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Gottfried Fuchs

Gottfried Fuchs

Gottfried Fuchs (* 3. Mai 1889 in Karlsruhe; † 25. Februar 1972 in Montreal, Québec) war ein deutscher Fußballspieler.

Leben und Wirken Bearbeiten

Fuchs spielte als Stürmer für den Karlsruher FV und wurde mit diesem 1910 Deutscher Fußballmeister.

Er war von 1911 bis 1913 sechs Mal für die Deutsche Fußballnationalmannschaft in internationalen Spielen aktiv und erzielte dabei insgesamt 14 Tore. Dies ist bis heute (Stand 24. Juni 2010) die beste Quote (2,33) eines deutschen Nationalspielers. Bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm erzielte er im Spiel gegen Russland zehn Tore, eine bis heute in einem Länderspiel eines deutschen Nationalspielers unübertroffene Zahl. (Den Weltrekord hält seit 2001 der Australier Archie Thompson, dem beim 31:0 gegen Amerikanisch-Samoa 13 Tore gelangen.) Mit diesen 10 Toren übertraf Fuchs den bis dahin führenden deutschen Länderspiel-Rekordtorschützen Eugen Kipp, der es zuvor in elf Länderspielen auf acht Tore gebracht hatte. Sein sechstes und letztes Länderspiel bestritt er 1913 bei der 2:6 Niederlage in Belgien, in dem er sein 14. Tor für die Nationalmannschaft erzielte. Fuchs' Rekord von insgesamt 14 Toren wurde erst am 31. Oktober 1926 von Otto Harder eingestellt und am 7. September 1930 von Richard Hofmann überboten.

Im Ersten Weltkrieg diente Fuchs als Artillerieoffizier und wurde vier Mal verwundet. Nach Kriegsende spielte er noch einmal für kurze Zeit beim Karlsruher FV und beendete dann seine Karriere.

Da Fuchs jüdischer Herkunft war, musste er 1937 über die Schweiz zunächst nach Frankreich und 1940 schließlich nach Kanada emigrieren, wo er – nunmehr unter dem Namen Godfrey Fochs – 1972 in Montreal starb. Wegen der Nürnberger Rassengesetze wurde sein Name aus vielen deutschen Fußballstatistiken gelöscht[1]. Diese Lücke wurde bislang nicht überall wieder revidiert. Das klare Bekenntnis Sepp Herbergers zu seinem früheren fußballerischen Idol (dem „Franz Beckenbauer seiner Jugend“) trug wesentlich zu Fuchs' Rehabilitierung seit den 1950er Jahren bei. Der DFB ehrte ihn schließlich mit seiner Goldenen Ehrennadel.

Literatur Bearbeiten

  • Harald Kaiser, "Als Fuchs auf Torjagd ging: Zehn Treffer in einem Spiel," in Der Kicker, 29. Juni 2009, S. 78-79.

Einzelverweis Bearbeiten

  1. Jedoch nicht aus dem Kicker Almanach, dessen Ausgabe 1941/42 Fuchs an mehreren Stellen erwähnt


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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