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Help – Hilfe zur Selbsthilfe
Logo der Organisation
Gründung 1981[1]
Sitz Bonn
Schwerpunkt Hilfsorganisation,
Humanitäre Hilfe,
Katastrophenhilfe,
Entwicklungszusammenarbeit
Vorsitz Karin Settele (Geschäftsführerin)
Beschäftigte 491 (weltweit)[2]
Mitglieder 32[3]
Website www.help-ev.de

Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V. ist eine nicht-staatliche humanitäre Hilfsorganisation in Deutschland mit Sitz in Bonn. Seit 1981 engagiert sie sich weltweit für Menschen in Not. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Hilfe zur Selbsthilfe. Darüber hinaus engagiert sich Help auch in der Not- und Katastrophenhilfe und ist bei Erdbeben, Tsunamis und Wirbelstürmen regelmäßig im Einsatz.

Sie ist nicht zu verwechseln mit anderen Organisationen mit ähnlichem Namen (HELP – Human Environment Life Protection, Helpalliance, HelpAge oder „Hilfe zur Selbsthilfe“).

Geschichte[]

Help wurde im Juli 1981 von Abgeordneten aller damals im Bundestag vertretenen Parteien und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kirche gegründet. Noch heute (Stand 2021) setzt sich der Vorstand aus Vertretern dieser gesellschaftlichen Gruppen zusammen, darunter als Vorstandsvorsitzender Georg Kippels (MdB CDU) sowie als seine Vertreter Ute Vogt (MdB SPD) und Ottmar von Holtz (MdB Bündnis 90/Die Grünen).

Anlass für die Gründung war die Flüchtlingswelle, die die russische Invasion 1979 in Afghanistan auslöste. Help arbeitete in den ersten Jahren ausschließlich für Flüchtlinge in Pakistan.

Seit 1990 engagiert sich der Verein weltweit. Anfangs in Rumänien, dann in Afrika, Südosteuropa und verschiedenen asiatischen Ländern. Nach Naturkatastrophen oder kriegerischen Konflikten weitete Help seine Hilfsangebote auf neue Projektländer aus. Auslöser waren z. B. die Kriege in Bosnien und Irak (2003), Dürren in Afrika, Erdbeben und Tsunamis in Asien.

Dabei folgt auf die erste Soforthilfe meist ein längerfristiges Engagement zum Wiederaufbau aller Lebensbereiche durch Gesundheits- und Wasserversorgung, Ernährungs- und Existenzsicherung, Bildung und Ausbildung. Ziel war und ist die Stärkung der Selbstständigkeit und Widerstandsfähigkeit betroffener Gemeinschaften.

Arbeitsgrundsätze[]

Unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung setzt sich Help für Menschen ein, die aufgrund von Katastrophen, Verfolgung oder aus anderen Gründen in Not geraten sind. Nach dem Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe" fördert Help die Anstrengungen der Betroffenen, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern. Hierzu gehören existenzsichernde Maßnahmen ebenso wie das Ankurbeln wirtschaftlicher Aktivitäten und das Stärken zivilgesellschaftlicher Kräfte. Deshalb kooperiert Help mit Partnerorganisationen vor Ort und bezieht lokale Projektteilnehmer in Planung und Umsetzung von Programmen mit ein. Eine besondere Verpflichtung der humanitären Arbeit ist für Help die Unterstützung von Flüchtlingen in aller Welt.

Durch langfristig angelegte Hilfsprojekte, ermöglicht es Help notleidenden Menschen sich selbst zu versorgen. In Kooperation mit den Betroffenen werden die Lebensbedingungen nachhaltig verbessert.

Die Themengebiete der Arbeit von Help umfassen neben der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit auch Wiederaufbau, Wasserversorgung, Ernährungssicherung und Gesundheitsversorgung sowie Bildung, Einkommen und Klimaschutz.

Hilfsprojekte[]

Help engagiert sich in 23 Ländern mit Hilfsprojekten. Zum Beispiel:

Syrien 2016 konzentrierte die Hilfsorganisation ihren Einsatz in Syrien auf Nothilfe für die Betroffenen des Bürgerkriegs. Ihr Hauptaugenmerk lag auf der Hilfe für die Landkreise Damaskus und Homs. Help setzte in mehreren Regionen die Trinkwasserversorgung wieder instand, verteilte Nahrungsmittel und Decken sowie Kleidung für intern Vertriebene und besonders vom Krieg Betroffene.

Nord-Irak Seit Beginn der Flüchtlingskrise im August 2014 wurden Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt, Schulen rehabilitiert, Einkommen für Familien geschaffen sowie Winterhilfe und Mietkostenzuschüsse für Heimatvertriebene geleistet.

Südsudan Seit 2013 herrscht in diesem Land Bürgerkrieg, weshalb Lebensmittel zunehmend knapp geworden sind, aber es fehlen auch sauberes Wasser und Sanitäranlagen. Help versorgt rund 117.000 Menschen in den Regionen Lakes, State, Western Bahr el Ghazal und Warrap mit therapeutischen Nahrungsmitteln und Medikamenten gegen Unterernährung, Vitaminen und Spurenelementen für Kinder und Schwangere sowie mit sauberem Wasser und Sanitäranlagen. Zusätzlich stärkt Help die Selbsthilfe mit Saatgut und Pflügen für bessere Ernten in der Zukunft.

Bosnien und Herzegowina 1995, während des Jugoslawienkriegs begann Help mit ersten Nothilfeprojekten in Bosnien und Herzegowina. Heute engagiert sich die Hilfsorganisation in den Bereichen Existenzsicherung und Einkommen: Help unterstützt Menschen in Not bei der Gründung von Kleinunternehmen, um so Einkommen zu sichern und langfristig Arbeitsplätze zu schaffen. (Dieser Ansatz wird auch in den anderen Projektländern Südosteuropas verfolgt.)

Finanzierung und Transparenz[]

Help finanziert Projekte mit Spenden und öffentlichen Zuschüssen. Beim Amtsgericht Bonn ist Help als gemeinnütziger Verein eingetragen und wurde vom Finanzamt Bonn als besonders förderungswürdig anerkannt. Die größten öffentlichen Geldgeber sind das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Generaldirektion für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO), die Europäische Kommission und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP).

Help veröffentlicht jährlich einen Jahresbericht, in dem alle Einnahmen und Ausgaben dargelegt sind, und erhält seit der Einführung 1992 jährlich das vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) erteilte DZI-Spendensiegel. Die Organisation liegt jedes Jahr bei den Kosten für Verwaltung, Spenderwerbung und Öffentlichkeitsarbeit in der niedrigsten Rubrik des DZI unter 10 Prozent: Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung liegen bei Help stets um die 5 Prozent.

2020 wurde Help mit dem Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrates e.V. ausgezeichnet. Help erfüllt alle Kriterien der hohen Qualitätsstandards, auch bei Werbung und Datenschutz, und legt Strukturen, Tätigkeit und Finanzen offen. Die Prüfung wurde durch unabhängige Wirtschaftsprüfer vorgenommen.

Der Verein ist zudem Unterzeichner der Selbstverpflichtungserklärung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Auf Initiative von Transparency Deutschland e. V. haben zahlreiche Akteure aus der Zivilgesellschaft und Wissenschaft zehn grundlegende Punkte definiert, die jede zivilgesellschaftliche Organisation der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte.

Partner[]

Der Verein engagiert sich gemeinsam mit mehreren Partnern, um schnell und effektiv Hilfe leisten zu können. Help – Hilfe zur Selbsthilfe ist Mitglied bei Aktion Deutschland Hilft, einem Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle von Katastrophen und Notsituationen im Ausland gemeinsam Hilfe leisten.

Der Verein ist Vollmitglied bei VENRO, einem freiwilligen Zusammenschluss von rund 120 deutschen entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen.

Seit 2018 ist Help neben weiteren NGOs Unterstützer der deutschen Denkfabrik für humanitäre Hilfe, Centre for Humanitarian Action.

Weblinks[]

Einzelnachweise[]


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