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Jens Joachim Kirsch (* 5. April 1939 in Hannover) ist ein deutscher Chirurg, Kulturpolitiker und Kunstsammler in Mannheim.

Leben und Wirken Bearbeiten

Nach dem Abitur (Gymnasium Walsrode/Niedersachsen) studierte Kirsch Medizin und Betriebswirtschaft an den Universitäten Erlangen, Kiel, Hamburg, Wien, Berlin, Heidelberg und Mannheim mit Staatsexamen und Promotion 1965 an der Universität Heidelberg. Er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.

Beruf Bearbeiten

Kirsch wurde in Hannover als ältestes von drei Kindern geboren.[1] Nach mehrjähriger chirurgischer Weiterbildung trat er 1971 in die Fa. Boehringer Mannheim ein und war dort bis 1976 als Wissenschaftlicher Marketingleiter tätig. Mit einer Spezialausbildung als Enddarm-Chirurg in London gründete er 1980 das End- und Dickdarm-Zentrum (EDZ) Mannheim und baute es zu einer der führenden Spezialinstitutionen Europas aus. Aus seinem berufspolitischen Engagement wirkte er von 1992 bis 2004 als 1. Vorsitzender des Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands (BCD), gründete 2006 die Europäische Gesellschaft für Coloproktologie (ESCP) und war bis 2009 deren Chairman of Trustees. Zum Abschluss seiner beruflichen Tätigkeit stiftete er 2003 den jährlichen Jens J. Kirsch-Preis der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie, die er 1990 mitbegründet hatte.[2][3] 2004 wurde er im Rahmen des 30. Deutschen Koloproktologen-Kongresses zum Ehrenvorsitzenden des BCD ernannt.[4]

Politik Bearbeiten

1979 trat Kirsch der CDU bei und ist seit 1991 Mitglied des Kreisvorstandes Mannheim. 1994 wurde er erstmals in den Gemeinderat der Stadt Mannheim gewählt und engagiert sich seitdem im Krankenhaus- und Gesundheitswesen, in der Kultur in Mannheim und in Mittelstandsfragen. Er ist kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion und Ansprechpartner für die Bürger des Stadtteils Oststadt/Schwetzingerstadt. Er ist Mitglied des Aufsichtsrates des Universitätsklinikum Mannheim und des Verwaltungsrates der Heinrich-Lanz-Stiftung.

Kultur Bearbeiten

Kirsch ist Mitglied kultureller Vereine in Mannheim. Zusammen mit seiner Frau Barbara begründete er 2012 die gemeinnützige Stiftung „Sammlung Kirsch“, die heute eine Privatsammlung von Werken des Jugendstilkünstlers Hans Christiansen umfasst.

Werke (Auswahl) Bearbeiten

  • Jens J. Kirsch, Martin Nagel: Proktologie in der Praxis, perimed-Fachbuch-Verlagsgesellschaft, Erlangen, 1985, ISBN 978-3-88429-085-9
  • Jens J. Kirsch, Bernhard Strittmatter: Proktologie für Praxis und Klinik, Barth, Heidelberg, 1997, ISBN 978-3335003892
  • Jens J. Kirsch, Freya Reinhard: Hämorriden und der kranke Enddarm: ein Ratgeber, Kohlhammer, Stuttgart, 2003, ISBN 978-3-17-017587-7
  • Jens J. Kirsch: Was kann ich gegen Hämorrhoiden und andere Enddarm Leiden tun?, Plantorgan, Bad Zwischenahn

Veröffentlichungen (Auswahl) Bearbeiten

  • Jens J. Kirsch: Europäische Koloproktologie—Vergangenheit und Zukunft In: Coloproctology. Bd. 28, Nr. 1, 2006, S. 21-25 ISSN 0174-2442

Weblinks Bearbeiten

  • Sammlung Kirsch – Online-Präsenz der Privatsammlung mit Werken von Hans Christiansen
  • CDU-Mannheim – Website der CDU-Gemeinderatsfraktion Mannheim

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Mediziner mit viel Kunstsinn plant jetzt Ausstellungen morgenweb.de
  2. Preise der DGK Website der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie e.V. Abgerufen am 16. April 2019.
  3. Die Chronik der DGK Website der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie e.V. Abgerufen am 16. April 2019.
  4. Die BCD Chronik Website des Berufsverbands der Coloproktologen Deutschlands e.V. Abgerufen am 16. April 2019.


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