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Herbert Kuehl

Herbert Kühl, 1954

Herbert Kühl (* 3. Juni 1932 in Hamburg) war ein deutscher Fußballspieler in der damals erstklassigen Oberliga Nord und war anschließend zunächst 23 Jahre Fußballtrainer und später Sportfunktionär.

Karriere Bearbeiten

Oberliga Nord 1951-1962 Bearbeiten

Aufgewachsen in Hamburg-Eppendorf spielte er seit 1943 erfolgreich in der Jugend des SC Victoria Hamburg von 1895 e.V., aber auch in der sogenannten Frickestrassen-Mannschaft – ein Team, das damals mit Uwe Seeler, seinem Bruder Dieter sowie Jochen Meinke die stärkste Hamburger Ju­gendmannschaft gewesen sein soll.[1] 1951 stieg er mit dem SC Victoria in die Oberliga Nord auf und nach einer Serie wieder ab. Er wechselte zum FC St. Pauli von 1910 e.V. und war dort 10 Jahre Ligaspieler. Von 1951 bis 1962 bestritt er insgesamt 214 Spiele und schoss dabei 11 Tore (für Vic­toria 13 Spiele, für FC St. Pauli 201).[2] Als Kapitän beim FC St. Pauli von 1959 bis 1962 eröffnete er am 29.7.1961 das damals neu erbaute heutige Millerntorstadion. Ein Höhepunkt seiner Laufbahn war der 7:0 Sieg mit der Hamburger Auswahl (u.a. mit Uwe Seeler) gegen Berlin am 21.11.1956.[3]

Fußballtrainer Bearbeiten

Von 1962 bis 1985 war Kühl in neun Hamburger Vereinen als Trainer tätig. In der Rangliste der Trainer in der damaligen drittklassigen Oberliga Nord 1974-1994 steht er mit 273 Spielen an fünfter Stelle.[4] Mit dem SC Victoria Hamburg wurde er 1975 Vi­zemeister, mit dem SC Concordia von 1907 e.V.1976 Dritter der Deutschen Amateurmeisterschaft. Den Aufstieg in die Oberliga Nord er­reichte er 1974 mit dem SC Victoria und 1983 mit dem SV Lurup Hamburg.[5]

Sportfunktionär Bearbeiten

Von 1987 bis 1995 war Kühl Vorstandsmitglied des SC Concordia, dabei von 1992 bis 1995 1. Vorsitzender. 2006 wurde er Ehrenvorsitzender, erst der dritte in der 100jährigen Geschichte des Traditionsvereins.[6] Von 1991 bis 1999 war er im Präsidium des Hamburger Fußball-Verbandes (bis 1998 als Verbandsgerichts-Vorsitzender, danach als Vizepräsident). Dem Präsidium des Nord­deutschen Fußballverbandes gehörte er von 1991 bis 2000 als Vorsitzender des Sportgerichts an.[7] Von 2003 bis 2006 war er Präsident des Verbandes Hamburger Ski-Vereine.[8] 2005 verlieh ihm der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg für seine Verdienste um die Sportselbstverwaltung die „Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes“.[9]

Beruf Bearbeiten

Kühl war während seiner gesamten Sportlaufbahn als Beamter in der Verwaltung der Freien und Hansestadt Hamburg tätig. 1994 ging er als Oberregierungsrat in der damaligen Umweltbehörde in den Ruhestand.

Literatur Bearbeiten

  • Ronny Galczynski, Bernd Carstensen: FC St. Pauli – Vereinsenzyklopädie. Verlag die Werkstatt, ISBN 978-3-89533-613-3
  • Claus Strunz (Hrsg.): Forza St. Pauli. ISBN 978-3-93971-633-4
  • Jens R. Prüß (Hrsg.): Spundflasche mit Flachpasskorken. Die Geschichte der Oberliga Nord 1947-1963. Klartext, Essen 1991 ISBN 3-88474-463-1
  • Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken e.V. (Hrsg.):Amateur-Oberliga Nord 1974-1979. DSFS 2010.
  • SC Concordia von 1907 e.V. (Hrsg.): 100 Jahre SC Concordia – Festschrift mit Chronik 9. Mai 1907 – 9. Mai 2007. Media Service Axel Juckenack
  • Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine Norddeutschland. Agon Sportverlag ISBN 3-89784-223-8
  • Bernd Jankowski, Harald Pistorius, Jens R. Prüß: Fußball im Norden. 100 Jahre Norddeutscher Fußball-Verband. Eigenverlag, Peine 2005 ISBN 3-89784-270-X

Referenzen Bearbeiten

  1. Galczynski/Carstensen S. 179 und Strunz S. 9
  2. Prüß, S. 231, 238, 239
  3. Historisches Archiv Hamburger Abendblatt Nr. 274 vom 22.11.1956
  4. DSDF S. 223/224
  5. Grüne, S. 105, 124, 132
  6. Concordia S. 21
  7. Jankowski/Pistorius/Prüß, S. 391
  8. Website http://www.vhsv.de unter VHSV/Chronik/1. Vorsitzende-Präsident
  9. Newsarchiv Hamburger Sport Bund (HSB) , Website http://www.hamburger-sportbund.de/news/newsarchiv.php5, Meldung vom 18.11.2005
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