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Gregor schirmer

Gregor Schirmer

Gregor Schirmer (* 1. April 1932 in Nürnberg) ist ein deutscher Völkerrechtler und Politiker.

Leben Bearbeiten

Schirmer wurde als Sohn des kommunistischen Funktionärs Hermann Schirmer und seiner Frau Anna geboren. [1] Er siedelte 1950 in die DDR über, war kurze Zeit im Zentralrat der FDJ tätig, studierte von 1951 bis 1955 Rechtswissenschaften an der Karl-Marx-Universität Leipzig und war 1955/56 zu einem völkerrechtlichen Zusatzstudium an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften Potsdam-Babelsberg. Dann absolvierte er bis 1959 bei Peter Alfons Steiniger eine Aspirant an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, die er mit der Promotion zum Dr. jur. abschloss.

Schirmer trat 1949 in Nürnberg in die KPD ein und wurde nach seiner Übersiedlung in die DDR Mitglied der SED. Er übte ehrenamtliche Parteifunktionen aus bis er 1961 hauptamtlich als stellvertretender Sekretär der SED-Parteileitung an der Humboldt-Universität eingesetzt wurde. Diese Funktion übte er bis 1960 aus. 1961 wurde Schirmer zum Dozenten für Völkerrecht an die Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen und zugleich zum Prorektor ernannt. 1965 habilitierte er sich mit einem völkerrechtlichen Thema und wurde zum Professor für Völkerrecht berufen. 1963 wurde er zum Abgeordneten der Volkskammer für den Kulturbund der DDR gewählt. Er blieb Mitglied der Volkskammer bis 1990 und war Mitglied des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten und Stellvertreter des Vorsitzenden der Kulturbundsfraktion. Von 1963 bis 1990 war er Mitglied des Präsidialrats des Kulturbunds und ab 1972 des Präsidiums. 1965 wurde Schirmer zum Stellvertreter des Staatssekretärs für Hoch- und Fachschulwesen berufen; nach Umwandlung des Staatssekretariats in ein Ministerium war er bis 1976 Stellvertreter des Ministers. Zugleich war er beurlaubter Professor an der Humboldt-Universität.

Schirmer war von 1977 bis 1989 stellvertretender Leiter der Abteilung Wissenschaften des Zentralkomitees (ZK) der SED. Im November 1989 bis zu Rücktritt des ZK der SED am 3. Dezember 1989 war Schirmer Leiter der Kommission für Wissenschaft und Bildung beim Politbüro des ZK. 1990 arbeitete er als Professor an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften bis zu deren Abwicklung. Er ging dann in den Status eines „Altersübergangsgeldempfängers“ über und ist seit 1992 Rentner. Schirmer war Mitarbeiter von Abgeordneten der PDS- bzw. der Linksfraktion im Bundestag, ist Mitglied des Verbandes für Internationale Politik und Völkerrecht, des Marxistischen Forums und des Ältestenrats der Partei Die Linke.

Ausgewählte Publikationen Bearbeiten

  • Universalität völkerrechtlicher Verträge und internationaler Organisationen, Berlin 1966
  • Gesellschaftswissenschaften in der DDR. Leitung und Planung durch die SED, in: Reformzeiten und Wissenschaft, Beiträge zur DDR-Wissenschaftsgeschichte Band 2, Akademische Verlagsanstalt 2005, S. 155 ff.
  • Sisyphos im Gipfelsturm, in: Hans Modrow (Hrsg.), Das Große Haus, edition ost 1994, S.116 ff.
  • Gedanken zur III. Hochschulreform, in: Alma Mater und moderne Gesellschaft, Thüringer Forum für Bildung und Wissenschaft, Jena 2004, S.27 ff.
  • Die Volkskammer und die politische Führung der SED, in: Werner J. Patzelt/Roland Schirmer (Hrsg.), Die Volkskammer der DDR, Wiesbaden 2002, S. 187 ff.
  • Frieden und Völkerrecht, in: Welt ohne Krieg?, Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen 2004, S.63 ff.
  • Völkerrecht und Durchsetzung der Menschenrechte, in: Topos H. 21 2003, S. 55 ff.
  • Ius ad bellum oder „altes“ Friedensvölkerrecht?, in: Kriege zur Neuordnung der Welt, Kai Homilius Verlag 2004, S. 63 ff.
  • Deutschland – ein Aufmarschgebiet der USA im Krieg gen den Irak?, in: Dieter S. Lutz/ Hans J. Gießmann (Hrsg.), Die Stärke des Rechts gegen das Recht des Stärkeren, Baden-Baden 2003, S. 204 ff.
  • Die Nürnberger Prinzipien – ein Umbruch im Völkerrecht, Bulletin der Weltkriegsforschung Heft 4/2006
  • Frieden und Völkerrecht, Schriften zur internationalen Politik H. 14, Verband für internationale Politik und Völkerrecht, Berlin 2008
  • Lissabon am Ende? Kritik der EU-Verträge, COMPACT Nr. 2, Kai Homilius Verlag 2008
  • "Analyse: Das Bundesverfassungsgericht bekräftigt den Lissabonner Vertrag, fordert aber zugleich ein Zustimmungsgesetz, das die Entscheidungsmacht des Bundestags in EU-Fragen stärkt", Junge Welt 7. Juli 2009

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Andreas Herbst/ Hermann Weber, Deutsche Kommunisten, Biographisches Handbuch 2004, S. 662

Weblinks Bearbeiten


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