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Disambig mirror 2 Dieser Artikel behandelt den Fußballspieler, für den Rechtswissenschaftler siehe Jürgen Kohler (Rechtswissenschaftler)
Jürgen Kohler
Personalia
Geburtstag 6. Oktober 1965
Geburtsort LambsheimDeutschland
Größe 186 cm
Position Abwehrspieler

Jürgen Kohler (* 6. Oktober 1965 in Lambsheim) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler, der nach seiner Spielerkarriere auch einige Monate als Trainer gearbeitet hat.

Karriere als Spieler Bearbeiten

Vereine Bearbeiten

Vom zehnten bis sechzehnten Lebensjahr spielte Kohler in seinem Heimatverein TB Jahn Lambsheim, ehe er 1982 in die Jugendabteilung von Waldhof Mannheim wechselte, 18-jährig einen Profi-Vertrag erhielt und mit dem Verein 1983 in die Bundesliga aufstieg. Sein Debüt gab er am 7. April 1984 (28. Spieltag) beim 2:0-Sieg im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, als er in der 89. Minute für Thomas Remark eingewechselt wurde. In seiner ersten Profi-Saison nur fünfmal eingesetzt, steigerte er seine Einsätze und kam in seiner zweiten Saison auch zu seinem ersten Bundesligator: Am 26. Januar 1985 (13. Spieltag) erzielte er den Treffer zum zwischenzeitlichen 4:1 beim 5:2-Heimsieg über den FC Schalke 04. Für die Waldhöfer war er bis 1987 aktiv und absolvierte 95 Liga- (6 Tore) und sechs DFB-Pokalspiele (2 Tore).

Von 1987 bis 1989 war er beim 1. FC Köln spielberechtigt und erhielt bei den Domstädtern auch seinen ersten von sechs internationalen Einsätzen auf Vereinsebene. Am 7. September 1988 spielte er in der 1. Runde des UEFA-Pokals beim 4:2-Sieg im Auswärtsspiel gegen Royal Antwerpen.

1989 wechselte „der Kokser“ – Kohlers Spitzname – zum FC Bayern München und blieb bis Ende der zweiten Spielzeit. In den zwei Spielzeiten kam er auf 55 Punkt- und neun europäischen Landesmeisterpokal-Spielen – und 1990 zu seinen ersten beiden Erfolgen als Profi.

Von 1991 bis 1995 spielte er in Italien, beim Erstligisten Juventus Turin mit dem er 1993 (gegen Borussia Dortmund) den UEFA-Pokal und zuletzt auch die Meisterschaft gewann.

1995 kehrte er nach Deutschland zurück und spielte bis 2002 für den Erstligisten Borussia Dortmund. 191 Ligaspiele, 12 im DFB-Pokal, 4 im Ligapokal, 7 im UEFA-Pokal und 33 in der Champions League sowie zwei Meisterschaften, den Sieg in der Champions League und den Gewinn des Weltpokals sind das Ergebnis seiner sechsjährigen Zeit bei den Dortmundern. Dort wurde er durch seine kämpferische Spielweise schnell zum Publikumsliebling. 1997 wurde er zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt. Sein letztes Spiel absolvierte er vier Tage nach Saisonende, am 8. Mai 2002 im Finale um den UEFA-Pokal, das mit 2:3 gegen Feyenoord Rotterdam verloren wurde; Kohler sah zudem die Rote Karte nach einer „Notbremse“ in der 31. Minute.

Nationalmannschaft Bearbeiten

Kohler spielte 1983 und 1984 achtmal für die U-18-Nationalmannschaft und erzielte ein Tor. Er debütierte am 18. Oktober 1983 in Schifferstadt beim 3:1-Sieg über die Auswahl Dänemarks; gegen die er zwei Tage später in Neustadt beim 5:0-Sieg auch sein einziges Tor für diese Auswahlmannschaft erzielte. Sein letztes Spiel bestritt er am 10. April 1984 in Kufstein beim 1:0-Sieg über die Auswahl Österreichs. Für die U-21-Nationalmannschaft spielte er 11 Mal, erstmals am 23. Februar 1985 in Lissabon bei der 1:2-Niederlage gegen Portugal, letztmalig am 28. April 1987 in Venlo bei der 1:3-Niederlage gegen die Niederlande.

Am 24. September 1986 debütierte Kohler in Kopenhagen in der A-Nationalmannschaft beim 2:0-Sieg über Dänemark. Bis zu seinem letzten Länderspiel, am 4. Juli 1998 in Lyon – bei der 0:3-Niederlage gegen Kroatien im Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Frankreich – nahm er sowohl an den Weltmeisterschaften 1990 und 1994, sowie an den Europameisterschaften 1988, 1992, 1996 teil. In seinen 105 Einsätzen (derzeit Spieler mit den drittmeisten Länderspieleinsätzen) gelangen ihm auch zwei Tore: Das erste am 4. Juni 1996 in Mannheim in einem Test-Länderspiel beim 9:1-Sieg über Liechtenstein, das zweite am 18. Februar 1998 in Maskat (ebenfalls in einem Test-Länderspiel) beim 2:0-Sieg über den Oman.

Siehe auch: Liste der Fußballspieler mit mindestens 100 Länderspielen

Erfolge Bearbeiten

Karriere als Trainer Bearbeiten

Zusammen mit einigen weiteren verdienten Nationalspielern erhielt Jürgen Kohler im Jahr 2000 vom DFB die Möglichkeit, mit der Teilnahme an einem stark verkürzten Intensivkurs (zwei Mal zwei Wochen) in der Sportschule Hennef seinen Trainerschein zu bekommen. Die Ausbildung, welche regulär in sechs Monaten an der Sporthochschule Köln absolviert werden muss, wurde um mehr als die Hälfte der ansonsten 560 Unterrichtsstunden gekürzt.[1]

Am 11. Oktober 2001 gab der DFB bekannt, dass Kohler ab dem 1. Juli 2002 neuer Trainer der U21-Nationalmannschaft und damit Nachfolger von Johannes Löhr wird. Am 31. März 2003 wechselte Kohler als Sportdirektor zu Bayer 04 Leverkusen. Dieses Amt übte er bis zum 29. Juni 2004 aus. Vom 17. Dezember 2005 bis zu seiner Entlassung am 4. April 2006 war Kohler Trainer des MSV Duisburg.

Im August 2008 wurde er Trainer des Drittligisten VfR Aalen und damit Nachfolger des entlassenen Edgar Schmitt. Als Ziel gab Kohler an, den Verein in die 2. Liga führen zu wollen. Bereits am 15. November 2008 gab er seinen Rücktritt vom Traineramt aus gesundheitlichen Gründen bekannt, blieb dem Verein aber als Sportdirektor erhalten[2]. Interimsweise wurde die Mannschaft daraufhin vom bisherigen Co-Trainer Kosta Runjaic betreut. Kohlers Nachfolger wurde Petrik Sander, der Runjaic als Co-Trainer behielt. Am 5. Mai 2009 traten Kohler und Sander von ihren Ämtern zurück, Aalen stand zu diesem Zeitpunkt auf einem Abstiegsplatz.[3]

Sonstiges Bearbeiten

Im Juni 2009 besorgte sich Jürgen Kohler einen Spielerpass, um als Amateur beim Kreisliga-C-Verein Alemannia Adendorf im Rhein-Sieg-Kreis zu spielen.[4] Des Weiteren trainiert er die A-Jugend des SV Grafschaft, einem Verein in seinem aktuellen Wohnort.[5]

Inzwischen gehört Jürgen Kohler dem Kuratorium der Stiftung Jugendfußball an. Diese Stiftung wurde im Jahr 2000 von ihm selbst, Jürgen Klinsmann und weiteren Nationalspielern sowie den Dozenten des Fußball-Lehrer-Sonderlehrgangs gegründet.

Seit Januar 2011 ist Kohler im Beirat des Frauenfußball-Bundesligisten SC 07 Bad Neuenahr. Dort übernimmt er sowohl im Marketing als auch im sportlichen Bereich eine beratende Rolle.[6]

Kohler hat drei Kinder und wohnt in der Gemeinde Grafschaft-Vettelhoven.

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Luxuskarossen vor der Jugendherberge; Welt online, 13. Januar 2000
  2. vgl. Kicker Online
  3. vgl. Kicker Online
  4. Jürgen Kohler spielt für Alemannia Adendorf, General-Anzeiger Bonn, 15. Juli 2009
  5. Weltmeister Jürgen Kohler spielt wieder für Adendorf; Anzeigenbaltt Schaufenster, 15. Juli 2009
  6. SC 07 Bad Neuenahr: Obliers geht - Kohler kommt; Framba.de - Frauenfußball, 1. Februar 2011

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