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Gerrit Jan van Delden (* 31. Oktober 1888 in Ahaus; + 11. September 1982 in Essen) war ein ehemaliger deutscher Textilunternehmer und Kommunalpolitiker.

Leben Bearbeiten

Herkunft und Familie Bearbeiten

Gerrit Jan van Delden entstammte einer alten Unternehmerfamilie, die ihren Ursprung in den Niederlanden hatte. Sein Urgroßvater Jan van Delden (* 1798 in Deventer) war Fabrikant und mit Maria Elisabeth Sluiters verheiratet. Zwölf Kinder sind aus der Ehe hervorgegangen, darunter Gerrit van Delden, Gründer der Van-Delden-Textilgruppe in Gronau. Sein Großvater Friederich Theodor (* 1826 Nortdhorn) war Arzt in Emden und mit Martha Brons verheiratet. Seinem Vater Ysaak wurden im Jahre 1929 die Ehrenbürgerrechte der Stadt Ahaus verliehen. Seine Mutter war Marie van Heek, deren Schwester Julia wiederum mit Jan van Delden –Bruder von Ysaak- verheiratet war. Sein Neffe Rembert wurde von ihm in seine Familie aufgenommen, nachdem Remberts Vater Fritz 1918 bei den Kämpfen im Ersten Weltkrieg in Flandern ums Leben kam. Am 4. April 1917 heiratete Gerrit Jan in Nordhorn Erika Schlieper. Zwei Kinder sind aus dieser Ehe hervorgegangen. Am 24. Februar 1921 schloss er in Bremen mit Clara Sophie Christine von Duning die Ehe, aus der vier Kinder hervorgingen. Nach seiner Ausbildung und Kriegsteilnahme leitete er kurze Zeit die Buntweberei in Coesfeld, bevor er 1927 Vorstandsmitglied der Westfälischen Jutespinnerei und -weberei Ahaus wurde. Diese wurde 1883 von seinem Vater Ysaak und dessen Bruder Jan sowie seinen aus Gronau stammenden Onkeln Gerrit und Matthieu van Delden gegründet und wuchs zu Europas größter Jutespinnerei. 1999 ging das Unternehmen in die Insolvenz, nachdem es 1972 in Textilwerke Ahaus AG umbenannt und 1987 durch die Baumwollspinnerei Gronau (zur Delden-Gruppe gehörend) übernommen wurde. Gerrit verblieb vierzig Jahre in der Funktion als Vorstandsmitglied, bis er Aufsichtsratsmitglied und ab 1975 Ehrenmitglied dieses Gremiums wurde.

Politische Betätigung Bearbeiten

1946 zunächst von der britischen Militärregierung als Stadtrat eingesetzt, wurde er von den Ahauser Bürgern bei den ersten freien Wahlen als CDU-Mitglied in den Stadtrat gewählt und war 15 Jahre lang als Ratsmitglied tätig. Er hat über Jahrzehnte hinweg das wirtschaftliche und soziale Leben in Ahaus entscheidend mitgeprägt. 1979 zog Gerrit mit seiner Ehefrau in ein Altersheim nach Essen, von wo aus er – bis zu seinem Tode geistig rege und aufgeschlossen - mit Ahaus Kontakt hielt.[1] In Anerkennung seiner Verdienste hat der Stadtrat Ahaus im Jahre 1958, zum 75-jährigen Bestehen der Jutefabrik, ihm und seinem Cousin Willy die Ehrenbürgerrechte verliehen.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Westfälische Nachrichten vom 15. September 1982

Weblinks Bearbeiten


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