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Gabriele Raether/Lohmann (*15. Januar 1947 in Magdeburg) ist eine deutsche Studienrätin und Autorin.

Leben Bearbeiten

Wegen Beteiligung am 17. Juni 1953 kam der Vater für 17 Monate ins Zuchthaus, danach flüchtete die Familie aus der DDR. Als Kind nichtakademischer Eltern, in einer Flüchtlingssiedlung in Köln-Ostheim aufwachsend, absolvierte sie den 2. Bildungsweg (Realschule und Aufbaugymnasium). Nach dem Abitur 1966 studierte sie Germanistik, Biologie, Philosophie und Pädagogik an der Universität zu Köln und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Ihre frühen Interessensgebiete waren neben Natur, Literatur und Politik besonders Sozialisationstheorien, Gerechtigkeits- und Klassenfragen, das Verhältnis von Mann und Frau (historisch, soziologisch, psychologisch) und weibliche Biographien. Während eines halbjährigen USA-Aufenthaltes 1968 knüpfte sie Kontakte zum Women´s Liberation Movement.

1971 heiratete sie den Romanisten Martin Raether und zog nach Heidelberg. Nach der Scheidung 1974 brach sie ihre Promotion ab und ging in den Schuldienst. 1986 heiratete sie in zweiter Ehe den Publizisten Hans-Martin Lohmann und bekam 1987 eine Tochter. Ein von ihr 1989 veröffentlichter Beitrag zum Thema Koedukation in der Zeitschrift Emma führte zu einem Skandal an der Schule, Mobbing, einer Anhörung im Regierungspräsidium und dem Wechsel des Gymnasiums, dort dann acht Jahre Frauenvertreterin. Als Alleinerziehende und vielseitige Aktivistin blieb keine Zeit zum Schreiben. Nach der Pensionierung entfaltete sie neue Aktivitäten: Sie ist als Mitglied des Vorstands im Literaturnetz Heidelberg[1] sowie im Freundeskreis Forum Antike der Universität Heidelberg auch wieder literarisch aktiv.

Schriften Bearbeiten

Buchpublikationen Bearbeiten

  • Alexandra Kollontai zur Einführung, Junius Verlag, Hamburg 1986, ISBN 978-3-88506-822-8[2]
  • Aleksandra Kollontaj: libertà sessuale e libertà comunista – In appendice La piattaforma dell'Opposizione operaia, Übers.: Paola De Albertis, Erre Emme, Pomezia (Roma) 1996, ISBN 978-3-88506-822-8

Beteiligungen Bearbeiten

  • Beitrag in Eva-Maria Knapp-Tepperberg (Hrsg.):„deFloration - entBlütung, Autobiographisches zu einem weiblichen Thema“, Materialis Verlag, Frankfurt 1985, ISBN 978-3885351030
  • Freud - ein Antifeminist? Frauenbewegung und Psychoanalyse um die Jahrhundertwende. In Karola Brede (Hrsg.):„Befreiung zum Widerstand : Aufsätze über Feminismus, Psychoanalyse u. Politik ; Margarete Mitscherlich zum 70. Geburtstag“, Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt a. M. 1987, ISBN 978-3-596-26789-7, S. 183–196[3]

Aufsätze Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Der Verein, Literaturnetz Heidelberg e.V.
  2. Rezensionen: Karin Hartewig: Raether, Gabriele: Alexandra Kollontai zur Einführung, Junius-Verlag, in: Süddeutsche Zeitung vom 13. November 1986.
    Rosemarie Feller: Raether, Gabriele: Alexandra Kollontai zur Einführung, Junius-Verlag, in: Frankfurter Rundschau vom 9. August 1986
  3. Raethers Aufsatz wird ausführlich diskutiert in: Anna Koellreuter: Das Tabu des Begehrens: zur Verflüchtigung des Sexuellen in Theorie und Praxis der feministischen Psychoanalyse. Psychosozial-Verlag, Gießen 2000, ISBN 978-3-89806-041-7, S. 45 ff.


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