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Der Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung e.V., auch als Förderverein der Julius-Riemer-Sammlung bezeichnet, ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Lutherstadt Wittenberg.

ZieleBearbeiten

Im Zentrum der Vereinsaktivitäten steht die Förderung der naturhistorischen und ethnologischen Sammlung des Industriellen und Mäzens Julius Riemer, die im Jahre 2002 in den Besitz der Stadt Wittenberg überging und sich nun in Obhut der städtischen Sammlungen befindet. Der Verein setzt sich für die Erhaltung der Sammlung ein, strebt deren Erweiterung, öffentliche Ausstellung und wissenschaftliche Bearbeitung an und unterstützt die Stadt als Eigentümerin bei der Verwirklichung dieser Ziele. Dies geschieht einerseits durch die Expertise der wissenschaftlichen Beiräte des Vereins, wie auch durch den Austausch mit Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen in ganz Deutschland. Der Verein bertrachtet die von ihm geförderte interdisziplinäre Sammlung als Verknüpfungsmoment der herausragenden geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Potentiale Wittenbergs mit den Luther Gedenkstätten auf der einen und der die Stadt umgebenden Naturlandschaft auf der anderen Seite. Diese Funktion soll die Sammlung durch angestrebte Forschungs- und Ausstellungs-Themen wie „Religionen der Welt“, "Biodiversität" und „Ökologie der Region“ erfüllen. Der Verein setzt sich dazu für eine hauptamtliche wissenschaftliche Betreuung der Sammlung von Seiten der Stadt ein. Der Verein hält einmal im Monat eine öffentliche Sitzung ab.

HintergründeBearbeiten

Mit dem Umbau des Wittenberger Schlosses als jahrzehntelangem Ausstellungs- und Aufbewahrungsort der Sammlung im Jahr 2011 war deren Schicksal vorerst ungewiss. Eine noch vor der Schließung entstandene Bürgerinitiative wendete sich gegen eine dauerhafte Magazinierung oder Abgabe der Sammlung und regte deren Neupräsentation an. Dies geschah durch zahlreiche Aktivitäten wie Fachvorträge, geführte Naturwanderungen und Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen der Stadt (z.B. dem Weihnachtsmarkt der Vereine). Hervorzuheben sind zwei workshops in Wittenberg 2012 und 2015, die in den Tagungsräumen der Cranach-Höfe stattfanden. An diesen beiden Veranstaltungen, die sich ausschließlich mit der Zukunft der Julius-Riemer-Sammlung befassten, nahmen Wissenschaftler aus allen Teilen Deutschland teil, dazu eine Reihe politisch Verantwortlicher der Region. Im Jahr 2013 wurde der Verein-Julius-Riemer-Sammlung e.V. offiziell gegründet. Der Verein hatte Mitte 2018 etwa 100 Mitglieder in ganz Deutschland. Vorsitzender ist der Linguist Michael Solf; Schirmherr des Vereins ist der Biologe und Anatom Carsten Niemitz.

VeranstaltungenBearbeiten

Während die geplante Dauerausstellung mit Objekten der Julius Riemer-Sammlung noch nicht verwirklicht ist und die Sammlung noch über keine hauptamtliche wissenschaftliche Betreuung verfügt, nutzte der Verein die von der Stadt Wittenberg zur Verfügung gestellte Ausstellungsfläche im Museum der städtischen Sammlungen im Zeughaus zu Sonderausstellungen und Vorträgen. Auch das Kirchliche Forschungsheim und das Predigerseminar wurden als Veranstaltungsorte für Vorträge herangezogen. Die eingeladenen Vortragenden sind Fachleute unterschiedlicher Disziplinen wie der Theologe und Ethik-Experte Dietmar Mieth. Besondere Aufmerksamkeit erregten die beiden im Zeughaus in Kooperation mit der Stadt ausgerichteten ethnologischen Sonderausstellungen Die Entdeckung des Individuums (2016) und Objekte der Verehrung (2017/18). Die mit den beiden Ausstellungen jeweils einhergehenden privaten Schenkungen aus den Sammlungen des Architekten Rainer Greschik und des Ethnologen Nils Seethaler kamen dem Ziel einer Erweiterung der Sammlung entgegen.

LiteraturBearbeiten

  • Karina Blüthgen: Finissage im Zeughaus, Seit es Menschen gibt, werden Dinge verehrt In: Mitteldeutsche Zeitung vom 22. April 2018.
  • Rainer Greschik/ Nils Seethaler (Vorwort): Lobi. Westafrikanische Skulpturen aus der Sammlung Greschik. Herausgegeben anlässlich der Ausstellung „Die Entdeckung des Individuums“ in der Lutherstadt Wittenberg, 2016.
  • R. Gruber-Lieblich: Das Museum für Natur- und Völkerkunde „Julius Riemer“ - In: J.Hüttemann & P. Pasternack: Wissensspuren. Bildung und Wissenschaft in Wittenberg nach 1945 (Wittenberg 2004)

WeblinksBearbeiten


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