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UEFA-Europameisterschaft 1996
UEFA EURO 1996
Datei:UEFA Euro 1996.svg
Anzahl Nationen 16 (von 48 Bewerbern)
Europameister Deutschland (3. Titel)
Austragungsort England
Eröffnungsspiel 8. Juni 1996
Endspiel 30. Juni 1996
Spiele   31
Tore 64  (Ø: 2,06 pro Spiel)
Zuschauer 1.276.137  (Ø: 41.166 pro Spiel)
Torschützenkönig Alan Shearer (5)
Bester Spieler Steve McManaman (Mittelfeld)
Yellow card Gelbe Karten 136 (Ø: 4,39 pro Spiel)
Gelbrote Karte Gelb-Rote Karten (Ø: 0,03 pro Spiel)
Red card Rote Karten (Ø: 0,1 pro Spiel)

Die Endrunde der 10. Fußball-Europameisterschaft der Herren wurde vom 8. bis 30. Juni 1996 in England ausgetragen. Das Endspiel im Londoner Wembleystadion zwischen Deutschland und Tschechien gewann Deutschland in der Verlängerung durch Golden Goal in der 95. Minute.

Seit dieser Europameisterschaft nehmen 16 Mannschaften in vier Gruppen an der EM-Endrunde teil, während es zuvor nur acht Mannschaften in zwei Gruppen waren.

Neben England bewarben sich auch Österreich, Portugal und die Niederlande für die Ausrichtung des Turniers. Für England sprach insbesondere das Ziel der UEFA, das Teilnehmerfeld auf 16 Teams aufzustocken.

Qualifikation der deutschsprachigen Mannschaften Bearbeiten

Hauptartikel: Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 1996

Die Neuordnung in Europa führte zahlreiche junge Länder erstmals in die Qualifikation zur Europameisterschaft, was zu umfangreicheren Gruppen und mehr Spielen als früher führte.

Deutschland traf in Gruppe Sieben auf Bulgarien, Georgien, Wales, Moldawien und Albanien. Nach der erfolglosen WM 1994 war man auch in der Qualifikation in den Spielen gegen die vermeintlich schwächeren Gegner aus Albanien, Georgien oder Moldawien nicht überlegen. Zum Ende der ersten Saison 1995 gab es ein 1:1 zu Hause gegen Wales und eine 2:3-Niederlage in Bulgarien, wodurch eine Revanche gegen Bulgarien für das Ausscheiden bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA zunächst missglückte. Siege in den Rückspielen gegen die vermeintlich stärksten Konkurrenten, insbesondere der 3:1-Heimsieg gegen Bulgarien, gaben dann dennoch den Ausschlag für eine weitgehend problemlose Qualifikation der Mannschaft von Berti Vogts.

Österreich traf in der Gruppe Sechs auf Portugal, Irland, Nordirland, Lettland und Liechtenstein. Es gab eine Heimniederlage gegen Nordirland und eine Niederlage in Portugal. Portugal konnte sich als Gruppenerster qualifizieren. Österreich landete am Ende auf Platz vier und vergab die Chance auf einen Relegationsplatz durch eine 3:5-Niederlage in Nordirland.

In Gruppe Drei traf die Schweiz auf die Türkei, Schweden, Ungarn und Island. Sie bezwang den WM-Dritten von 1994 und Halbfinalist der letzten EM, Schweden, mit 4:2. Mit dem Dortmunder Stéphane Chapuisat und dem eingebürgerten türkischstämmigen Kubilay Türkyılmaz hatten sie Angreifer, die bereits maßgeblichen Anteil daran hatten, dass die Schweiz an der WM 1994 in den USA teilgenommen hatte. Am letzten Spieltag standen dann die Schweiz und die Türkei punktgleich an der Spitze. Die Schweiz gewann mit 3:0 gegen Ungarn und die Türkei spielte in Schweden nur 2:2, qualifizierte sich dann aber als einer der besten sechs Gruppenzweiten.

Spielstätten Bearbeiten

Teilnehmer Bearbeiten

Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3 Gruppe 4
EnglandFlag of England England SpanienFlag of Spain Spanien DeutschlandFlag of Germany Deutschland DanemarkFlag of Denmark Dänemark
SchweizFlag of Switzerland within 2to3 Schweiz BulgarienFlag of Bulgaria Bulgarien TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien PortugalFlag of Portugal Portugal
NiederlandeFlag of the Netherlands Niederlande FrankreichFlag of France Frankreich ItalienFlag of Italy Italien KroatienFlag of Croatia Kroatien
SchottlandFlag of Scotland Schottland RumänienFlag of Romania Rumänien RusslandFlag of Russia Russland TurkeiFlag of Turkey Türkei
Euro 1996

Teilnehmende Staaten

Spielergebnisse Bearbeiten

Gruppenphase Bearbeiten

Gruppe 1 Bearbeiten

Rang Land Tore Punkte
1 EnglandFlag of England England 7:2 7
2 NiederlandeFlag of the Netherlands Niederlande 3:4 4
3 SchottlandFlag of Scotland Schottland 1:2 4
4 SchweizFlag of Switzerland within 2to3 Schweiz 1:4 1
8. Juni in London
EnglandFlag of England England -SchweizFlag of Switzerland within 2to3 Schweiz1:1 (1:0)
10. Juni in Birmingham
NiederlandeFlag of the Netherlands Niederlande -SchottlandFlag of Scotland Schottland0:0
13. Juni in Birmingham
NiederlandeFlag of the Netherlands Niederlande -SchweizFlag of Switzerland within 2to3 Schweiz2:0 (0:0)
15. Juni in London
EnglandFlag of England England -SchottlandFlag of Scotland Schottland2:0 (0:0)
18. Juni in London
EnglandFlag of England England -NiederlandeFlag of the Netherlands Niederlande4:1 (1:0)
18. Juni in Birmingham
SchottlandFlag of Scotland Schottland -SchweizFlag of Switzerland within 2to3 Schweiz1:0 (1:0)

England wollte mit Alan Shearer und Paul Gascoigne die Chance nutzen, im eigenen Land wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 seinen zweiten Titel zu gewinnen. Für die WM 1994 in den USA hatte man sich nicht qualifizieren können. Das erste Spiel der Engländer gegen die Schweiz endete mit einem Unentschieden . Man bestimmte zwar das Spiel, führte aber nur mit 1:0 durch Shearer, als in der 86. Minute Türkyilmaz per Handelfmeter für die Schweizer den Ausgleich besorgte.

Der zweite vermeintliche Favorit der Gruppe, die Niederlande, spielte gegen Schottland ebenfalls unentschieden. Nachdem die Engländer das britische Duell für sich entschieden hatten und auch die Holländer die Schweiz bezwingen konnten, kam es zum entscheidenden Duell zwischen England und Holland, das England mit 4:1 gewann. Die Schotten hätten mit einem Sieg gegen die Schweiz Nutznießer dieser Situation sein und damit einen Favoriten aus dem Turnier stoßen können. In der ersten Halbzeit war das Spiel ausgeglichen, aber die Engländer führten durch einen Elfmeter von Shearer mit 1:0. Bis zur 62. Minute dominierten die Engländern mit den Stürmern Alan Shearer und Teddy Sheringham die Niederländer und erhöhten die Führung auf 4:0. Zu diesem Zeitpunkt führte Schottland gegen die Schweiz mit 1:0, was das Ausscheiden für Holland bedeutet hätte. Sie benötigten mindestens noch ein Tor, um noch als Gruppenzweiter ins Viertelfinale einziehen zu können. Patrick Kluivert erzielte dann in der 78. Minute den wichtigen Treffer zum 1:4.

Gruppe 2 Bearbeiten

Rang Land Tore Punkte
1 FrankreichFlag of France Frankreich 5:2 7
2 SpanienFlag of Spain Spanien 4:3 5
3 BulgarienFlag of Bulgaria Bulgarien 3:4 4
4 RumänienFlag of Romania Rumänien 1:4 0
9. Juni in Leeds
SpanienFlag of Spain Spanien -BulgarienFlag of Bulgaria Bulgarien1:1 (0:0)
10. Juni in Newcastle
FrankreichFlag of France Frankreich -RumänienFlag of Romania Rumänien1:0 (1:0)
13. Juni in Newcastle
BulgarienFlag of Bulgaria Bulgarien -RumänienFlag of Romania Rumänien1:0 (1:0)
15. Juni in Leeds
FrankreichFlag of France Frankreich -SpanienFlag of Spain Spanien1:1 (0:0)
18. Juni in Newcastle
FrankreichFlag of France Frankreich -BulgarienFlag of Bulgaria Bulgarien3:1 (1:0)
18. Juni in Leeds
SpanienFlag of Spain Spanien -RumänienFlag of Romania Rumänien2:1 (1:1)

In Gruppe Zwei standen sich vermeintlich gleichwertige Mannschaften gegenüber. Rumänien kam mit seinem Star Gheorghe Hagi, konnte jedoch viele nicht überzeugen und verlor jedes Spiel, unter anderem weil Torjäger Florin Răducioiu nicht an seine Leistungen bei der WM anknüpfen konnte. Spanien galt wie bei allen Turnieren als Geheimfavorit, es fehlte jedoch ein Weltklassestürmer. Bulgarien wurde als WM-Vierter mit seinem Star Christo Stoitschkow ebenfalls stark eingeschätzt und Frankreich wollte das Turnier nutzen, um sich auf die Fußball-Weltmeisterschaft 1998 im eigenen Land vorzubereiten. Die Gruppe wurde dann am letzten Spieltag entschieden durch das 3:1 Frankreichs gegen Bulgarien. Luboslav Penev traf zum 0:2 ins eigene Tor. Der 1:3-Treffer durch Patrice Loko fiel in der Nachspielzeit.

Gruppe 3 Bearbeiten

Rang Land Tore Punkte
1 DeutschlandFlag of Germany Deutschland 5:0 7
2 TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien 5:6 4
3 ItalienFlag of Italy Italien 3:3 4
4 RusslandFlag of Russia Russland 4:8 1
9. Juni 1996 in Manchester
DeutschlandFlag of Germany Deutschland -TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien2:0 (2:0)
11. Juni 1996 in Liverpool
ItalienFlag of Italy Italien -RusslandFlag of Russia Russland2:1 (1:1)
14. Juni 1996 in Liverpool
TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien -ItalienFlag of Italy Italien2:1 (2:1)
16. Juni 1996 in Manchester
DeutschlandFlag of Germany Deutschland -RusslandFlag of Russia Russland3:0 (0:0)
19. Juni 1996 in Manchester
ItalienFlag of Italy Italien -DeutschlandFlag of Germany Deutschland0:0
19. Juni 1996 in Liverpool
TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien -RusslandFlag of Russia Russland3:3 (2:0)

Berti Vogts setzte weiterhin auf einige Weltmeister von 1990. Hinzu kam als Führungsspieler Matthias Sammer. Sammer spielte jetzt auch die Rolle, die er bei Borussia Dortmund spielte, als Libero vor der Abwehr. Das relativ junge tschechische Team wurde durch zwei Tore in der ersten Halbzeit von Christian Ziege und Andreas Möller mit 2:0 geschlagen. Nach dem Sieg über Russland und nach der Niederlage der Italiener gegen die Tschechen, wo Pavel Nedvěd seinen ersten Einsatz in einem internationalen Turnier hatte, konnten drei Mannschaften noch auf 6 Punkte kommen. Italien musste gewinnen, um sich fürs Viertelfinale zu qualifizieren, wohingegen Deutschland nur ein Unentschieden für den Gruppensieg brauchte. Aber auch die Deutschen hätten noch scheitern können, und zwar im Falle einer Niederlage mit vier Toren Differenz und einem gleichzeitigen Erfolg der Tschechen im letzten Spiel.

Im Spiel Deutschlands gegen Italien hielt Torhüter Andreas Köpke zahlreiche Schüsse auf sein Tor und in der 9. Minute einen Foulelfmeter von Gianfranco Zola, womit er seinem Team ein Unentschieden rettete. Die Tschechen spielten 3:3 gegen Russland und sorgten für das Ausscheiden der Italiener, da bei Punktgleichstand der direkte Vergleich den Ausschlag gab. Die Russen machten aus einem 0:2 in der ersten Halbzeit bis zur 85. Minute eine 3:2-Führung. Vladimír Šmicer erzielte in der Nachspielzeit den für Tschechien wertvollen Ausgleich.

Gruppe 4 Bearbeiten

Rang Land Tore Punkte
1 PortugalFlag of Portugal Portugal 5:1 7
2 KroatienFlag of Croatia Kroatien 4:3 6
3 DanemarkFlag of Denmark Dänemark 4:4 4
4 TurkeiFlag of Turkey Türkei 0:5 0
9. Juni 1996 in Sheffield
DanemarkFlag of Denmark Dänemark -PortugalFlag of Portugal Portugal1:1 (1:0)
11. Juni 1996 in Nottingham
KroatienFlag of Croatia Kroatien -TurkeiFlag of Turkey Türkei1:0 (0:0)
14. Juni 1996 in Nottingham
PortugalFlag of Portugal Portugal -TurkeiFlag of Turkey Türkei1:0 (0:0)
16. Juni 1996 in Sheffield
KroatienFlag of Croatia Kroatien -DanemarkFlag of Denmark Dänemark3:0 (0:0)
19. Juni 1996 in Nottingham
DanemarkFlag of Denmark Dänemark -TurkeiFlag of Turkey Türkei3:0 (0:0)
19. Juni 1996 in Sheffield
PortugalFlag of Portugal Portugal -KroatienFlag of Croatia Kroatien3:0 (2:0)

In Gruppe Vier fuhr Neuling Türkei ohne Punktgewinn und ohne Tor wieder nach Hause. Ein weiterer Neuling, Kroatien, wurde mit seinen ehemals für Jugoslawien spielenden Stars Davor Šuker, Zvonimir Boban und Robert Prosinečki zur bestimmenden Mannschaft dieser Gruppe. Als stark galt vor allem Šuker, unter anderem durch seine Leistung beim Sieg gegen die Dänen. Vor dem letzten Spieltag hatte sich damit Kroatien bereits fürs Viertelfinale qualifiziert, trat nur mit einer B-Elf gegen Portugal an und verlor mit 0:3, was bedeutete, dass Titelverteidiger Dänemark die Heimreise antreten musste.

Finalrunde Bearbeiten

Übersicht Bearbeiten

Viertelfinale Halbfinale Finale
                   
DeutschlandFlag of Germany Deutschland 2        
KroatienFlag of Croatia Kroatien 1  
EnglandFlag of England England 1 (5)
  DeutschlandFlag of Germany Deutschland 1 (6)²  
EnglandFlag of England England 0 (4)²
SpanienFlag of Spain Spanien 0 (2)  
DeutschlandFlag of Germany Deutschland 2¹
  TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien 1
FrankreichFlag of France Frankreich 0 (5)²
NiederlandeFlag of the Netherlands Niederlande 0 (4)  
TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien 0 (6)²
  FrankreichFlag of France Frankreich 0 (5)  
TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien 1
PortugalFlag of Portugal Portugal 0  

¹ Sieg nach GG
² Sieg im Elfmeterschießen

Viertelfinale Bearbeiten

Das erste Viertelfinalspiel zwischen England und Spanien zeigte unter anderem die Defensivspielweise der Spanier um ihren Innenverteidiger Miguel Ángel Nadal. Zwingende Chancen hatte keine der beiden Mannschaften bei leichten Vorteilen für die Spanier. Das Spiel musste durch Elfmeterschießen entschieden werden. Hierbei verschossen Fernando Hierro und Nadal, womit England ins Halbfinale einzog.

Auch im Spiel Frankreich gegen Niederlande gab es keinen Sieger nach 120 Minuten. Torlos gingen beide Teams ins Elfmeterschießen. Für die Niederländer, die bereits 1992 im Elfmeterschießen gescheitert waren, vergab dieses Mal Clarence Seedorf. Laurent Blanc verwandelte anschließend zum 5:4 für Frankreich.

In Manchester ging die deutsche Mannschaft im Spiel gegen Kroatien bereits in der ersten Halbzeit durch einen verwandelten Handelfmeter von Jürgen Klinsmann in Führung. Allerdings musste er den Platz noch vor der Pause verletzt verlassen. Der deutsche Kapitän wurde durch den Dortmunder Steffen Freund ersetzt. Zu Beginn der zweiten Halbzeit erzielte Davor Šuker nach einem Fehler in der deutschen Defensive den Ausgleich für die Kroaten. Matthias Sammer erzielte allerdings danach den Treffer zum 2:1-Endstand.

Portugal galt aufgrund seiner Techniker wie Luís Figo oder Rui Costa als Favorit gegen Tschechien. Die Tschechen spielten dagegen ruhig aus der eigenen relativ stabilen Abwehr heraus und profitierten davon, dass die Portugiesen ihre Torchancen nicht nutzen konnten. In der 54. Minute nutzte dann Karel Poborský eine Konterchance zum entscheidenden 1:0.

22. Juni 1996 London EnglandFlag of England England - SpanienFlag of Spain Spanien 0:0 n.V., 4:2 i.E.
22. Juni 1996 Liverpool FrankreichFlag of France Frankreich - NiederlandeFlag of the Netherlands Niederlande 0:0 n.V., 5:4 i.E:
23. Juni 1996 Manchester DeutschlandFlag of Germany Deutschland - KroatienFlag of Croatia Kroatien 2:1 (1:0)
23. Juni 1996 Birmingham TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien - PortugalFlag of Portugal Portugal 1:0 (0:0)

Halbfinale Bearbeiten

Das Spiel Tschechien gegen Frankreich wurde vor allem von der Defensivarbeit beider Mannschaften geprägt, was zu einem 0:0 nach 120 Minuten führte. Die Entscheidung musste für Tschechien und Frankreich im Elfmeterschießen fallen. Die jeweils ersten fünf Elfmeter wurden verwandelt, bis Reynald Pedros mit dem sechsten Elfmeter für Frankreich an Petr Kouba scheiterte. Miroslav Kadlec vom 1. FC Kaiserslautern verwandelte danach den entscheidenden Elfmeter, und Tschechien stand nach 1976 wieder im Finale einer Europameisterschaft.

Am Abend kam es dann in Wembley zum „Klassiker“ England gegen Deutschland; einige britische Zeitungen griffen im Vorfeld das Ereignis auf (Gascoigne im Stahlhelm, "Achtung! Surrender! For you Fritz ze Euro 96 iz over"). Schon in der 2. Minute konnte Andreas Köpke einen Distanzschuss von Paul Ince abwehren. Den darauf folgenden Eckstoß führte Paul Gascoigne aus. Der relativ scharf knapp vors Tor geschlagenen Ball wurde von Tony Adams vom kurzen Pfosten in die Mitte zum heranstürmenden Alan Shearer verlängert, der in der 3. Minute zum 1:0 für England einköpfte. In diese Druckphase der Engländer fiel in der 16. Minute durch Stefan Kuntz, der für den verletzten Jürgen Klinsmann auflief, der Ausgleich, nach Vorarbeit von Thomas Helmer und Andreas Möller. Der Rest der ersten Halbzeit und auch die zweite Halbzeit waren weitgehend ausgeglichen. Beide Mannschaften hatten Chancen, den Siegtreffer zu erzielen, in der ersten Halbzeit allerdings bei Vorteilen für die Engländer. Stefan Reuter klärte in der 31. Minute einen Schuss Sheringhams auf der Linie. In der 43. Minute war dann die vorerst letzte englische Chance zu verzeichnen: Nach einer Flanke von Anderton verfehlte Alan Shearer mit einem Kopfball das Tor. Erst in der zweiten Halbzeit stand die deutsche Abwehr kompakter, vor allem Matthias Sammer und Dieter Eilts wurden gut beurteilt.

Ab dem Viertelfinale galt bei diesem Turnier für die Verlängerung erstmals die Golden-Goal-Regelung, und anders als im ersten Halbfinale nachmittags, als beide Mannschaften das Golden Goal in erster Linie hatten verhindern wollen, setzten Deutschland und England alles daran, ein Tor zu erzielen. Bereits in der 93. Minute traf Darren Anderton nach Vorlage von Steve McManaman aus relativ kurzer Distanz nur den Pfosten. In der 96. Minute wiederum hatte Stefan Kuntz per Kopfball nach einer Ecke von Andreas Möller getroffen. Wegen eines Stürmerfouls verweigerte Schiedsrichter Sandor Puhl dem Treffer jedoch die Anerkennung. Eine weitere Chance hatten die Engländer in der 99. Minute, als Paul Gascoigne nach einer Hereingabe von Alan Shearer einen Ball verpasste. Die letzte Chance auf eine Entscheidung vor dem Elfmeterschießen hatte Deutschland in der 107. Minute: Nach einer Kombination stand Christian Ziege allein vor dem englischen Tor, spielte den Ball aber am englischen Torhüter David Seaman und am Tor vorbei. Die deutsche Mannschaft kämpfte, und Thomas Helmer und Steffen Freund mussten außerplanmäßig wegen Erschöpfung noch ausgewechselt werden, Freund dabei zwei Minuten vor Schluss.

Wie bereits bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien kam es nach Ablauf der Verlängerung zum Elfmeterschießen. Bis zum 5:5 hatten alle Spieler getroffen, als Gareth Southgate antrat und Andreas Köpke hielt. Andreas Möller war dann der letzte Schütze und traf.

26. Juni 1996 Manchester TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien - FrankreichFlag of France Frankreich 0:0 n.V., 6:5 i.E.
26. Juni 1996 London EnglandFlag of England England - DeutschlandFlag of Germany Deutschland 1:1 n.V. (1:1, 1:1), 5:6 i.E.

Endspiel Bearbeiten

Im Endspiel im Londoner Wembleystadion trafen Deutschland und Tschechien ein zweites Mal bei dieser EM aufeinander. Die deutsche Mannschaft galt als Favorit für das Finale, nicht nur, weil sie das erste Spiel in der Vorrunde gegen die Tschechen ungefährdet gewonnen hatten, sondern auch, weil ihre Leistungen im Viertel- und im Halbfinale als überzeugender galten. Die erste Halbzeit verlief weitgehend ereignislos, Deutschland bemühte sich zwar, Druck zu machen, doch blieben im Gegensatz zur Begegnung in der Vorrunde die Tore aus. Die Tschechen konzentrierten sich wie schon im Viertelfinale gegen Portugal aufs Kontern. In der 59. Minute ging Tschechien dann nach einem Zweikampf zwischen Matthias Sammer und Karel Poborský durch einen verwandelten Foulelfmeter Patrik Bergers in Führung. Der Elfmeter war jedoch umstritten, sowohl was die Tat selbst als auch was den Tatort betrifft. Berti Vogts wechselte daraufhin den Stürmer Oliver Bierhoff in der 69. Minute für Mehmet Scholl ein, der vier Minuten später den Ausgleich per Kopfball nach einem Freistoß von Christian Ziege erzielte. In der Verlängerung schoss er dann auch das Golden Goal in der 95. Minute. Deutschland war nach 1972 und 1980 zum dritten Mal Europameister, und Berti Vogts gewann im dritten Anlauf seinen ersten Titel als Teamchef der Deutschen Nationalmannschaft. Als Leistungsträger für den Titelgewinn gilt neben Bierhoff auch Andreas Köpke, der unter anderem eine Chance Vladimir Šmicers vereitelte, deren Nutzung den Titel für Tschechien bedeutet hätte.

30. Juni 1996 London DeutschlandFlag of Germany Deutschland - TschechienFlag of the Czech Republic Tschechien 2:1 n.GG (1:1, 0:0)

Ehrungen der Finalisten Bearbeiten

Die Deutsche Nationalmannschaft wurde in Deutschland zur Mannschaft des Jahres, Matthias Sammer zum Fußballer des Jahres in Deutschland und als bisher letzter Deutscher zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. Karel Poborský und Patrik Berger wurden gemeinsam zu Fußballern des Jahres in Tschechien gewählt.

Torschützenliste (Endrunde) Bearbeiten

Rang Spieler Tore
1 EnglandFlag of England Alan Shearer 5
2 BulgarienFlag of Bulgaria Christo Stoitschkow 3
DanemarkFlag of Denmark Brian Laudrup
DeutschlandFlag of Germany Jürgen Klinsmann
KroatienFlag of Croatia Davor Šuker
6 DeutschlandFlag of Germany Oliver Bierhoff 2
DeutschlandFlag of Germany Matthias Sammer
EnglandFlag of England Teddy Sheringham
ItalienFlag of Italy Pierluigi Casiraghi
10 DanemarkFlag of Denmark Allan Nielsen 1
DeutschlandFlag of Germany Stefan Kuntz
DeutschlandFlag of Germany Andreas Möller
DeutschlandFlag of Germany Christian Ziege
EnglandFlag of England Paul Gascoigne
FrankreichFlag of France Laurent Blanc
FrankreichFlag of France Youri Djorkaeff
FrankreichFlag of France Christophe Dugarry
FrankreichFlag of France Patrice Loko
ItalienFlag of Italy Enrico Chiesa
KroatienFlag of Croatia Zvonimir Boban
KroatienFlag of Croatia Goran Vlaović
NiederlandeFlag of the Netherlands Dennis Bergkamp
NiederlandeFlag of the Netherlands Patrick Kluivert
NiederlandeFlag of the Netherlands Jordi Cruyff
Rang Spieler Tore
10 PortugalFlag of Portugal Fernando Couto 1
PortugalFlag of Portugal Domingos Oliveira
PortugalFlag of Portugal Luís Figo
PortugalFlag of Portugal João Pinto
PortugalFlag of Portugal Ricardo Sá Pinto
RumänienFlag of Romania Florin Răducioiu
RusslandFlag of Russia Wladimir Bestschastnych
RusslandFlag of Russia Alexander Mostowoi
RusslandFlag of Russia Omari Tetradse
RusslandFlag of Russia Ilja Zymbalar
SchottlandFlag of Scotland Ally McCoist
SchweizerFlag of Switzerland within 2to3 Kubilay Türkyılmaz
SpanienFlag of Spain Alfonso
SpanienFlag of Spain Guillermo Amor
SpanienFlag of Spain José Luis Pérez Caminero
SpanienFlag of Spain Jesus Manjarín
TschechienFlag of the Czech Republic Radek Bejbl
TschechienFlag of the Czech Republic Patrik Berger
TschechienFlag of the Czech Republic Pavel Kuka
TschechienFlag of the Czech Republic Pavel Nedvěd
TschechienFlag of the Czech Republic Karel Poborský
TschechienFlag of the Czech Republic Vladimír Šmicer
TschechienFlag of the Czech Republic Jan Suchopárek
BulgarienFlag of Bulgaria Ljuboslaw Penew ET

Torschützenkönig des gesamten Wettbewerbs wurde der Kroate Davor Šuker mit 15 Toren.

UEFA-Allstars Bearbeiten

Torhüter

Abwehr

Mittelfeld

Angriff

Wertvollster Spieler des Turniers

Bedeutendster Spieler des Turniers

Weblinks Bearbeiten

az:UEFA Avropa Kuboku 1996


da:Europamesterskabet i fodbold 1996

en:UEFA Euro 1996 es:Eurocopa 1996





it:Campionato europeo di calcio 1996 ja:UEFA欧州選手権1996 jv:UEFA Euro 1996


mr:युएफा यूरो १९९६



ru:Чемпионат Европы по футболу 1996




wuu:1996年欧洲足球冠军赛


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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