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Eine Hilfsorganisation ist eine Organisation mit der Aufgabe, Menschen oder Tieren zu helfen oder Sachwerte wie besonders geschützte Kulturgüter zu schützen.

Humanitäre Hilfsorganisationen konzentrieren sich auf die Hilfe am Menschen. Die zwei größten Arten der humanitären Hilfsorganisationen sind Nothilfeorganisationen und Entwicklungshilfeorganisationen.

Arten Bearbeiten

Humanitäre Hilfsorganisation Bearbeiten

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Als humanitäre Hilfe im engeren Sinne, auch Nothilfe und Notfallvorsorge bezeichnet man die materielle und logistische Bereitstellung und Verteilung von Hilfsmitteln zum Schutz von Menschen in einer humanitären Notlage. Solche Notlagen entstehen durch eine medizinische Katastrophe, eine Naturkatastrophe oder durch einen bewaffneten Konflikt. Hilfsorganisationen sind meist unparteilich und Neutral und konzentrieren sich auf die Beseitigung des Leidens der betroffenen Bevölkerung. Im Weiteren Sinne ist humanitäre Hilfe auch die langfristige Entwicklungszusammenarbeit.

Die Hilfesorganisationen sind zum Teil sehr spezialisiert. In Deutschland gibt es etwa Aktion Deutschland Hilft, als Bund von Hilfsorganisationen, Ärzte der Welt und Ärzte ohne Grenzen als medizinische Hilfe, die Bundeswehr für Logistik und Notfallmedizin, Bündnis Entwicklung hilft zur Bündelung der humanitären Hilfe im Weiteren Sinne, SEEBA- und SEEWA-Einheiten des Technischen Hilfswerks für Logistik, Verkehr und Infrastruktur und World Vision Deutschland speziell für Kinderversorgung.

Entwicklungshilfe Bearbeiten

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Hauptartikel: Entwicklungszusammenarbeit

Die früher eher paternalistische Entwicklungshilfe oder heute meist partnerschaftliche Entwicklungszusammenarbeit ist das gemeinsame Bemühen von Industrieländern und Entwicklungsländern, weltweite Unterschiede in der sozioökonomischen Entwicklung und in den allgemeinen Lebensbedingungen dauerhaft und nachhaltig abzubauen.

Die Entwicklungszusammenarbeit als sogenannte Aufbauhilfe, verfolgt langfristige, nachhaltige Ziele und beabsichtigt strukturelle Änderungen. Sie folgt der Nothilfe wie Flüchtlings-, Hunger-, Katastrophen- oder humanitäre Hilfe, die eher kurzfristig sind und darauf bedacht, die schlimmsten Auswirkungen von Naturkatastrophen und Kriegen möglichst schnell zu mildern und die momentanen Lebensbedingungen zu verbessern.

Nothilfe und Notfallvorsorge Bearbeiten

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Eine Nothilfeorganisation dient zur Abwehr von Gefahren für die Gesundheit und das Leben von Menschen, sowie von Sachgütern. Überwiegend nehmen Hilfsorganisationen Aufgaben im Bereich des Gesundheitswesens wahr, z. B. Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen aller Art, Rettungsdienst und Krankentransporte, Hilfe von pflegebedürftigen Menschen oder Krankenrückholung aus dem Ausland. Außerdem sind manche auch im Katastrophenschutz tätig (Erste Hilfe, Betreuung, Verpflegung und technische Hilfe bei Großschadensereignissen, auch im Ausland).

Ein weiteres Ziel der Hilfsorganisationen ist die Vorbeugung; hierzu zählt zum einen die Aufklärung über Gefahren und zum anderen die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe (beispielsweise Kurse für Führerscheinbewerber oder betriebliche Ersthelfer). Um eine einheitliche Ausbildung zu gewährleisten, haben sich in Deutschland fünf Hilfsorganisationen (ASB, DLRG, DRK, JUH, MHD) in der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe zusammengeschlossen.

Einige Organisationen haben spezielle Aufgabengebiete übernommen: Bergrettungsdienst, Grubenrettung, Höhlenrettung, Luftrettung, Seenotrettung, Wasserrettung.

Die Hilfsorganisationen bieten zum Teil auch Zivildienstplätze an sowie die Möglichkeit der Verpflichtung im Katastrophenschutz (für sechs Jahre, anstatt Bundeswehr).

Die Abgrenzung einer Hilfsorganisation zu einem Hilfsverein fällt nicht immer leicht. Der Unterschied definiert sich aus dem Begriff Organisation: Führung, Kommunikation, Struktur und Arbeitsfähigkeit aus dem Stand heraus. Eine Hilfsorganisation ist in der Lage, ständig von einer Minute auf die andere eine große Menge Helfer zu mobilisieren. Ein Hilfsverein dagegen hat diese Fähigkeit nicht (mag alles andere auch gleich sein, z. B. Spendenverwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, auch die Zahl der mithelfenden Personen bei Einzelprojekten, etc.).

Das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst sind als freiwillige Hilfsgesellschaften nach Artikel 26 des Genfer Abkommens I vom 12. August 1949 zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde anerkannt. Über eine Anerkennung im Sinne von Artikel 63 des Genfer Abkommens IV vom 12. August 1949 über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten verfügen neben diesen drei Organisationen auch der Arbeiter-Samariter-Bund und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Kinderhilfswerke Bearbeiten

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Kinderhilfswerke sind gemeinnützige humanitäre Hilfsorganisationen, die sich besonders für die Förderung von Kindern und deren sozialem Umfeld einsetzen, mit dem Ziel, die Lebensverhältnisse von Kindern in einzelnen Ländern und/oder weltweit zu verbessern.

Kinderhilfswerke sind rund um den Globus vor allem in den ärmeren Regionen und Entwicklungsländern aktiv. Ihre Hilfe bewirkt die Verbesserung der sozialen Verhältnisse, in denen Kinder leben, ihrer gesundheitlichen Versorgung, ihrer Erziehung, schulischen und beruflichen Ausbildung, und den Schutz der Kinderrechte, bzw. den Schutz von Kindern vor allen Formen von Ausbeutung und Missbrauch. Kinderhilfswerke unterscheiden sich von Hilfsorganisationen, die mit ihren Projekten allgemein Menschen in Not helfen, aufgrund ihrer speziellen Zielgruppe.

Kinderhilfswerke finanzieren ihre humanitäre Arbeit in der Regel mit Spenden, oft in Form von Patenschaften, manchmal auch durch Sponsoring, bzw. besonderes Engagement von Firmen, Stiftungen oder Einzelpersonen.[1]

Das weltweit größte unabhängige Kinderhilfswerk ist Save the Children.

Einige weitere große internationale Kinderhilfswerke sind UNICEF, Terre des hommes, SOS-Kinderdorf, Plan International, World Vision International, Kindernothilfe, ora international, CFI Internationale Kinderhilfe und das päpstliche Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Weitere Kinderhilfswerke mit Projekten im Ausland sind unter anderem CFI Internationale Kinderhilfe, die „Aktion kleiner Prinz“[1], das Kinderwerk Lima[2], die BKK-Kinderhilfswerk Navodaya der deutschen Betriebskrankenkassen und viele mehr.

Spendeneinnahmen deutscher Kinderhilfswerke und Dritt-Welt-Organisationen.

Einrichtung 2000 2008 2009
Herrmann-Gmeiner-Fonds (SOS-Kinderdorf) 128,3 Mio. Euro    
Kindermissionswerk (Sternsinger)[3] 29,9 Mio. Euro 39,7 Mio. Euro 39,6 Mio. Euro
Adveniat 64,9 Mio. Euro
missio 62,7 Mio. Euro
UNICEF 62,6 Mio. Euro
Misereor 61,7 Mio. Euro
Brot für die Welt 61,2 Mio. Euro
Kindernothilfe 42,2 Mio. Euro
Plan International 34,5 Mio. Euro
Deutsche Welthungerhilfe 32,7 Mio. Euro 133,0 Mio. Euro[4]
World Vision Deutschland 22,3 Mio. Euro 58,2 Mio. Euro[5] 64,4 Mio. Euro[6]
Terre des hommes 11,8 Mio. Euro
CCF Kinderhilfswerk 6,7 Mio. Euro
Deutsches Kinderhilfswerk 4,1 Mio. Euro
Kinderzukunft (Rudolf-Walther-Stiftung) 2,3 Mio. Euro
Kinderhilfswerk Global-Care 1,3 Mio. Euro
National Help Program Albania- Kinderhaus Tirana 1,3 Mio. DM

Tierhilfsorganisation Bearbeiten

Als Tierhilfe bzw. Tiernothilfe bezeichnet man die Versorgung von Tieren in Notsituationen. Eine Notsituation kann zum Beispiel durch eine Naturkatastrophe oder eine tierverachtende Haltung darstellen. In solchen Notlagen helfen Organisationen, wie z.B. die WSPA Welttierschutzgesellschaft und der Internationale Tierschutz Fonds (IFAW) u.a. mit Futter, Trinkwasser sowie medizinischer Versorgung und entwickeln auch Frühwarnsysteme.

Spenden Bearbeiten

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) verleiht sozialen und karitativen Organisationen mit Sitz in Deutschland, die bestimmte Kriterien erfüllen, das DZI-Spendensiegel. Es steht für die nachprüfbare, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Spendengelder und damit für die Seriosität und Transparenz der geprüften Organisation.

Der Deutsche Spendenrat ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin und versteht sich als Dachverband Spenden sammelnder gemeinnütziger Organisationen. Ihm gehören private und kirchliche Vereinigungen aus den Tätigkeitsbereichen der humanitären Hilfe sowie des Tier-, Arten- und Naturschutzes an.

In der Schweiz erteilt die Stiftung ZEWO gemeinnützigen Organisationen ein „Gütezeichen“, welches den verantwortungsvollen und transparenten Umgang mit Spendengeldern bestätigt.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. 1,0 1,1 Aktion kleiner Prinz. Abgerufen am 14. Oktober 2010.
  2. Kinderwerk Lima. Abgerufen am 14. Oktober 2010.
  3. http://www.webcitation.org/5tFeHpgrL
  4. http://www.welthungerhilfe.de/fileadmin/media/pdf/jahresbericht/Welthungerhilfe-Jahresbericht-2009.pdf
  5. http://www.worldvision.de/_downloads/allgemein/jb08de_web.pdf
  6. http://www.worldvision.de/_downloads/allgemein/jb09de_web.pdf

Siehe auch Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
Lokale Autorenseite, Lizenz: GFDL, CC-by-sa 3.0

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