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Wappen Zirkel
Wappen KAV Rheno-Nicaria Stuttgart Zirkel KAV RHeno-Nicaria Stuttgart
Basisdaten
Hochschulort: Stuttgart
Gründung: 25. April 1903
Verband: KV
Kürzel: Rh-N!
Farben: moosgrün-rosa
Wahlspruch: In Treue fest!
Prinzipien Religion, Wissenschaft, Freundschaft
Status: aktiv
KV-Nummer: 45
Hausbauverein: Gesellschaft Studentenwohnheim Etzelstraße e.V.
Website: www.rheno-nicaria.de

Der katholische akademische Verein Rheno-Nicaria im KV ist ein farbenführender, nicht-schlagender Studentenverein mit Sitz in Stuttgart. Er wurde im April 1903 gegründet und ist der einzige KV-Bund in Stuttgart.[1]

Geschichte Bearbeiten

Vorgeschichte und Gründung Bearbeiten

Die Geschichte der Rheno-Nicaria begann 1872 mit ersten Überlegungen zur Gründung eines KV-Vereins am Polytechnikum in Stuttgart von Seiten der KStV Alamannia zu Tübingen.

Zunächst wurde durch den Kulturkampf zwischen dem Vatikan und der deutschen Regierung der Ausbau des KV verhindert.

Im Jahre 1899 begann die konkrete Planung der Gründung, welche am 25. April 1903[2] stattfand.

Die außerordentliche Aufnahme als KV-Mitglied erfolgte bereits am 20. Juli selbigen Jahres, als ordentlicher Kartellverein wurde die Rheno-Nicaria im Jahre 1905 aufgenommen.

Die Anfangsjahre Bearbeiten

Im Zusammenhang mit dem "Akademischen Kulturkampf"(1905-1908) wurde auch in Stuttgart ein Verbot von katholischen Studentenverbindungen gefordert, welches sich schlussendlich jedoch nicht durchsetzen konnte.

1912 wurde der älteste erhaltene Comment Rheno-Nicariae verfasst.

Durch die Einberufung vieler Rheno-Nicaren in die Armee während des Ersten Weltkrieges wurde das Verbindungsleben stark eingeschränkt.[3]

nach der Gründung des Hausvereins(1920) wurde 1922 das erste Haus in der Kernerstraße 8 gekauft und bezogen.

Mit sportlichen Erfolgen schmückte sich die Rheno-Nicaria beim Gewinn des dreifachen Hochschultitels in den Disziplinen Fußball, Handball und Faustball.

Im Jahre 1932 folgte der Umzug in das größere Haus in der Stafflenbergstraße 81[4].

Per aspera ad astra[5] Bearbeiten

Die Umwandlung aller KV-Vereine in "katholische Burschenschaften"(KB) fand unter dem Druck des NS-Regimes im Jahre 1933 statt. Fortan musste sich das Wohnheim "Kameradschaftshaus" nennen. Im darrauffolgenden Jahr musste das Katholizitätsprinzip aufgegeben werden und alle Studenten der SS oder SA beitreten.

Die "Burschenschaft Rheno-Nicaria" löste sich 1935 auf und kam so einem Verbot zuvor. Der Hausverein bestand weiter.

1937 musste das Haus an die Stadt Stuttgart verkauft werden, das Geld wurde in eine Immobilie in der Melanchtonstraße 36 in Bad Canstatt reinvestiert. Jedoch ging auch dieses Haus mit der Enteignung 1940 verloren und die Rheno-Nicaria hörte auf zu existieren.

Nachkriegszeit Bearbeiten

Aus einem Stammtisch entstand die Idee einer Neugründung, welche 1947 durchgeführt wurde. Auf Wunsch der Aktivitas wurde der Comment aus der Vorkriegszeit übernommen. In den folgenden Jahren wuchs die Aktivitas rasant und drohte zu groß zu werden, worauf man den Beschluss fasste, den erloschenen KV-Verein KStV Burgundia (heute KStV Akania-Burgundia) zu reaktivieren. Als Entschädigung für die Zwangsenteignung erhielt die Rheno-Nicaria ein Ruinengrundstück in der Etzelstraße 7, worauf bis 1952 das neue Haus erbaut wurde. Zwei Jahre später wurden erstmals die Rheno-Nicaren-Blätter herausgegeben. Ein Zimmer im Untergeschoss des neuen Hauses wurde bis 1962 an die Burgundia vermietet.

Fluctuat nec mergitur[6] Bearbeiten

Vor und während der 68er-Bewegung wurden immer häufiger die Traditionen der letzten 60 Jahre in Frage gestellt. Kommerse wurden nicht mehr geschlagen, man brach den Kontakt zu anderen Verbindungen ab und hinterfragte die Prinzipien. Dies gipfelte in einer Gastrede beim Stiftungsfest 1970, in der man die Prinzipien Religion, Wissenschaft und Freundschaft als veraltet und unbrauchbar bezeichnete.

Sechs Jahre später kam es während des Stiftungsfestes zu Grundsatzdiskussionen über das zukünftige Verbindungsleben. Hierbei stand sogar die Auflösung des Bundes zur Debatte, schlussendlich entschied man sich jedoch für die Fortführung als traditioneller KV-Verein. In Mitte der Neunziger wurden die während der 68er-Bewegung im Neckar versenkten Vollwichse neu angeschafft.

Stammbaum Bearbeiten

Mutterverbindung Bearbeiten

KStV Alamannia

Schwesterverbindungen Bearbeiten

VDSt Cimbria

KStV Rechberg

Vereinsleben Bearbeiten

Begriffserklärung Bearbeiten

Der Name Rheno-Nicaria leitet sich aus den lateinischen Begriffen "rhenus" für Rhein und "nicarus" für Neckar ab, wodurch die Herkunft der ersten Rheno-Nicaren wiedergespiegelt wird.

Farben und Wappen Bearbeiten

Für einen KV-Verein unüblich, wurden nur zwei Vereinsfarben festgelegt (moosgrün-rosa). Diese stehen sinnbildlich für Hoffnung und Liebe.

Das Rheno-Nicaren-Wappen zeigt das Stuttgarter Rößle, die Landesfarben Baden-Württembergs, den Bundesadler, das Malteserkreuz mit einem Kranz aus zwölf Sternen und den Zirkel.

Farbenstrophe und Bundeslied Bearbeiten

Uns'res Herzens selig Hoffen
kündet moosgrün zart sich an.
Liebchens Wangen glühen rosen,
minniglich uns zugetan.
Moosgrün-rosa, Hoffnung, Liebe
dieser Glaube fällt uns leicht.
Moosgrün-rosa stets verkünde
uns'res Herzens Seligkeit.

Literatur Bearbeiten

  •  Florian Haupt, Hermann Gschwendtner, Josef Welter, Klaus Kohlmann: Geschichte und Geschichten aus 100 Jahren Rheno-Nicaria. Stuttgart 2003.
  • 80 Jahre Katholischer Akademischer Verein Rheno-Nicaria e.V. 1903-1983, Herausgeber KAV Rheno-Nicaria e.V, 1983[1]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. [1]


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