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Heike Henkel
Medaillenspiegel
Heike Henkel cropped
Heike Henkel

Leichtathletik

Bundesrepublik Deutschland
Olympische Spiele
0Gold0 1992 Barcelona 2,02 m
Weltmeisterschaften
0Gold0 1991 Tokio 2,05 m
Europameisterschaften
0Gold0 1990 Split 1,99 m
Hallenweltmeisterschaften
0Bronze0 1989 Budapest 1,94 m
0Gold0 1991 Sevilla 2,00 m
0Silber0 1993 Toronto 2,02 m
0Bronze0 1995 Budapest 1,99 m
Halleneuropameisterschaften
0Silber0 1988 Budapest 1,97 m
0Gold0 1990 Glasgow 2,00 m
0Gold0 1992 Genua 2,02 m

Heike Henkel (geb. Redetzky; * 5. Mai 1964 in Kiel) ist eine ehemalige deutsche Hochspringerin. Zu Beginn der 1990er Jahre gewann sie sechs internationale Titel; sie ist die bislang einzige Hochspringerin, die in drei aufeinanderfolgenden Jahren Europameisterin, Weltmeisterin und Olympiasiegerin werden konnte.

Karriere Bearbeiten

Heike Redetzky Bearbeiten

Sie begann als Turnerin beim TSV Kronshagen und war als Jugendliche auch im Fechtsport und im Basketball aktiv, daneben begann sie mit der Leichtathletik. 1980 gewann sie ihren ersten deutschen Jugendmeistertitel im Hochsprung mit 1,84 Meter. Von 1981 bis 1983 starteten die Leichtathleten des TSV Kronshagen in einer Leichtathletik-Gemeinschaft mit Gut-Heil Neumünster. Heike Redetzky verteidigte 1981 ihren Jugendmeistertitel und belegte bei der Junioreneuropameisterschaft 1981 den fünften Platz. Bei der deutschen Juniorenmeisterschaft 1982 steigerte sie sich auf die neue persönliche Bestleistung von 1,89 Meter und gewann den Wettbewerb. Nach einem schwächeren Jahr 1983 erreichte sie bei der deutschen Hallenmeisterschaft 1984 den vierten Platz. Der Durchbruch an die nationale Spitze gelang ihr bei der Freiluftmeisterschaft 1984, als sie mit 1,91 Meter bei gleicher Höhe den Titel vor Ulrike Meyfarth gewann. Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles erreichte sie in der Qualifikation mit 1,90 Meter fast ihre Bestleistung, im Finale belegte sie mit 1,85 Meter den elften Platz, während Ulrike Meyfarth ihre zweite Olympische Goldmedaille ersprang. In ihrem letzten Jahr beim TSV Kronshagen gewann Heike Redetzky 1985 sowohl den Deutschen Hallen- als auch den Freilufttitel.

Im Winter 1985 wechselte sie zur LG Bayer Leverkusen, um dort bei Gerd Osenberg zu trainieren, der bereits Heide Rosendahl und Ulrike Meyfarth zum Olympiasieg geführt hatte. Bei der Europameisterschaft 1986 belegte Heike Redetzky mit 1,90 Meter den sechsten Platz. Im Jahr darauf erreichte sie bei der Halleneuropameisterschaft den fünften Platz und bei der Hallenweltmeisterschaft den sechsten Platz mit jeweils 1,91 Meter. Bei der Freiluftweltmeisterschaft in Rom überquerte sie 1,96 Meter und belegte wie in der Halle den sechsten Platz. 1988 gewann sie ihre erste internationale Medaille, als sie bei der Halleneuropameisterschaft in Budapest zusammen mit Larissa Kositsina aus der UdSSR mit 1,97 Meter Silber hinter der Bulgarin Stefka Kostadinowa erhielt. In der Freiluftsaison verbesserte sich Heike Redetzky auf 1,98 Meter. Bei den Olympischen Spielen 1988 verpasste sie als 13. der Qualifikation knapp den Einzug ins Finale. Im Winter gewann sie erneut eine Hallenmedaille, bei der Hallenweltmeisterschaft, die wie die Halleneuropameisterschaft im Jahr zuvor in Budapest stattfand, belegte sie mit 1,94 Meter den dritten Platz hinter Stefka Kostadinowa und Tamara Bykowa. Am 24. Mai 1989 heiratete sie in Kiel den Schwimmer Rainer Henkel.

Heike Henkel Bearbeiten

Bei der Deutschen Meisterschaft 1989 unterlag Heike Henkel der für den SC Charlottenburg startenden Andrea Arens, der mit 1,98 Meter der höchste Sprung ihrer Karriere glückte; für Heike Henkel blieb es die einzige Niederlage bei Deutschen Meisterschaften bis 1994. Am 20. August 1989 gelang ihr beim Sportfest in Köln der erste Zweimetersprung ihrer Karriere. Nachdem sie nun sechs Jahre bei internationalen Meisterschaften dabei gewesen war, gewann sie bei der Halleneuropameisterschaft 1990 in Glasgow mit 2,00 Meter ihren ersten internationalen Titel. Zweite wurde mit 1,94 Meter Britta Vörös aus der DDR, auf den dritten Platz sprang Galina Astafei aus Rumänien. Bei der Europameisterschaft 1990 in Split traten zum letzten Mal Athleten und Athletinnen aus der DDR und aus der Bundesrepublik Deutschland in getrennten Mannschaften an. Im Hochsprung erreichte die beste Springerin der DDR, Heike Balck, den fünften Platz. Heike Henkel siegte mit 1,99 Meter vor Biljana Petrović aus der gastgebenden jugoslawischen Mannschaft und Jelena Jelessina aus der Sowjetunion, die beide 1,96 Meter sprangen.

1991 konnte Heike Henkel ihre Erfolgsserie fortsetzen. Sie siegte bei der Hallenweltmeisterschaft in Sevilla mit 2,00 Meter vor Tamara Bykowa und Heike Balck. Anfang August überquerte sie in Monte Carlo 2,04 Meter und übertraf damit den acht Jahre alten Deutschen Rekord von Ulrike Meyfarth. Vier Wochen später steigerte sie sich bei der Weltmeisterschaft in Tokio auf 2,05 Meter und siegte mit sieben Zentimetern Vorsprung auf Jelena Jelessina. 1991 gewann Heike Henkel auch die Gesamtwertung des Leichtathletik-Grand-Prix.

Bei der Deutschen Hallenmeisterschaft 1992 stellte Heike Henkel mit 2,07 Meter einen neuen Hallenweltrekord auf. Kurz darauf siegte sie bei der Halleneuropameisterschaft in Genua mit 2,02 Meter, wobei sie alle Höhen im ersten Versuch übersprungen hatte, weswegen sie nach der Mehrversuchsregel Gold vor Stefka Kostadinowa gewann, die ebenfalls 2,02 Meter gemeistert hatte. Bei den Olympischen Spielen 1992 hatte am 7. August Heike Drechsler Gold im Weitsprung gewonnen. Tags darauf trat Heike Henkel zum Hochsprungfinale an und siegte mit 2,02 Meter vor Galina Astafei. Damit gingen beide Goldmedaillen im Sprung an eine Deutsche namens Heike. Heike Henkel erhielt in diesem Jahr noch weitere Ehrungen: Nachdem sie bereits bei der deutschen Meisterschaft den Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis bekommen hatte, wurde sie Ende des Jahres zur Welt-Leichtathletin des Jahres und zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt.

Nach drei Jahren, in denen sie alle Titel gewonnen hatte, unterlag sie bei der Hallenweltmeisterschaft 1993 in Toronto mit 2,02 Meter gegen Stefka Kostadinowa, die bei gleicher Höhe diesmal die Mehrversuchsregel auf ihrer Seite hatte. In der Freiluftsaison gewann Henkel den Deutschen Meistertitel mit 2,00 Meter, bei der Weltmeisterschaft 1993 in Stuttgart qualifizierte sie sich im Gegensatz zu Kostadinowa für das Finale, trat aber dann wegen Verletzung nicht an.

Nach neun Hallenmeistertiteln in Folge war Heike Henkel 1994 nicht bei der Deutschen Hallenmeisterschaft, Ende Februar kam ihr erster Sohn zur Welt. Die junge Mutter bemühte sich gleichwohl sofort wieder um die Fortsetzung ihrer Karriere. Bei der deutschen Freiluftmeisterschaft belegte sie den fünften Platz, während Heike Balck ihren ersten Meistertitel nach der Wiedervereinigung gewann. Bis zur Europameisterschaft 1994 kam Henkel zwar so gut in Form, dass sie die Qualifikationshöhe von 1,92 Meter überwand, im Finale schied sie aber mit 1,85 Meter frühzeitig aus. Während Heike Balck den sechsten Platz belegte, siegte eine andere Springerin aus der früheren DDR: Britta Vörös hatte nach Slowenien geheiratet und gewann als Britta Bilac. Während Britta Bilac damit keine nationale Konkurrentin für Heike Henkel war, bekam sie durch die Einbürgerung von Alina Astafei (vordem Galina Astafei) eine andere Weltklasseathletin zur Gegnerin. Bei der deutschen Halenmeisterschaft 1995 siegte Astafei vor Henkel und gewann ihren ersten Deutschen Titel. Im März bei der Hallenweltmeisterschaft 1995 in Barcelona erreichten die drei Hochspringerinnen das Siegespodest, die fünf Jahre zuvor die Medaillen bei der Halleneuropameisterschaft in Glasgow erhalten hatten. Astafei erhielt mit 2,01 Meter ihre erste Goldmedaille für Deutschland, Britta Bilac gewann Silber vor Heike Henkel, beide hatten 1,99 Meter überquert. Auch in der Freiluftsaison besiegte Astafei Henkel bei der Deutschen Meisterschaft. Bei der Weltmeisterschaft in Göteborg verpasste Henkel den Finaleinzug, während Astafei Silber hinter Kostadinowa gewann. 1996 belegte Henkel erneut hinter Astafei den zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft. Nachdem ihr die Olympiaqualifikation nicht gelang, beendete sie ihre Karriere.

Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes 1997, kehrte Heike Henkel noch einmal in die Stadien zurück. 1999 gewann sie die Deutsche Freiluftmeisterschaft und im Jahr darauf den Hallentitel. Ihr letzter großer Wettkampf war die Halleneuropameisterschaft 2000 in Gent, bei der sie mit 1,85 Meter noch einmal Achte werden konnte. In der Freiluftsaison 2000 verabschiedete sie sich dann endgültig als aktive Sportlerin.

Ihren Hallenweltrekord verlor Heike Henkel nach 14 Jahren am 4. Februar 2006 an die Schwedin Kajsa Bergqvist. Der Sprung über 2,07 Meter steht aber (Stand November 2009) noch als Deutscher Hallenrekord, während ihr Freiluftrekord nach 18 Jahren am 14. Juni 2009 von Ariane Friedrich übertroffen wurde.

Privates Bearbeiten

Heike Henkel ist 1,82 groß und wog zu Wettkampfzeiten 62 kg. Nach einem Studium an der Fachhochschule Köln übte sie den Beruf der Grafikdesignerin aus. Seit Gründung der Firma Officemove im Mai 2009 hilft sie mit Partnerin Marisa Ibanez-Wagner Unternehmen in den Bereichen Gesundheit und Fitness. Von 1989 bis 2001 war sie mit dem Schwimmer Rainer Henkel verheiratet; aus der Ehe stammen zwei Kinder. Eine weitere Tochter entstammt der Lebensgemeinschaft mit Ex-Zehnkämpfer Paul Meier, mit dem sie seit dem 30. April 2004 verheiratet ist. Die bereits während ihrer Laufbahn engagierte Anti-Doping-Kämpferin gehörte von 2002 bis 2005 dem Vorstand der nationalen Anti-Doping-Agentur NADA an.

Deutsche Meistertitel Bearbeiten

  • Freiluft: 1984, 1985, 1986, 1987, 1988, 1990, 1991, 1992, 1993, 1999
  • Halle: 1985, 1986, 1987, 1988, 1989, 1990, 1991, 1992, 1993, 2000

Literatur Bearbeiten

  • Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft
  • Real Federacion Espanola de Atletismo: European Indoor Handbook. Madrid 2005 ISBN 84-87704-89-1

Weblinks Bearbeiten

Heike Henkel in der Datenbank der IAAF (englisch)


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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