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Buchpräsentation "Die deutsche Frage" 2018 24

Jürgen Kißner (2018)

Jürgen Kißner (* 18. August 1942 in Luckau, Brandenburg) ist ein deutscher Sportlehrer und ehemaliger Radrennfahrer.

Sportler in der DDR Bearbeiten

Jürgen Kißner begann in der DDR 1956 bei der Polizeisportgemeinschaft Dynamo Cottbus mit dem Radsport und gewann in der Folge 50 Jugendrennen auf Straße und Bahn. Im Jahre 1960 wurde er DDR-Jugendmeister in der Einerverfolgung über 2000 Meter und fuhr als Ersatzmann für die Verfolgungs-Mannschaft zu den Olympischen Spielen in Rom, kam aber nicht zum Einsatz. 1963 wurde er zum TSC Berlin, dem Ost-Berliner Trainingsstützpunkt für die Bahnradsportler, delegiert; anschließend wurde er zweimal DDR-Meister mit dem Bahnvierer.

Nach einem Ausscheidungsrennen zwischen den Mannschaften der Bundesrepublik und der DDR für die Gesamtdeutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen im Jahre 1964 kehrte Kißner nicht in die DDR zurück, sondern blieb in Köln.

Sportler in der Bundesrepublik Bearbeiten

Nach einer halbjährigen Sperre konnte Jürgen Kißner für den Bund Deutscher Radfahrer wieder Rennen fahren. Mit der Vierer-Mannschaft belegte er 1966 bei den Bahn-Weltmeisterschaften den zweiten und 1967 den dritten Platz. 1967 wurde er bundesdeutscher Meister im Omnium.[1]

Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt sorgte Kißner unabsichtlich für einen Skandal: Als er im Finale der Vierer-Verfolgung seinen Mannschaftskollegen Karl-Heinz Henrichs berührte, wurde der Vierer (mit Henrichs, Udo Hempel und Karl Link unter Trainer Gustav Kilian) zunächst disqualifiziert.[2] Ein Jahr später wurde dem deutschen Bahnrad-Vierer nachträglich die Silbermedaille zugesprochen.

Dozent, Lehrer und Trainer Bearbeiten

Radsport Sporthochschule Köln

Die Veranstaltung „Radsport früher und heute“ zu Ehren von Jürgen Kißner, v. l. n. r.: Achim Schmidt, Udo Hempel, Karl Link, Jürgen Kißner, Marcel Wüst, Christian Knees, René Wolff, Sven Meyer

Neben seiner radsportlichen Karriere studierte Kißner ab 1964 an der Sporthochschule in Köln. Von 1969 an arbeitete er als Landestrainer in Nordrhein-Westfalen und begleitete als Betreuer die Radsportler Udo Hempel und Günther Schumacher zu den Olympischen Spielen 1972 in München. Von 1972 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2007 war er Lehrer für Sport und Biologie an der Gesamtschule in Köln-Rodenkirchen und begründete dort eine Ruder- sowie eine Radsport-AG. Zeitgleich rief er in Köln einen „Freundeskreis Radsport“ an der Deutschen Sporthochschule ins Leben. Aus diesem Engagement entstand schließlich das Fach Radsport, dessen erster Dozent Jürgen Kißner wurde. Im Dezember 2012 wurde sein 70. Geburtstag sowie das 45-jährige Bestehen des Faches Radsport an der Sporthochschule mit der Veranstaltung „Radsport früher und heute“ gefeiert.[3]

Ausstellung Bearbeiten

2011 wurden Leben und Flucht von Jürgen Kißner aus der DDR in der Ausstellung „ZOV Sportverräter - Spitzenathleten auf der Flucht“ im Berliner Willy-Brandt-Haus dargestellt.[4]

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Radsport, 10. Januar 1967
  2. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @2Vorlage:Toter Link/originalausgaben.fr-online.deFr-online.de vom 22. Oktober 1968 (ex)
  3. Radsport früher und heute auf dshs-koeln.de vom 3. Dezember 2012 (Memento vom 19. Dezember 2012 im Internet Archive) Pictogram voting info Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft (bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis)
  4. Flucht über den Lastenaufzug auf dw-world.de vom 12. August 2011

Weblinks Bearbeiten


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