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Hans Müller-Deck (* 23. Oktober 1936 in Lauscha) ist ein deutscher Judoka, der als Leistungssportler, Trainer, Funktionär und Sportwissenschaftler hervorgetreten ist.

Leben Bearbeiten

Von 1954 bis 1958 studierte Hans Müller-Deck an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig. Seine Studienrichtung war Diplom-Sportlehrer mit dem Spezialfach Judo; seine Lehrer waren Horst Wolf und Siegmund Haunschild. Im Jahr 1957 legte Hans Müller-Deck vor dem Dan-Kollegium der DDR die Prüfung zum 1. Dan[1] ab.

Danach arbeitete Müller-Deck als Diplom-Sportlehrer und Judo-Trainer an der DHfK in Leipzig. Außerdem übernahm er in den 1960er Jahren im Deutschen Judo-Verband (DJV) die Funktion des Nachwuchstrainers und wurde Mitglied der Dan-Prüfungskommission im DJV. Zusammen mit seinen Kollegen Gerhard Lehmann, Manfred Michelmann und Wolfgang Schneider erarbeitete er die Grundlagen zur Nage-no-Kata und zur Katame-no-Kata. Diese gab er im Auftrag des DJV 1966 als Lehr- und Prüfungsstoff für Dan-Prüfungen in der Danbroschüre heraus. Außerdem erstellte Müller-Deck als DJV-Nachwuchstrainer mit Gerhard Lehmann und Willi Lorbeer das ab 1969 verbindliche Ausbildungsprogramm im Deutschen Judo-Verband der DDR.

Als Sportwissenschaftler an der DHfK promovierte Hans Müller-Deck 1972 zum Dr. paed. und habilitierte 1983 mit dem Thema: Trainingsprinzipien zur Entwicklung technisch-taktischer Kampfhandlungen im Judo - ein Beitrag zur Theorie und Methodik der technisch-taktischen Ausbildung in Zweikampfsportarten.[2] Nach der Habilitation wurde er zum Hochschuldozenten für Theorie und Methodik des Trainings im Kampfsport am Forschungsinstitut für Kampfsport in Leipzig berufen. Dort leitete er die Forschungsgruppe Judo und war Stellvertretender Direktor für Forschungsorganisation. Darüber hinaus war Müller-Deck Leiter des Wissenschaftlichen Zentrums und Vizepräsident Leistungssport des DJV. Ab 1991 nahm er das Amt des Sportkoordinators im Österreichischen Judoverband (ÖJV) wahr.

Hans Müller-Deck ist Autor von zahlreichen sportwissenschaftlichen Publikationen sowie von Lehrbüchern und Übersetzungen aus dem Englischen, Russischen und Japanischen. Für seine sportpraktische und -wissenschaftliche Tätigkeit wurde ihm im Jahr 2000 der 9. Dan verliehen.

Wettkampf-Erfolge Bearbeiten

Bei den Europameisterschaften der Studenten 1958 in Frankreich gewann Hans Müller-Deck die Silbermedaille im Mittelgewicht. Als Judoka des SC DHfK Leipzig wurde er 1960 DDR-Meister[3] im Halbschwergewicht. Müller-Deck gehörte zudem zur Nationalauswahl des DJV bei den Judo-Europameisterschaften 1960 in Amsterdam.

Publikationen (Auswahl) Bearbeiten

  • Nage-No-Kata und Katame-No-Kata. (Mit einem Anhang der Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung und den Prüfungsanforderungen für den 1. und 2. Dan), Danbroschüre, Deutscher Judo-Verband der DDR, Leipzig, 1966
  • Ausbildungsprogramm im Deutschen Judo-Verband der DDR. (Koautoren: Gerhard Lehmann, Willi Lorbeer), Deutscher Judo-Verband der DDR, Berlin, 1969
  • Schülersport Judo. (Koautor: Gerhard Lehmann), Sportverlag Berlin, 1977
  • Judo - Ein Lehrbuch für Trainer, Übungsleiter und Aktive. (Koautoren: Gerhard Lehmann u. a.), Sportverlag Berlin, 1986
  • Große Bodenkampfschule. (Koautor: Manfred Michelmann), Ullstein Frankfurt/Main und Berlin, 1994
  • Abriss einer speziellen Trainingslehre der Sportart Judo. (Hrsg. Müller-Deck); BAfL, Wien, 1999
  • Der Weg zum Top-Judoka. (bearbeitet von Erich Ivinger), Infostrada Sports, Wien, 2007

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Dan-Prüfungen im DJV der DDR (Chronik von Willi Gruschinski)
  2. Habilitationsschrift von Hans Müller-Deck Universitätsbibliothek Leipzig (aufgerufen am 13. Februar 2018)
  3. Judo DDR-Meisterschaften Herren (Halbschwergewicht) (aufgerufen am 13. Februar 2018)



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