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Bundesarchiv Bild 183-R0605-0106, Berlin, XII. Parlament, 5. Beratungstag

Helga Labs (3. von links) mit Wolfgang Herger (rechts) nach ihrer Wiederwahl zur Vorsitzenden der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ 1976

Helga Labs (geborene Milke, * 2. Mai 1940 in Wenigtreben) war von 1974 bis 1985 die Vorsitzende der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ in der DDR. Im November 1989 war sie kurze Zeit Ministerin für Volksbildung.

Leben Bearbeiten

Helga Labs wurde in einem niederschlesischen Dorf als Tochter einer Bauernfamilie geboren. Von 1955 bis 1959 wurde sie am Institut für Lehrerbildung Rochlitz zur Unterstufenlehrerin ausgebildet. Sie trat 1955 der FDJ bei, war seit 1956 Mitglied der FDJ-Kreisleitung Rochlitz und 1959–1960 dort FDJ-Sekretärin. 1959 wurde sie Mitglied der SED. 1960 bis 1966 war sie zunächst Instrukteurin der Abteilung Jugend und dann Sekretärin für Schuljugend. 1966 bis 1969 war sie Vorsitzende der Pionierorganisation des Bezirks Karl-Marx-Stadt und Sekretärin der FDJ-Bezirksleitung. 1969 bis 1974 war Labs Erste Sekretärin der FDJ-Bezirksleitung Karl-Marx-Stadt und Mitglied des Sekretariats der SED-Bezirksleitung.

1974 wurde sie als Nachfolgerin von Egon Krenz Vorsitzende der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ in der DDR und gleichzeitig Sekretär des Zentralrates der FDJ.[1] Sie war 1976 bis 1989 Mitglied des Zentralkomitees der SED und 1976 bis 1986 Mitglied der Jugendkommission beim Politbüro des ZK der SED. Als Abgeordnete der Volkskammer war sie 1976 bis 1986 Mitglied des Ausschusses für Nationale Verteidigung und 1986 bis 1989 des Ausschusses für Volksbildung. Nach ihrem Ausscheiden aus dem FDJ-Apparat wurde sie am 24. Januar 1985 als Nachfolgerin von Paul Ruhig Vorsitzende des Zentralvorstandes der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung im FDGB.[2] Sie war stellvertretende Vorsitzende der Internationalen Vereinigung der Lehrergewerkschaften (FISE). Am 3. Februar 1990 gab sie ihren Rücktritt als Vorsitzende der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung bekannt.[3] Sie wurde Hortnerin, später arbeitete sie in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM), bevor sie Rentnerin wurde.

Labs wurde 1985 mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold ausgezeichnet.[4]

Bei der Kommunalwahl 2003 kandidierte sie für die PDS in ihrem Wohnort Leegebruch.

Literatur Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Im Geiste Ernst Thälmanns für die Stärkung der DDR. In: Neues Deutschland vom 10. Januar 1974, S. 1
  2. Initiativen zur Erfüllung der schulpolitischen Aufgaben. In: Neues Deutschland vom 25. Januar 1985, S. 1
  3. Lehrergewerkschaft fordert Rechts- und Tarifregelungen. In: Neues Deutschland vom 5. Februar 1990, S. 2
  4. Hohe Auszeichnung verliehen. Helga Labs erhielt Vaterländischen Verdienstorden in Gold, In: Neues Deutschland, 16. Februar 1985, S. 2

Weblinks Bearbeiten


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