.

Der Name der Ottonia geht auf den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Otto I. zurück. Demgemäß werden ihre Mitglieder unter Verbindungsstudenten auch Ottonen genannt.

Der Verbindung gehören ca. 25 bis 30 Aktive und etwa 300 Akademiker aus allen Fachgebieten als Alte Herren an. Obgleich die Ottonia insbesondere seit der Weimarer Republik und bis in die 1970er und 1980er Jahre hinein stark von Juristen, Rechtswissenschaftlern und Politikern geprägt wurde, waren und sind nahezu alle Fachrichtungen in den Reihen der Ottonen vertreten.

Das Ottonenhaus Bearbeiten

Das Ottonenhaus, das Verbindungshaus der Ottonia, liegt in der Münchner Maxvorstadt in unmittelbarer Nähe zum historischen Hauptgebäude der Technischen Universität München und zum Königsplatz und beheimatet neben der Ottonia auch die beiden KV-Verbindungen KStV Albertia und KStV Erwinia. Daneben war das sechsgeschossige Haus die Heimat der inzwischen inaktiven KStV Saxonia, weshalb es aufgrund der Anfangsbuchstaben der vier Verbindungen auch OASE genannt wurde. Seit der Inaktivität der Saxonia und der Übernahme des gesamten Hauses durch die Ottonia ist jedoch der Name Ottonenhaus geläufig und nicht nur im gesamten verbindungsstudentischen München ein Begriff. Der große Festsaal mit Galerie über zwei Etagen des Ottonenhauses wird auch als Tagungs- und Vorlesungsort für Repetitorien und Nachhilfeunterricht genutzt.

Die Ottonia selbst verfügt im Ottonenhaus über zwölf Studentenzimmer auf drei Etagen.

Tochterverbindungen Bearbeiten

Berühmte und bekannte Ottonen (Auswahl) Bearbeiten

  • Clemens Baeumker (EM), katholischer Philosoph und Philosophiehistoriker
  • Peter Dörfler, Priester, Erzieher und Dichter
  • Johannes Eckert (EM), Abt der Abtei St. Bonifaz in München und des Klosters Andechs
  • August Everding, Bayerischer Staatsintendant und Präsident des Deutschen Bühnenvereins
  • Michael von Faulhaber, Bischof von Speyer, Erzbischof von München und Freising, Kardinal
  • Karl Gustav Fellerer, Professor der Musikwissenschaft
  • Karl Forster,Theologieprofessor, erster Direktor der Katholischen Akademie in Bayern
  • Alfons Goppel, Bayerischer Ministerpräsident
  • Hermann von Grauert, Historiker
  • Anton von Henle (EM), Bischof von Passau, Bischof von Regensburg
  • Georg von Hertling, Philosoph und Politiker, Bayerischer Ministerpräsident, MdR, Reichskanzler 1917–1918
  • Augustinus Kilian, Bischof von Limburg
  • Johann Georg Kraus, Politiker und Volkswirt, Staatssekretär und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Bayerischer Staatsminister der Finanzen
  • Josef Müller, Rechtsanwalt, Abgeordneter in der Weimarer Republik, Bayerischer Justizminister, stellvertretender Ministerpräsident in Bayern
  • Georg von Orterer, Gymnasialdirektor und Politiker, Königlicher Geheimrat, Mitglied des Reichstags, Mitglied des Bayerischen Landtags
  • Anton Pfeiffer, Politiker und Diplomat, Bayerischer Staatssekretär und Leiter der Staatskanzlei, Vorsitzender der CDU/CSU Fraktion im Parlamentarischen Rat, Vorsitzender des Finanzausschusses im Bundestag, Deutscher Botschafter in Brüssel
  • Maximilian Pfeiffer, Politiker, Reichstagsabgeordneter in der Weimarer Republik, Bibliothekar der Hof- und Staatsbibliothek in München, Gesandter des Deutschen Reiches in Wien
  • Georg Pfeilschifter, Historiker und Theologe
  • Hans Schmelzle, bayerischer Finanzminister
  • Carl Sittler, Oberbürgermeister von Passau
  • Karl Trimborn, Politiker, Reichstagsabgeordneter, 1919/20 Vorsitzender der Zentrumspartei
  • Josef Schwalber, Mitglied des Parlamentarischen Rats, Bayerischer Kultusminister
  • Jakob Strieder, Professor für Wirtschaftsgeschichte
  • Joseph Wendel, Erzbischof von München und Freising
  • Hans Wölfel, Rechtsanwalt, Gegner des Nationalsozialismus, 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und hingerichtet

Weblinks Bearbeiten


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