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Hochdorf – Evang. Jugendhilfe im Kreis Ludwigsburg e.V.
Logo Jugendhilfe Hochdorf
Rechtsform gemeinnütziger Verein
Gründung 20. Juni 1955
Sitz Remseck-Hochdorf, BW, Kreis LB
Schwerpunkt Jugendhilfe
Angestellte ca. 80
Mitglieder 18 (Stand Januar 2014)
Motto Zukunft geben!
Website http://www.jugendhilfe-hochdorf.de

Hochdorf – Evang. Jugendhilfe im Kreis Ludwigsburg e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg. Die Jugendhilfe Hochdorf hält an Orten im Großraum Ludwigsburg sozialpädagogische Angebote und Hilfen für junge Menschen und deren Familien bereit.

Geschichte und Vereinsentwicklung Bearbeiten

Die Vorgeschichte Bearbeiten

Bereits im Jahr 1924 baute Pfarrer Wilhelm Schilpp in Hochdorf das Gemeindehaus der evang. Kirchengemeinde als ländliches „Bildungszentrum“ auf. Es sollte als Haushaltungsschule, Kinderschule, Gemeindeschwester-Station, Badeanstalt und als Versammlungsmöglichkeit für die Gemeinde zur Verfügung stehen.

Seit den letzten Kriegsjahren des zweiten Weltkrieges kümmerten sich dort Schwestern des Michaelsordens aus Berlin und später Aidlinger Schwestern um ca. 60 Kinder, die durch den Krieg von ihren Eltern getrennt worden waren bzw. die der Krieg zu Waisen gemacht hatte. Zehn Jahre nach Kriegsende wurde am 20. Juni 1955 der Verein „Evangelisches Kinderheim Hochdorf e.V.“ durch den damaligen Direktor des Diakoniewerks Karlshöhe, Theodor Lorch, gegründet.

1958 errichtete der Verein einen Neubau und erwarb das bisherige Gemeindehaus. Zwischen 1960 und 1978 entstanden die erste Außengruppe im Schwarzwald, der Arbeitsbereich „Essen auf Rädern“ und die Außenwohngruppe in Hessigheim. In den folgenden Jahren folgten der Erwerb und die Sanierung von zwei Häusern in Bietigheim-Bissingen zur Nutzung als Außenwohngruppe. Auch wurden in Ludwigsburg eine Kontaktstelle für Betreutes Jugendwohnen eingerichtet und umfassende Renovierungsarbeiten am Altbau in Hochdorf vorgenommen.

Vor allem in den 1990er Jahren erfuhr die Einrichtung einen enormen Ausbau und die bedarfsgerechte Ausdifferenzierung der Betreuungsangebote. Nach der Tagesgruppe im Jahr 1992 und der Eröffnung einer weiteren Kontaktstelle für Jugendlichenbetreuung in Bietigheim-Bissingen, wurde 1996 die erste Soziale Gruppenarbeit im Landkreis Ludwigsburg in Sachsenheim eingerichtet. Ebenso begann der Aufbau der Flexiblen Dienste an mehreren Standorten sowie die Einrichtung von Erziehungsstellen, der Ambulanten Betreuung in Modulen, eine weitere Soziale Gruppenarbeit in Kornwestheim und die Gruppe an der Schule in Remseck-Aldingen. Im Rahmen des 40-jährigen Vereinsjubiläums im Jahr 1995 wurde der Entwicklung der Einrichtung durch Umbenennung in den heutigen Namen „Hochdorf–Evangelische Jugendhilfe im Kreis Ludwigsburg e.V.“ Rechnung getragen.

Zentrale in Hochdorf

Zentrale in Hochdorf

Heute Bearbeiten

Heute ist „Hochdorf“ ein diakonisches Jugendhilfeunternehmen mit ca. 80 Mitarbeitenden. In differenzierten Betreuungsformen werden etwa 200 junge Menschen und ihre Familien im Landkreis Ludwigsburg gefördert, begleitet und betreut. Über die klassischen Angebote der Hilfen zur Erziehung hinaus, engagiert sich der Träger zunehmend in den Regionen vor Ort, insbesondere durch verstärkte Kooperation mit Schulen und anderen Institutionen im Gemeinwesen.

Leitbild und Grundsätze Bearbeiten

Das Leitbild der Evang. Jugendhilfe Hochdorf ist unter breiter Beteiligung der Mitarbeitenden entstanden. Im sogenannten Hochdorfer Neun-Punkte-Programm, verpflichten sie sich zur Einhaltung ethischer und fachlicher Prinzipien:

  • Das Handeln wird am Wohl der jungen Menschen ausgerichtet, ihre Stärken werden gefördert und sie werden bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützt und ihre Grenzen werden geachtet.
  • Den vielfältigen Aufgaben wird mit fachlichem Können und qualifizierten Betreuungspersonen begegnet. Das vorhandene Wissen und die Kompetenz werden fortwährend erweitert.
  • Durch konstruktive, kollegiale und verbindliche Zusammenarbeit wird eine gute Grundlage geschaffen, auf der sich die jungen Menschen positiv entwickeln und wachsen können.

Ein zentraler Punkt dieses Selbstverständnisses ist es, auf der Grundlage von Professionalität und christlicher Nächstenliebe Achtung, Toleranz und Vertrauen zu leben und zu vermitteln.

Diakonischer Auftrag Bearbeiten

Auszug aus der Satzung des Trägervereins: „Der Verein gründet in der Tradition der Diakonie der Kirche und will auf Grundlage des Evangeliums Menschen durch vielfältige Unterstützungsangebote zu eigenverantwortlicher Lebensführung und zur vollen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben befähigen. Er wendet sich gegen jede Form von Ausgrenzung und Gewalt gegenüber Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und fördert das Verständnis für sozial benachteiligte Menschen.“

Kinderschutz hat oberste Priorität!

Qualitätsentwicklung Bearbeiten

Damit die Evang. Jugendhilfe Hochdorf, den ihr anvertrauten Kindern und Jugendlichen zu jeder Zeit ein Höchstmaß an professioneller Betreuung und Fürsorge zusichern kann, betreibt sie bereits seit 1999 Qualitätsentwicklung in Hochdorf. Diese dient den Mitarbeitenden als wesentliche Stütze bei der Bewältigung aller Aufgaben und Prozesse. Hierzu können Sie jederzeit im Qualitätsmanagement-Handbuch nachschlagen.

Des Weiteren gibt es in der Evang. Jugendhilfe Hochdorf ein hausinternes Fortbildungsprogramm: PROFIS steht für PROjekte, Fortbildungen, Interne Seminare. Damit wird regelmäßig die pädagogische Qualität ausgebaut und weiterentwickelt. Bei aktuellen fachlichen Fragestellungen und Erfordernissen finden Seminare und Veranstaltungen statt.

Gliederung und Aufbau Bearbeiten

Das oberste Organ der Evang. Jugendhilfe Hochdorf ist die Mitgliederversammlung. Aus ihrer Mitte wird der Aufsichtsrat gewählt. Dieser kontrolliert den hauptamtlichen Vorstand. Er besteht aus einem pädagogischen Vorstandvorsitzenden und einem kaufmännischen Vorstand.

Die Mitarbeitervertretung (MAV), setzt sich aus fünf, von Mitarbeitenden gewählten, Kolleginnen und Kollegen, zusammen. Sie steht den Mitarbeitenden bei allen Fragen rund um den Arbeitsplatz zur Verfügung und setzt sich für deren Belange beim Vorstand und Aufsichtsrat ein.

Betreuungsangebote und Projekte Bearbeiten

Die Evang. Jugendhilfe Hochdorf stellt hilfebedürftigen Familien und Jugendlichen unterschiedliche Betreuungsangebote zur Verfügung. Dabei reicht die Palette von kurzzeitigen Einsätzen der Flexiblen Hilfen, über Gruppenangebote mit besonderer pädagogisch-therapeutischer Förderung bis hin zur stationären Aufnahme in einer Wohngruppe.

Des Weiteren ist die Jugendhilfe Hochdorf auch mit schulnahen Projekten und im Bereich der Schulsozialarbeit tätig.

Im präventiven Bereich engagiert sie sich, z.B. mit der Fachstelle STELLWERK. Dies ist eine Anlauf- und Beratungsstelle für sexuell grenzverletzende Jugendliche, deren Eltern und Bezugspersonen. Sie werden dabei unterstützt, eine eigene positive Fahrspur ins Leben zu finden.

Das Projekt AUSBLICK richtet sich an Kinder und Jugendliche von psychisch erkrankten Elternteilen. Dabei wird versucht Vertrauen zu den betroffenen Eltern aufzubauen, sie über das Hilfsangebot zu informieren und sie zu motivieren, Unterstützung für ihre Kinder anzunehmen. Somit werden Zugangswege zu den betroffenen Kindern geschaffen und sie in ihrer positiven Entwicklung unterstützt.

Mit Unterstützung der Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg (ajs) werden im Rahmen des Projekts MEDIENSCOUT junge Menschen zu Medienscouts ausgebildet. Das Projekt fördert zentrale Kompetenzen, wie Medienkompetenz, Sozialkompetenz, Präsentations-Kompetenz etc. Die Jugendlichen können im Anschluss ihrerseits Veranstaltungen zu den Themen Internet und Handy für Kinder und Jugendliche in- und außerhalb der Evang. Jugendhilfe Hochdorf anbieten.

Weitere Informationen hierzu gibt es auf der Hompage des Vereins.

Finanzierung Bearbeiten

Die Evang. Jugendhilfe Hochdorf finanziert sich hauptsächlich über Entgelte von den Jugendämtern. Weitere Einnahmen kommen aus Zuschüssen und Spenden von Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Privatpersonen.

Weblinks Bearbeiten


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