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Datei:Heinz Fütterer 2.11.2005.jpg

Heinrich Ludwig („Heinz“) Fütterer (* 14. Oktober 1931 in Illingen, Landkreis Rastatt) ist ein ehemaliger deutscher Leichtathlet und Olympiamedaillengewinner, der als Sprinter erfolgreich war. Seine größten Erfolge sind drei Europameistertitel 1954 und 1958, die Einstellung des 100-m-Weltrekords 1954, 1955 neuer Hallenweltrekord über 60 m sowie eine olympische Bronzemedaille 1956. Heinz Fütterer erzielte 536 internationale Siege und wurde von 1953 bis 1955 nicht einmal besiegt. Der aus Elchesheim-Illingen stammende Fütterer wurde der „weiße Blitz“ genannt. Der Europa- und Weltrekordler konnte in den frühen 1950er Jahren als einziger weißer Sprinter mit den dunkelhäutigen US-amerikanischen Läufern mithalten. Fütterer war jahrelang Deutschlands schnellster Sprinter. Seinen ersten 100-m-Sprint kurz nach Kriegsende gewann er noch als „Barfüßler“.

Leben Bearbeiten

Bundesarchiv Bild 183-41708-0008, Heinz Fütterer, Manfred Steinbach

Heinz Fütterer (links) bei einem 4-mal-100-Meter-Staffellauf 1956

Sein Talent wurde 1943 im Alter von 12 Jahren beim Sportfest entdeckt, als er 312 Punkte im Dreikampf (u. a. 72 m Ballweitwurf!) holte und der Zuständige im Kreis das nicht glauben konnte. Seinerzeit lagen die Stufen für Ehrungen bei 240 und 280 Punkten. Er wiederholte dann den Dreikampf in Rastatt und erzielte 314 Punkte.

Seine Karriere begann unter Trainer Lorenz Hettel (1947–1949) beim SV Germania Bietigheim, mit dem er 1949 zum ersten Mal deutscher Meister im Weitsprung wurde. Den Weitsprung gab er bald darauf auf, weil er barfuß zu schmerzhaft war.

Von 1950–52 wurde er von Robert Suhr, von Helmut Häfele von 1952 bis zum Ende seiner Karriere (1958) trainiert.

1952 war er für Olympia qualifiziert, erlitt aber kurz vor dem Beginn der Spiele einen Muskelriss. Seine große Zeit begann 1953 mit 3 mit Brustbreite verlorenen Rennen gegen Bragg in Mailand, London und Oslo. In Berlin schlug er Bragg zum ersten Mal (ca. 10,4 und 21,1 s).

Am 31. Oktober 1954 stellte er mit handgestoppten 10,2 Sekunden den Weltrekord von Jesse Owens im 100-Meter-Lauf in Japan ein. Ebenfalls 1954 stellte er den Europarekord über 200 m in 20,9 s ein und verbesserte ihn noch im selben Jahr auf 20,8 s. Am Ende des Jahres wurde er von den Sportjournalisten trotz des WM-Siegs der Deutschen Fußballnationalmannschaft zum Sportler des Jahres in Deutschland gewählt.

Im Februar 1955 stellte er mit 6,5 s einen Hallenweltrekord über 60 m auf.

1956 war im Mai das erste Sportfest, bei dem er für den Trainingsplan viel zu gute Zeiten erzielte. Im Juli startete er erst über 100 m und bemerkte dabei eine leichte Muskelverhärtung. Deshalb wollte er über 200 m nicht starten. Wie er vermutet, wurde von DDR-Seite eine Lautsprecherdurchsage veranlasst, dass er doch starten wolle. So probierte er es, weil er das Publikum nicht enttäuschen wollte, und musste in der Kurve mit einem Muskelriss aufgeben und mit der Trage vom Platz getragen werden. Den anschließenden Trainingsrückstand konnte er nicht mehr aufholen, weil die Genesung damals viel länger als heute dauerte. So lief er bei Olympia nur die 100 m und die Sprintstaffel. Über 100 m schied er (wahrscheinlich mit 10,6 s) im Zwischenlauf aus.

Bei den deutschen Meisterschaften 1958 wurde er über 100 m Dritter hinter Manfred Germar und Armin Hary. In Köln lief er am 29. August 1958 in der Besetzung Lauer, Steinbach, Fütterer, Germar über 4 × 100 m Weltrekord in 39,5 s.

Heinz Fütterer wohnt in Elchesheim-Illingen im Olympiaweg. 2004 schenkte er seine Medaillen und Pokale seiner Heimatgemeinde. Sie stehen im Heimatmuseum, der alten Illinger Kirche.

Heinz Fütterer startete für den Karlsruher SC. In seiner aktiven Zeit war er 1,72 m groß und wog 72 kg.

Heinz Fütterer war ursprünglich gelernter Fischer, dann auf Anraten von Prof. Suhr Angestellter beim Badenwerk (1950–1959), danach bei Puma.

Erfolge Bearbeiten

Ehrungen Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Alfons Bitterwolf, Gustav Bitterwolf: Heinz Fütterer, der weiße Blitz. Biografie. Bitterwolf, Illingen/Rastatt 1955, ASIN B0000BGL0Q
  • Michael Dittrich, Daniel Merkel: Der „Weiße Blitz“ – Das Leben des Heinz Fütterer. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2006, ISBN 3-89533-547-9

Weblinks Bearbeiten

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