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Josef "Jupp" Schlaf (* 23. November 1919 in Essen; † 26. Februar 1989 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Tischtennisfunktionär, aber auch ein guter Tischtennisspieler.

Werdegang Bearbeiten

Jupp Schlaf hatte in seinem ganzen Leben fast ausschließlich mit Tischtennis zu tun. Als aktiver Spieler gehörte er national zwischen 1947 und 1951 zu den besten deutschen Spielern. Bekannter wurde er aber durch seine Aktivitäten als Funktionär. Bereits mit 17 Jahren führte er den Verein TTC Schwarz-Gelb Essen-Steele, den er 1934 mitbegründet hatte. Schon während seiner aktiven Laufbahn beteiligte er sich maßgeblich am Wiederaufbau des Tischtennissportes in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.

In der Folge arbeitete er - größtenteils ehrenamtlich - als Funktionär für den Westdeutschen Tischtennisverband WTTV, den Deutschen Tischtennisbund DTTB, auf europäischer Ebene und für den Weltverband ITTF.

Tischtennis-Auskunftsstelle Bearbeiten

Am 25. März 1947 betrieb Schlaf die Gründung der Internationalen Deutschen Tischtennis-Auskunftsstelle (DTTA) mit Sitz in Essen. Der Name war so gewählt, weil die Bezeichnung "Bund" oder "Ausschuss" von den Besatzungsmächten verboten war. Die Tischtennis-Auskunftsstelle war der Vorgänger des DTTB. Schlaf leitete dies Auskunftsstelle als ehrenamtlicher Geschäftsführer. Parallel dazu baute er den WTTV (TT-Landesverband Nordrhein-Westfalen) wieder auf, dessen Geschäftsführer er von April 1947 bis Oktober 1949 war.

Deutscher Tischtennisbund DTTB Bearbeiten

Am 16. Juli 1949 wurde der DTTB gegründet. Bei der ersten Bundeshauptversammlung am 31. Oktober in Bad Homburg wurde Schlaf zum ersten hauptamtlichen Generalsekretär des DTTB ernannt. Die Geschäftsstelle zog von Essen nach Lübeck um (später, 1956, erneut nach Frankfurt am Main). Das Amt hatte Schlaf bis 1981, also 32 Jahre lang inne.

1980 wurde er wegen seiner Verdienste für den deutschen Sport vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet [1].

Europäische Tischtennisunion ETTU Bearbeiten

Jupp Schlaf war maßgeblich an der Gründung der ETTU 1957 beteiligt. Hier war er von 1961 bis 1964 Vizepräsident und schließlich von 1964 bis 1982 Präsident. Er initiierte u.a. 1964 die Europaliga für Nationalmannschaften.

Weltverband ITTF Bearbeiten

Zwischen 1953 und 1981 arbeitete er beim ITTF in mehreren Komitees mit, etwa ab Mitte 1958 im Materialausschuss.[2] Von 1967 bis 1982 war er Vizepräsident, ab 1973 Mitglied des Council.

Ende der Karriere Bearbeiten

Durch seine Aktivitäten auf den beschriebenen Ebenen erlangte Jupp Schlaf großen Einfluss und Macht. Diese Machtfülle führte andererseits auch zunehmend zu Unzufriedenheit und Kritik. So vermutete man Interessenskonflikte zwischen seinen Ämtern als Generalsekretär des DTTB und des Zweiten Vorsitzenden des Landesverbandes Schleswig-Holstein oder auch zwischen seinem Amt als ETTU-Präsident und den nationalen Gremien. Auch die Tatsache, dass sich die Geschäftsstelle des DTTB in Schlafs Privaträumen befand, stieß auf Unbehagen. Die Unzufriedenheit eskalierte 1981: Am 12. Dezember 1982 beschloss der Vorstand des DTTB in Kleve, Jupp Schlaf wegen schwerwiegender Verstöße gegen die Interessen des DTTB zum 12. Dezember fristlos zu entlassen. Nachfolger wurde Norbert Wolf.

1989 starb Jupp Schlaf. Er wurde auf dem Frankfurter Südfriedhof beigesetzt.[3]

Andere Aktivitäten Bearbeiten

Jupp Schlaf gehörte mehrere Jahre dem Verwaltungsrat von Eintracht Frankfurt an.[3]

Privates Bearbeiten

Jupp Schlaf war seit September 1954 verheiratet mit der deutschen TT-Spitzenspielerin Hannelore Imlau[4], die nach ihrer aktiven Karriere auch ehrenamtliche Funktionen übernahm.

Sportliche Erfolge Bearbeiten

Jupp Schlaf bestritt 1950 und 1951 zwei Freundschafts-Länderspiele, eines davon im November 1950 in Leipzig gegen die DDR. Dabei gewann er alle drei Einzel, unter anderem gegen Heinz Schneider. 20 mal nahm er an Deutschen Meisterschaften teil.

Weblinks Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Karl Schaper: Ein Mann der ersten Stunde - Jupp Schlaf 25 Jahre Generalsekretär des DTTB - Ein Leben für den Tischtennissport; Zeitschrift DTS, 1974/20 S.9
  • Karl Schaper: Ein Leben für den Tischtennissport - Jupp Schlaf wird "60"; Zeitschrift DTS, 1979/22 S.10

Referenzen Bearbeiten

  1. Zeitschrift DTS, 1980/12 S.4
  2. Zeitschrift DTS, Ausgabe West 1958/15 S.1
  3. 3,0 3,1 Winfried Stöckmann: Er lebte für den Tischtennissport, Zeitschrift DTS, 1989/3 S.51
  4. Zeitschrift DTS, 1954/19 S.1
  5. Zeitschrift DTS, 1966/18 Ausgabe Süd-West S.21


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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